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Fast 1500 Astra Electric von Opel müssen wegen eines potenziell gefährlichen Fehlers zurück in die Werkstatt. Sie könnten in die falsche Richtung losfahren.
Hamm - Glassplitter in der Limonade, Krankheitserreger in der Wurst oder Quark mit falschem Etikett: Produktrückrufe sind in Deutschland an der Tagesordnung. Häufig betreffen sie Lebensmittel, bei denen im Herstellungsprozess oder auf dem Weg in die Supermärkte und Discounter etwas schiefgelaufen ist. Dieser Rückruf ist jedoch anders. Es geht um ein E-Auto, das in die falsche Richtung losfährt und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.
Kurioser Rückruf: E-Auto von Opel fährt in die falsche Richtung los
Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Opel einen Rückruf von weltweit 1466 Autos der Baureihe Astra L mit Elektroantrieb gestartet, schreibt wa.de. Mehr als die Hälfte der betroffenen Fahrzeuge (841) sind in Deutschland zugelassen. Alle haben das Baujahr 2023. Der Rückruf des Astra Electric wird vom KBA überwacht.
| Hersteller/Marke | Opel |
| Verkaufsbezeichnung | Astra L |
| Fahrzeugausführung | Elektrofahrzeuge |
| Baujahr | 2023 |
| Betroffene Fahrzeuge | 1466 |
Was ist der Grund für den Rückruf? Das KBA schreibt von einem „Kommunikationsproblem zwischen Motor- und Karosseriesteuergerät“, das zu einer Fehlinterpretation der Daten aus der Wegfahrsperre führen kann. „In der Folge kann das Fahrzeug beim Anfahren in die entgegensetzte Richtung rollen“, heißt es in dem Datenbankeintrag zu dem am 15. November 2023 veröffentlichten Rückruf.
Unfälle, bei denen eine Fahrerin oder ein Fahrer beherzt in die falsche Richtung startet, sind keine Seltenheit. Glücklicherweise haben sie nicht immer so dramatische Folgen wie jener Unfall in Gütersloh (NRW), als eine Fahrerin versehentlich nach vorne setzte und eine Fußgängerin lebensgefährlich verletzte. Auch dort war das Unglücksauto zufällig ein Opel. Den Hersteller traf jedoch keine Schuld. Die lag – wie immer bei der Verwechslung von Vorwärts- und Rückwärtsgang – beim Menschen.
Rückruf: Halter von betroffenen Astra Electric sollen sich in der Werkstatt melden
Das ist diesmal anders. Bei den knapp 1500 vom Rückruf betroffenen Astra-Autos hat sich ein Fehler in die Software des Motorsteuergeräts eingeschlichen. Die muss nun in einer Opel-Vertragswerkstatt aktualisiert werden. Auf die Besitzer kommen keinen Kosten zu.
Das Kraftfahrtbundesamt mit Sitz in Flensburg bittet Halterinnen und Halter von Astra L Elektroautos darum, Opel selbst oder eine Vertragswerkstatt zu kontaktieren. Opel führt die Aktion intern unter dem Code KIM. Die KBA-Referenznummer lautet 013243.
Trotz erhöhter Unfallgefahr durch den Fehler ist bislang offenbar alles gut gegangen. Zu „bekannte Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden“ auf der KBA-Seite heißt es in diesem Fall: „keine bekannt“. Immerhin.
Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Symbolbild
