Nicht nur Kaffeesatz

Neun Küchenabfälle, die Sie als natürlichen Dünger verwenden können

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Küchenabfälle müssen nicht im Müll landen. Sie lassen sich als natürlicher Dünger für Pflanzen verwenden. Dazu zählt etwa Kaffeesatz – aber auch Getränke können das Wachstum fördern.

Natürliche Pflanzendünger sind eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zu Düngemitteln aus dem Chemielabor. Viele davon lassen sich einfach aus Küchenabfällen herstellen, die ansonsten unbeachtet im Müll oder im Ausguss landen würden. Welche Lebensmittel sich als natürlicher Dünger für Zimmer- und Gartenpflanzen eignen, und was es zu beachten gilt.

Welche Küchenabfälle eignen sich als natürlicher Dünger?

Zu schade für den Biomüll: Mit Küchenabfällen wie Eier- oder Bananenschalen lassen sich Gartenpflanzen düngen.
  • Kaffeesatz: Der Klassiker unter den natürlichen Pflanzendüngern. Der im Kaffeesatz enthaltene Stickstoff, sowie Kalium und Phosphor, fördern das Wachstum. Bevor Sie loslegen, muss das braune Pulver allerdings erst gesammelt und getrocknet werden. Dann den Kaffeesatz um den Wurzelbereich verteilen und leicht einarbeiten oder im Topf unter die Blumenerde mischen. Kaffeesatz eignet sich als natürlicher Dünger für zahlreiche Gartenpflanzen, vor allem für solche, die sauren Boden bevorzugen, zum Beispiel Hortensien oder Rhododendren.
  • Kalter Kaffee: Auch übriggebliebenen Kaffee sollten Sie niemals wegschütten, sondern zum Düngen Ihrer Pflanzen verwenden. Dazu einfach kalten Kaffee 1:1 mit Wasser mischen und die Pflanzen damit gießen. Ähnlich wie Kaffee wirkt auch schwarzer Tee – einfach einen gebrauchten Teebeutel für eine Weile in die Gießkanne hängen. „Achten Sie dabei darauf, nur sehr geringe Mengen Kaffee oder Tee pro Woche zu verabreichen (insgesamt etwa eine halbe Tasse)“, rät das Portal Mein schöner Garten. Ansonsten könnte die Erde versauern.
  • Eierschalen: Laut Ökotest.de erhöhen Eierschalen den pH-Wert im Boden und verbessern die Bodenstruktur. Sie bestehen hauptsächlich aus Calciumcarbonat, im Fachhandel auch als „kohlensaurer Kalk“ oder „Gartenkalk“ erhältlich. Vor allem kalkliebende Pflanzen, wie Brombeeren, Himbeeren, Tomaten oder und zahlreiche weitere Staudengewächse und bestimmte Rosensorten freuen sich über die Extraportion Kalk, die ihnen Eierschalen liefern. Die Schalen werden fein zerkleinert um die Pflanzen verteilt und anschließend gegossen.
  • Bananenschalen: Laut Experten sind Bananenschalen ein echter „Allround-Dünger“, vor allem für Blühpflanzen wie Rosen. Bananenschalen werden zuerst in der Küchenmaschine zerkleinert und anschließend getrocknet. Alternativ stellen Sie einen „Tee“ her: Zerkleinerte Bananenschalen mit Wasser übergießen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag abseihen und als nährstoffreiches Gießwasser für Kübel- und Balkonpflanzen verwenden.

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  • Zwiebelschalen: Zwiebelsud hat sich ebenfalls als natürlicher Flüssigdünger bewährt. Einfach übrige Zwiebelschalen mit heißem Wasser übergießen und etwa 30 Minuten ziehen lassen. Sobald der Zwiebelsud abgekühlt ist, kann er verwendet werden.
  • Rhabarber-Blätter: Ihrem Garten mangelt es an Kalium? Dann können Rhabarber-Blätter Abhilfe schaffen: Schneiden Sie dazu einige Blätter klein, gießen alles mit kaltem Wasser auf und lassen das Ganze so lange ziehen, bis ein Sud entsteht. Mit diesem Gießwasser dann nach Bedarf wässern.
  • Kartoffelwasser: Das Kochwasser der Kartoffeln enthält jede Menge Kalium und Vitamine, weshalb Kartoffelwasser als Hausmittel schon lange beliebt ist. Wichtig ist, die Kartoffeln ohne Salz zu kochen. Mit dem abgekühlten Kochwasser werden dann Topf- und Beetpflanzen gegossen. Auch bei unliebsamem Unkraut soll Kartoffelwasser Wunder wirken.
  • Bierwasser: Hopfen und Malz enthalten viele wertvolle Nährstoffe für Topfpflanzen, weshalb Bier auch als natürlicher Pflanzendünger zum Einsatz kommt. Einfach Bierreste ins Gießwasser geben und damit einmal pro Woche die Zimmerpflanzen gießen.
  • Mineralwasser: Abgestandenes Mineralwasser muss ebenfalls nicht im Ausguss landen – Ihre Zimmerpflanzen freuen sich über die enthaltenen Mineralien. Vor dem Gießen am besten noch kräftig schütteln, um die restliche Kohlensäure loszuwerden.

