Garten-Tipps

Statt teuer kaufen: Anzuchterde zum Anpflanzen am besten selbst mischen

Anzuchterde kann man auch zu Hause selbst herstellen, anstatt sie teuer zu kaufen. Dazu braucht man lediglich Sand, Erde, Kompost und einen Backofen.

Anzuchterde wird von manchen Pflanzen benötigt, um im frühen Wachstumsstadium möglichst gut zu gedeihen. Es handelt sich dabei um einen Mix aus Sand, Erde und Kompost, wenn man sie selbst macht. So entsteht ein nährstoffarmer Boden, in dem junge Pflanzen gut heranwachsen können, bevor sie umgetopft oder in den Garten gepflanzt werden können. Da diese Zutaten beinahe jeder Hobbygärtner zu Hause hat, kann man Anzuchterde aber auch leicht selbst herstellen und muss nicht extra dafür in den Pflanzenhandel oder Baumarkt fahren.

Unterschied zu Blumenerde: Warum Anzuchterde besser für junge Pflanzen geeignet ist

Gerade in den ersten Monaten sind junge Pflanzen noch empfindlich und sollten deshalb nur langsam herangezogen werden, damit sie nicht zu schnell wachsen und wieder eingehen. Vor allem Zier- und Gemüsepflanzen brauchen laut Oekotest.de eine besondere Anzuchterde, um im frühen Wachstumsstadium möglichst gut zu gedeihen. Diese ist leichter, lockerer und luftiger als normale Blumenerde und kann auch Wasser besser speichern.

Die Anzuchterde für junge Pflanzen kann man ganz leicht selbst herstellen.

Der größte Unterschied zu Blumenerde ist, dass diese über einen hohen Nährstoffgehalt verfügt, weil sie bereits mit Dünger behandelt wurde. Ältere Pflanzen vertragen diese Mineralsalze und den höheren Stickstoffanteil besser als junge Pflanzen.

Anzuchterde hingegen, die auch als Aussaaterde, Vermehrungserde oder Pikiererde bezeichnet wird, bietet Samen, Keimlingen und Stecklingen optimale Wachstumsbedingungen, weil sie weniger Nährstoffe enthält. Darin können sich die jungen Pflanzen natürlich und nicht in einem durch Dünger beschleunigten Prozess langsam entwickeln.

Anzuchterde ganz leicht selbst machen: So stellen Hobbygärtner gute Erde für Jungpflanzen her

Um Anzuchterde selbst zu herzustellen, braucht man nur drei einfache Zutaten:

  • Sand
  • Gereiften Kompost
  • Lockere Gartenerde

Alle drei Komponenten bilden etwa ein Drittel der Anzuchterde. Sie werden gesiebt und dann miteinander vermischt. Für die Komposterde kann man zum Beispiel Lauberde nehmen. Die Gartenerde sollte locker und luftig sein. Gartenfachberaterin Brigitte Goss empfiehlt laut Mdr.de, Maulwurfserde zu nutzen. „Die oberste Schicht eines Maulwurfshügels ist nicht nur bereits gut aufgelockert, sondern auch unkrautfrei.“

Danach wird das Erdgemisch im Backofen sterilisiert, wobei verschiedene Experten-Webseiten unterschiedliche Temperaturen und Längen empfehlen. Mein-schoener-garten.de empfiehlt etwa das Dämpfen bei 120 Grad Celsius für 45 Minuten, Oekotest.de gibt 150 Grad für 30 Minuten als Richtwert an und Mdr.de empfiehlt sogar, die Erde bei 180 Grad für mindestens 30 Minuten zu sterilisieren.

Noch mehr spannende Gartenthemen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Das „Backen“ der Anzuchterde hat den Zweck, dass Pilzsporen, Unkrautsamen, Schädlinge und andere Keime abgetötet werden. Danach sollte das Erdgemisch zwei Tage lang ruhen. Dann kann es für die Aussaat verwendet werden. Anzuchterde sollte generell nie gedüngt werden.

Tipp: Laut Mdr.de wird die Anzuchterde noch lockerer und lässt das Wasser noch besser ablaufen, wenn man etwas vulkanisches Material, wie zum Beispiel Lava-Substrat, hinzugibt. Einen solchen Zusatz kann man im Pflanzenhandel oder Baumarkt kaufen.

Nicht nur für Prepper: Zehn Obst- und Gemüsesorten sollten Sie anbauen

Eine Frau erntet die ersten reifen Radieschen
Radieschen haben den Vorteil, dass sie wenige Wochen nach der Saat schon erntereif sind.  © Countrypixel/Imago
Mann rodet Kartoffeln in seinem Garten
Natürlich Kartoffeln: Je nach Sorte liefern sie von Frühjahr bis in den Herbst Nährstoffe. Leicht anzubauen. © Martin Wagner/Imago
Ein Mann hält ein frisch geerntetes Bund Möhren in der Hand
Haupternte der Möhre ist von Juni bis in den November, außerdem lässt sie sich lange lagern. Was will man mehr? © fStop Images/Imago
Topinamburknollen liegen in und um ein Säckchen mit einem Messer
Der mehrjährige Topinambur wuchert wie Unkraut, sättigt gut und hat im Winter von Oktober bis März Saison. © Westend61/Imago
Ein großer grüner Moschuskürbis im Garten
Der Moschuskürbis ist bis zu einem Jahr lagerbar. Je nach Sorte haben Kürbisse von August bis zum Frost Saison.  © imago stock&people
Ein Mann hängt Zwiebelbündel in einem Schuppen auf
Sähzwiebeln gelten als länger lagerbar als Steckzwiebeln. Von Juni bis September ist die Haupternte. © Cavan Images/Imago
Nahaufnahme eines Weißkohl-Kopfes
Ein Tausendsassa unter den Gemüsesorten: Weißkohl lässt sich lange lagern und konservieren.  © CHROMORANGE/Imago
Ein einzelner Apfel hängt an Zweig
Wer beim Anbau auf lagerfähige Apfelsorten wie Topaz oder Ontario achtet, ist über viele Monate hinweg mit Vitaminen versorgt.  © ZUMA Wire/Imago
Ein Säulenobst-Birnbaum an einer Hauswand
Birnen können auch mit wenig Platz von Juli bis in den Winter einen hohen Ertrag bringen. Wintersorten lassen sich gut lagern. © Nature Picture Library/Imago
Eine Frau pflückt Himbeeren
Beeren wie Himbeeren, Erd- oder Brombeeren haben zwar nicht so lange Saison, sind aber perfekt zum Einmachen. © Cavan Images/Imago

Anzuchterde selbst machen: Warum DIY umweltfreundlicher ist

Ein weiterer Grund – mal angesehen von den geringeren Kosten –, warum man Anzuchterde selbst machen anstatt kaufen sollte, liegt laut Umweltbundesamt.de in der Umweltfreundlichkeit der verschiedenen Erden. In den meisten Anzuchterden, die es im Handel zu kaufen gibt, ist Torf enthalten, weil dieser Wasser gut bindet und einen hohen Säuregrad hat.

Allerdings wird Torf für Blumenerde aus Hochmooren gewonnen, die dafür trockengelegt werden müssen. Das zerstört die teilweise Jahrhunderte bis Jahrtausende alten Moore und den Lebensraum, den sie für viele Pflanzen und Tiere bieten. Außerdem speichern Moore viel Kohlenstoff, der beim Torf-Abbau freigesetzt wird. Somit ist das Verfahren auch noch schlecht für das Klima, weil es jede Menge CO2 freisetzt.

Rubriklistenbild: © Martina Raedlein/Imago

Kommentare