Unbekannte Ursache

Risikofaktor Schilddrüse: Unterfunktion kann Hörprobleme verursachen

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Viele Menschen leiden unter lästigen Beschwerden wie Tinnitus, Schwindel und Schlafproblemen. Dahinter kann eine Erkrankung der Schilddrüse stecken.

Die Schilddrüse ist die wichtigste hormonelle Schaltzentrale des Körpers. Gerät das schmetterlingsförmige Organ aus dem Gleichgewicht, hat dies daher weitreichende Folgen. So beeinflussen die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) sowohl den Stoffwechsel als auch Funktionen wie Herz-Kreislauf und Gedächtnis. Während Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder verringerter Appetit zu den typischen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion zählen, wirkt sich ein Hormonmangel auch auf das Gehör aus. Ohrenschmerzen wie Tinnitus, aber auch Schwindel und Schlafprobleme können demnach in Zusammenhang mit Erkrankungen der Schilddrüse auftreten.

Schilddrüsen-Erkrankungen: Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Ohrgeräusche und Schmerzen sind häufig nur schwer zu behandeln, wenn die Ursache unklar ist.

Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums mit der Diagnose „Tinnitus“. Ohrengeräusche ohne äußerliche Ursache wie Pfeifen, Dröhnen oder ein durchgehendes Flirren sind häufig nur schwer zu behandeln. Treten Ohrengeräusche plötzlich auf, sollten Betroffene daher nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Sinnvoll ist eine Ohruntersuchung bei einem Hörverlust, Ohrengeräuschen wie Tinnitus, Ohrenschmerzen und Schwindel. Denn die Beschwerden zehren nicht nur an den Nerven, sie können auch im Zusammenhang mit einer ernsten Erkrankung stehen.

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Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/Imago
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Ob ein Tinnitus mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in Verbindung steht, haben nun Forscher aus Taiwan untersucht. Im Rahmen der Studie analysierte das Team um Alan Hsu der China Medical University die medizinischen Daten von rund 6.062 Patienten und verglich diese mit denen von 24.248 gesunden Probanden. Gesammelt wurden die Daten dabei über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Schilddrüsen-Unterfunktion kann Hörprobleme verursachen

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion nicht nur deutlich häufiger unter einem Tinnitus leiden. Auch gaben sie Beschwerden wie Schwindel, Schlafstörungen, Angstzustände und Hörverlust an. Die aktuelle Studie bestätigt damit frühere Ergebnisse, welche einen Zusammenhang zwischen Tinnitus und Erkrankungen wie einer Schilddrüsenerkrankung und Autoimmunthyreoiditis, auch Hashimoto-Thyreoiditis, festgestellt haben.

Die Wahrscheinlichkeit, im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion Hörprobleme wie Tinnitus zu entwickeln, nahm dabei mit dem Alter signifikant zu. Begleiterscheinungen wie Schwindel, Hörverlust und Schlaflosigkeit erhöhten zudem die Chance, im Laufe der Erkrankung an Ohrengeräuschen zu leiden.

Mehr Informationen zur StudieHypothyroidism and related comorbidities on the risks of developing tinnitus

Veröffentlichungsdatum: 01. Mai 2022

Untersuchungszeitraum: Die Forschenden verwendeten die Daten von Studienteilnehmern, die zwischen 2000 und 2010 erhoben wurden.

Veröffentlicht im Fachjournal Scientific Reports

Umfang: Die Forscher verglichen die medizinischen Daten von rund 6.062 Patienten mit denen von 24.248 gesunden Probanden.

Studienautoren: Forscherteam um Alan Hsu von der China Medical University in Taiwan.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Csaba Deli/Imago

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