Von Rasen bis Rosen: Welche Gartenarbeiten im Juni wichtig sind

Frau schneidet Buchsbaumhecke in Form
Ein vorsichtiger Formschnitt von immergrünen Hecken wie Buchsbaum und Sträuchern ist im Juni möglich und sinnvoll – sofern darin keine Vögel brüten. © Pond5 Images/Imago
Rasenmäher mäht Gras.
Wer keine Wildblumenwiese im Garten hat, sollte etwa zwei bis drei Mal in der Woche bei trockenem Wetter den Rasen mähen. © Panthermedia/Imago
Mulchen von Jungpflanzen bzw. Gemüsepflanzen mit Grasschnitt
Der beim Mähen gewonnene Rasenschnitt eignet sich ideal zum Mulchen von Gemüsepflanzen und Erdbeeren – er speichert die Feuchtigkeit im Beet. © imagebroker/Imago
Schneckenkragen um Jungpflanzen im Beet
Im Juni finden Schädlinge ein Überangebot an frischem Grün im Garten. Wehren Sie sich mit Schneckenkragen, Schutznetzen oder Hausmitteln. © Funke Foto Services/Imago
Apfelwickler im Apfelkernhaus
Kontrollieren Sie Ihre Apfel- und Pflaumenbäume auf die Raupen des Apfel- bzw. Pflaumenwicklers und sammeln Sie befallene Früchte ab. So wird der Neubefall im August verringert. © blickwinkel/Imago
Frau schneidet welke Rosenblüten ab.
Wer die welken Blütenstände von öfter blühenden Rosensorten abschneidet, regt sie so zu einem erneuten Flor an. Ende Juni sollten die Pflanzen nochmal gedüngt werden. © YAY Images/Imago
Stare stehen im flachen Wasser einer Vogeltränke
Die Tage werden auch für Gartentiere zunehmend heißer. Vögel freuen sich über eine Wassertränke, in der sie auch ein Bad nehmen können. Diese sollte man aber täglich reinigen und erhöht aufstellen. © imagebroker/Imago
Kartoffeln im Beet nach dem Anhäufeln.
Wer Kartoffeln anbaut, sollte sie im Juni mit Erde anhäufeln. Dadurch bilden sich Seitenwurzeln und die Ernte wird gesteigert. © Zoonar/Imago
Rhabarberpflanze in Beet mit Grabegabel
Am 24. Juni ist offiziell der letzte Erntetag des Rhabarbers. Damit er sich über den Winter erholen kann, bekommt er Ende Juni noch eine Düngung mit Kompost, Brennnesseljauche oder Pferdemist. © Panthermedia/Imago
Kürbiskerne in einem aufgeschnittenen Kürbis
Wer im Herbst eigene Kürbisse ernten möchte, kann die Samen nun aussäen. Ebenfalls im Juni ist zum Beispiel die Saat von Salaten, Rote Bete, Möhren oder Weißkohl möglich. © blickwinkel/Imago

Überdüngung mit natürlichem Dünger kaum möglich

Zwar lässt sich der Nährstoffgehalt bei selbst hergestellten, natürlichen Düngern nur ungefähr schätzen. Eine Überdüngung ist bei Küchenabfällen jedoch kaum zu erwarten. „Manchmal macht es Sinn, zusätzlich zum Dünger aus Kaffeesatz, Brennnesselsud oder Eierschalen noch einen organischen Langzeitdünger zu verwenden“, rät Oekotest auf seiner Website. „Dessen Dosis dürfen Sie dann aber halbieren.“

Neben Küchenabfällen gilt auch ein Lebensmittel aus dem Kühlschrank als hervorragender Pflanzendünger: Milch soll besonders für Tomaten förderlich sein und Gartenfreunden eine reiche Ernte bescheren.

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Oleksandr Latkun/Imago

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