Unter Strom

Amazon-Lieferung per Rivian: Speziell entwickelter Elektro-Transporter kommt nach Deutschland

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In den USA sind die speziell für Amazon entwickelten Elektro-Lieferwagen von Rivian bereits im Einsatz – nun kommen sie auch noch Deutschland.

Mitte der 2010er-Jahre startete die Post in Deutschland ein eher ungewöhnliches Projekt: Sie wurde quasi zum Elektroauto-Hersteller. Weil kein renommierter Autobauer ein passendes E-Lieferfahrzeug im Portfolio hatte, übernahm der Bonner Logistik-Konzern Ende 2014 den Hersteller Streetscooter – 2016 startete dann die Serienproduktion. Später zeigten sich allerdings Probleme mit dem E-Transporter, speziell im Winter und die Verluste wuchsen. 2022 wurde das Start-up wieder weiterverkauft. Beim Online-Versandgiganten Amazon setzt man auf ein anderes Konzept. Der junge E-Autobauer Rivian entwickelte ein speziell auf die Bedürfnisse von Amazon zugeschnittenes Lieferfahrzeug – und das kommt jetzt auch nach Europa.

Elektro-Lieferwagen von Rivian: 300 Fahrzeuge demnächst in Deutschland für Amazon im Einsatz

Längst ist Amazon so groß, dass das Unternehmen einen eigenen Logistik-Service betreibt – um weniger von anderen Logistikern abhängig zu sein. Wie so viele Konzerne strebt auch der US-Versandriese mittlerweile CO₂-Neutralität an – spätestens 2040 soll es so weit sein. Ein Schritt in diese Richtung ist laut Angaben des Unternehmens die Elektrifizierung des Transportnetzwerks. Eine Milliarde Euro wird dafür in Europa investiert, davon entfallen 400 Millionen Euro auf Deutschland. In den kommenden Wochen werden nun mehr als 300 Rivian-Lieferwagen in den Großräumen München, Berlin und Düsseldorf an den Start gehen.

Die Elektro-Lieferwagen von Rivian sind ab sofort auch in Deutschland im Dienste von Amazon unterwegs.

Amazons Elektro-Pläne: Weltweit sollen bis 2030 mehr als 100.000 E-Lieferfahrzeuge im Einsatz sein

In den USA sind die Rivian-Lieferwagen bereits seit vergangenem Jahr unterwegs. Mehr als 3.000 Fahrzeuge sind dort bisher im Einsatz, die insgesamt mehr als 500 amerikanische Städte und Regionen beliefern. Einige Features der Lieferwagen sollen den Paketfahrern die Arbeit erleichtern: So entriegeln sich beispielsweise die Türen, wenn sich der Fahrer dem Fahrzeug nähert – entfernt er sich, wird verriegelt. Die elektrische Laderaumtür öffnet sich automatisch, wenn der Fahrer am Lieferort ankommt. An seinen Standorten in Europa hat Amazon laut eigenen Angaben inzwischen tausende Ladestationen eingerichtet, um die Akkus der Fahrzeuge wieder aufzutanken. Bis 2030 sollen weltweit mehr als 100.000 elektrische Lieferfahrzeuge bei Amazon im Einsatz sein.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

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Für Privatkunden bietet Rivian bislang zwei Elektro-Modelle an: den Pick-up Rivian R1T und das SUV R1S. Es handelt sich um ein noch relativ junges Unternehmen, das 2009 gegründet wurde. Sitz des E-Autobauers ist in Plymouth, Michigan. Die ersten Fahrzeuge wurden im Herbst 2021 ausgeliefert.

Rubriklistenbild: © Amazon

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