Saugender Schädling

Zikaden an Rosen: Ein Schnitt verhindert Befall im Folgejahr

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Sie sind kaum sichtbar, aber doch fast überall im Garten: Winzige Zikaden befallen die Rosen und lassen sie verkümmern. Ein Rückschnitt schützt davor.

Das Zirpen der Zikaden gehört im Sommer zu einem Urlaub im Süden einfach dazu. Diese lautstarken Tierchen sind aber nicht zu verwechseln mit den heimischen Zwergzikaden im Garten, die ganz ohne lautes Getöse, dafür mit saugendem Rüssel, zu einem vorzeitigen Blattfall der Rosen führen können. Mit dem richtigen Rosenschnitt im Herbst kann man dies verhindern.

Zikaden an Rosen: Ein Schnitt verhindert Befall im nächsten Jahr

Die Larven der Rosenzikade hinterlassen gelb-weiße Sprenkel auf den Blättern.

Sonnige, trockene Sommer sind genau ihr Ding: Rosenzikaden (Edwardsiana rosae) können sich bei solcher Witterung prächtig vermehren. Wie das mdr Fernsehen berichtet, legen die erwachsenen Zikaden im Spätsommer ihre Eier in die Rinde der Pflanzen. Schlüpfen daraus die etwa einen Millimeter großen Larven, fangen die Schädlinge an, an den Blättern zu saugen und hinterlassen weiß-gelbliche Flecken.

Auch Spinnmilben erzeugen ähnliche Spuren, jedoch erkennt man die Zikaden laut dem Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen daran, dass sie bei Berührung der Pflanze wegspringen.

Sind nicht viele Zikaden an der Rose, sollte man die Blätter regelmäßig kontrollieren und die Zikaden zerdrücken. Ein Rosenschnitt im Herbst verhindert bei starkem Vorkommen der Zikaden den Befall der Pflanzen im nächsten Jahr. Dafür schneidet man die Triebe mit einer scharfen Rosenschere leicht schräg mindestens einen halben Zentimeter über einem gut entwickelten Auge, das nach außen zeigt. Wichtig ist es, die befallenen Teile in den Müll und nicht auf den Kompost zu werfen.

Hausmittel und andere Zikaden

Eine Bekämpfung der Zikaden mit Hausmitteln ist schwierig, es bietet sich nur die Förderung von natürlichen Feinden bzw. Nützlingen wie Raubwanzen, Laufkäfern, Raubmilben und Spinnen an. Im Zweifel helfen vor allem an der Blattunterseite Pflanzenschutzmittel auf Rapsöl- oder Neemölbasis.

Auch diese Zikaden gibt es im Garten:

  • Rhododendron-Zikade: Sie überträgt Pilzsporen auf Rhododendronknospen, sodass diese absterben. Im Frühjahr muss man diese Knospen entfernen.
  • Kräuterblatt-Zikade: Sie hinterlässt gelbe oder weiße Flecken an Rosmarin, Oregano oder Minze. Hier kann ein Besprühen mit Neemöl helfen.
  • Büffelzikade: Sie verursacht faulige Stellen an Obstbäumen und Reben. Hier kann man versuchen, vorbeugend den Rasen um die Bäume zu mähen und diese frei von Unterwuchs zu halten.

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Die meisten der 600 Zikaden-Arten in Deutschland, beispielsweise die Schaumzikade, sind aber harmlos.

Schädlinge im Garten bekämpfen: 10 geeignete Hausmittel

Ein Topf mit ungeschälten Kartoffeln in Wasser
In einer Sprühflasche lehrt Kartoffelwasser und der darin enthaltene Stoff Solanin Blattläuse das Fürchten. © YAY Images/Imago
Viele Knoblauchzehen in einem Holzkörbchen
Knoblauch hilft gegen Wühlmäuse, Läuse – und natürlich gegen Vampire. © Panthermedia/Imago
Eine Frau in einem roten T-Shirt hält ein Glas Milch
Eine Milch-Wasser-Spritzlösung nimmt Blattläusen die Luft zum Atmen. © Panthermedia/Imago
Ein Schälchen mit Zimtpulver und im Hintergrund ein Zimtbündel
Um den Geruch von Zimt machen Trauermücken, Ameisen und ungewünschte Nagetiere einen Bogen. © Panthermedia/Imago
Eine Person streut in einem Garten Kaffeesatz aus einer Plastikwanne
Schnecken ade dank Kaffeesatz. Er schreckt auch Ameisen und sogar Katzen ab. © Panthermedia/Imago
Ein Häuschen und ein Zaun aus Streichhölzern gebastelt auf einem Kunstrasen mit blauem Hintergrund
Abgebrannte Streichhölzer im Blumentopf: Den Schwefel mögen Trauermücken gar nicht. © Panthermedia/Imago
Ein Mann kniet im Garten vor einer Schüssel mit in Wasser eingeweichten Brennnesseln
Ein Sud aus Brennnesseln schlägt Nacktschnecken, Spinnmilben und Blattläuse in die Flucht und stärkt die Pflanzen. © imagebroker/Imago
Eine Ameisenstraße wird von einem Kreidestrich unterbrochen
Ein nahezu magischer Kreidestrich zwingt Ameisen zur Umkehr. © CHROMORANGE/imago
In einem Badezimmer hält eine Frau ein Stück Seife über ein Waschbecken und lässt Wasser darauf laufen
Diesen Klassiker haben schon die Großmütter gegen Spinnmilben und Blattläuse eingesetzt: eine Lauge aus Schmier- oder Kaliseife. © Shotshop/Imago
Ein Holzlöffel mit Natronpulver liegt auf einem Holzuntergrund
Natron ist besonders effektiv bei Ameisen und Blattläusen. © Panthermedia/Imago

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