Blattläuse sind ein Ärgernis im Rosengarten. Experten raten aber zu Besonnenheit, solange der Befall nicht Überhand nimmt: Wir zeigen, wie Sie das verhindern.
Viele Hobbygärtner geraten schnell in Aufregung, sobald sie die ersten Blattläuse auf ihren Rosen entdecken. Dabei bringen diese eine Pflanze nur dann in Gefahr, wenn ihr Befall extrem stark ist. Oft werden die wehrlosen Insekten selbst gefressen, bevor sie ernsthafte Schäden anrichten können. Denn: Blattläuse dienen im Ökosystem des Gartens als Nahrung für zahlreiche Tiere.
Blattläuse an Rosen: Erstmal Ruhe bewahren
Darum rät Heiko Hübscher vom Rosengarten Zweibrücken in der Sendung ARD Buffet: Erstmal entspannt zurücklehnen und beobachten. Einschreiten sollten Sie erst, wenn der Befall so stark ist, dass junge Triebe und Knospen verkümmern. Und das verhindern Sie am besten, indem Sie Ihre Pflanzen und das Ökosystem in Ihrem Garten möglichst gesund halten.
Der erste Schutzschild gegen Schädlinge: Gesunde Pflanzen
Die beste Prävention gegen Blattläuse und andere Schadinsekten sind gesunde Pflanzen. Schaffen Sie für Ihre Rosen möglichst gute Lebensbedingungen. Dann werden sie sich so erfolgreich gegen die Läuse wehren, dass der Befall gar nicht erst Überhand nimmt. Das gilt übrigens nicht nur für Blattläuse, sondern für alle Parasiten, Pilzbefall oder andere Krankheiten. Das heißt für Sie:
- Schaffen Sie möglichst gute Standortbedingungen: Rosen mögen sonnige, warme und gut belüftete Stellen. Pflanzen Sie die Blumen deshalb auch nie zu eng, damit alle Blätter ausreichend Luft und Sonne bekommen. Auch zu Hauswänden empfiehlt sich ein gewisser Abstand, um im Sommer Hitzestau zu vermeiden.
- Der Boden sollte für Rosen geeignet sein: Rosen mögen einen humusreichen, lockeren und tiefgründigen Boden, der möglichst nährstoffreich ist. Um Staunässe zu verhindern, können Sie die Drainage mit etwas Kies verbessern.
- Düngen Sie Ihre Rosen stets fachgerecht: Versorgen Sie Ihre Rosen mit ausreichend Nährstoffen, aber überdüngen Sie die Pflanzen nicht. Passen Sie hier besonders mit Stickstoff auf, denn zu hohe Dosen weichen das Pflanzengewebe auf. Dies ist eine Einladung für Blattläuse. Wählen Sie daher am besten einen speziellen Rosendünger (werblicher Link), der bereits perfekt abgemischt ist.
- Achten Sie beim Kauf auf Qualität: Wie schädlingsresistent Ihre Rosen sind, entscheidet sich oft schon bei der Sortenwahl. Achten Sie beim Kauf deshalb auf das ADR‑Label: Die „Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung“ ist ein besonders strenges Gütesiegel. Rosensorten mit diesem Prüfsiegel sind stets robust und pflegeleicht.
Der zweite Schutzschild gegen Schädlinge: Ein gesundes Ökosystem
In einem gesunden Ökosystem werden Schädlinge stets durch Fressfeinde in Schach gehalten: Blattläuse stehen auf dem Speiseplan von diversen Tieren in Ihrem Garten. Nicht nur Marienkäfer und Vögel lassen sich die Parasiten schmecken, sondern auch Florfliegenlarven, Ohrwürmer oder andere Insekten. Schaffen Sie also gute Bedingungen für die Fressfeinde, dann werden sie sich gerne bedanken:
- Hängen Sie einen Meisenkasten in einen nahestehenden Baum.
- Setzen Sie eine Nisthilfe für Insekten in die Nähe.
- Pflanzen Sie vorwiegend heimische Gewächse in Ihrem Garten, die besonders viele Insekten anziehen.
- Füllen Sie Blumentöpfe mit Holzwolle und stellen Sie diese mit der Öffnung nach unten in der Nähe Ihrer Rosen auf. Dort werden sich Ohrwürmer ansiedeln, die sich an den Blattläusen laben.
- Bekämpfen Sie eventuelle Ameisenkolonien in der Nähe. Diese melken den süßen Saft der Blattläuse und schützen die Parasiten deshalb auch vor Fressfeinden wie Marienkäfern.
Blattläuse an Rosen mechanisch bekämpfen
Selbst wenn der Befall doch mal Überhand nimmt, brauchen Sie nicht zur Chemiekeule zu greifen. Stärker befallene Stellen können Sie ganz einfach mit dem Finger abstreifen. Schon dadurch töten Sie die zarten Insekten fast immer.
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Blattläuse mit einem harten Wasserstrahl von der Pflanze zu spülen. Dies ist zwar etwas aufwändiger und sollte mehrfach wiederholt werden, kann den Befall aber stark zurückdrängen.
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