Zellgift für den Körper

Wenn Kinder an Alkohol kommen: 0,5 Promille kann eine Alkoholvergiftung verursachen

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Kinder probieren Alkohol – eine Horrorvorstellung für viele Eltern. In einem Kindergarten ist dies passiert. Welche gesundheitlichen Folgen möglich sind.

Was erstmal wie eine unvorstellbare Situation klingt, hat sich in einem Kindergarten in Livonia, Michigan, tatsächlich zugetragen. Ein Kindergartenkind hatte kürzlich eine Flasche in die Gruppe mitgebracht, in die auch Alkohol gemischt war und die wohl gemäß Label als eine Art Limonade für Erwachsene vermarktet wird. Zehnprozentiger Alkohol soll in dem Tequila-Mischgetränk des Herstellers Jose Cuervo enthalten gewesen sein – vier Kindergartenkinder tranken in der Früh davon.

Kindergartenkinder trinken Alkohol – Eltern sind schockiert

Wenn Kinder mit Alkohol in Kontakt kommen und ihn probieren, können kleinste Mengen schon Vergiftungserscheinungen zur Folge haben. (Symbolbild)

Die Eltern der vier betroffenen Kinder wurden sofort von der Kindergartenleitung über den Vorfall und die umgehende, ärztliche Untersuchung hinsichtlich Vergiftungserscheinungen informiert. Obwohl Erzieher die Situation bemerkten, konnte nicht rechtzeitig verhindert werden, dass die betroffenen Kinder aus der Flasche tranken – ein Erwachsenen-Mischgetränk, das wohl wegen der Optik für ein kinderfreundliches Getränk gehalten wurde. Ein in die Wege geleitetes Disziplinarverfahren solle näher Aufschluss geben.

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Kinder im Haushalt: Zehn gefährliche Risiken sollten Eltern unbedingt vermeiden

Thermometer in der Badewann mit Baby
Eine Gefahr, die gerade Eltern beim ersten Kind unterschätzen, ist die Wassertemperatur beim Baden in der Badewanne. Was sich für den Erwachsenen mit der Hand gut warm anfühlt, kann für das Baby allerdings schon heiß sein. Fatal wird es dann, wenn Eltern das Wasser im Eifer des Gefechts einlaufen lassen und das Baby reinsetzen, ohne vorher die Wassertemperatur zu prüfen – sei es zumindest mit der Hand oder am besten mit einem Wasser-Thermometer. Das Wasser sollte idealerweise eine Temperatur von 37 Grad oder 38 Grad Celsius haben, damit Ihr Kind nicht auskühlen oder überhitzen kann. Thermometer für die Badewanne, die in gängigen Drogeriemärkten erhältlich sind, zeigen speziell an, welche Temperatur für Babys und Kinder geeignet ist. Wasser kann schon ab einer Temperatur von 50 Grad zu Verbrühungen führen – bei Babys und Kindern mit empfindlicher Haut bereits darunter. © jcdiazhidalgo/Imago
Kind in der Badewann
Die meisten Kinder lieben es, zu baden und im Wasser zu planschen. Worauf Eltern dabei unbedingt achten sollten: Selbst bei wenigen Zentimetern Wasserhöhe können Kinder ertrinken, daher sollten sie nie unbeaufsichtigt in der Badewanne planschen. Über 70 Prozent der Fälle von Ertrinken passieren statistisch gesehen im Alter von ein bis drei Jahren in der häuslichen Badewanne. © mitarart/Imago
Baby im Schlafsack im Bett
Eine weitere Gefahr ist besonders im Bett des Babys beim Schlafen gegeben. Neugeborene und Babys sollten laut der Empfehlung von Kinderärzten mindestens bis zum ersten Lebensjahr einen Schlafsack tragen, um die Gefahr des plötzlichen Kindstods (SIDS) deutlich zu reduzieren. Wichtig ist, dass der Schlafsack gut passt und der Kopf des Babys nicht durch die Öffnung rutschen kann. Zudem sollten nicht zusätzlich Kissen, Handtücher oder Kuscheltiere als Barrieren gegen das Drehen in das Babybett gelegt werden. So kann tatsächlich im Ernstfall das Gegenteil passieren: Das Kleine wird durch den Druck der Gegenstände in die Seiten- oder Bauchlage gezwungen und das Zurückdrehen auf den Rücken verhindert. Auch Decken im Bett bergen eine Gefahr, da das Baby sich diese im Schlaf über den Kopf ziehen könnte. © xSaraxMonikax/Imago
Kind greift nach Putzmitteln unter Spüle
In vielen Haushalten werden die Putz- und Waschmittel, Spülmaschinen-Tabs und andere chemischen Produkte unter der Spüle verstaut. Mit kleinen Familienmitgliedern kann dies schnell zur lebensbedrohlichen Gefahr werden: Ab dem Kleinkindalter möchten Kinder für gewöhnlich alles erkunden, öffnen Schubladen und Schränke, greifen nach Gegenständen und versuchen sie zu öffnen. Dann wird nicht selten das Entdeckte in den Mund genommen und „probiert“. Um die Gefahr der Vergiftung zu vermeiden, sollten jegliche chemische Mittel außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden – am besten in einem Hochschrank, wo die Kleinen nicht hinkommen. Sollte Ihr Kind dennoch Reinigungsmittel verschlucken oder in die Augen bekommen, rufen Sie sofort die Giftnotrufzentrale an. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Kleiner Junge erkundet die Schalter am Elektroherd
Ab dem Kleinkindalter möchten die Kleinen ihre Umgebung erkunden, alles kennenlernen, berühren, anfassen, ausprobieren. In der Küche lauern Gefahren, die sich Eltern so auf Anhieb nicht immer bewusst machen. Der Herd kann beispielsweise zur großen Gefahr werden, wenn Ihr Kind die Knöpfe des Herds erstmalig erreicht, daran dreht und so die Platte anschaltet. Besonders gefährlich wird es dann, wenn das Kind auch die heiße Herdplatte erreicht und berühren kann oder etwas auf dem Herd steht und im schlimmsten Fall zu brennen beginnt. Auch hier gilt: Gefahrenquellen vermeiden, eine Absperrung vor dem Herd oder ein Laufgitter kann helfen, um das Kleine in Sicherheit zu wissen, sollte der Elternteil einen Moment abwesend sein müssen. © Caption Writer/Editor/Imago
Kind mit Spagetti am Herd vor Topf mit kochendem Wasser
Die meisten Kinder sind grundsätzlich interessiert daran, zu helfen, viele besonders beim Kochen. Doch auch in diesem Fall sollten die Kleinen mit Vorsicht eingebunden werden, das heißt nicht ohne elterliche Aufsicht, insbesondere, wenn heiße Speisen oder kochendes Wasser auf dem Herd stehen. Da könnte es im Ernstfall zu Verletzungen wie schwerer Verbrühung kommen. © YAY Images/Imago
Kind greift nach Messer auf Küchenablage
Die Küche und das gemeinsame Kochen bringt Freude, birgt aber auch Gefahren, insbesondere für Kinder. Das muss nicht immer der heiße Topf auf dem Herd sein, auch das scharfe Messer kann schnell und unbedarft in Kinderhände gelangen. Achten Sie auch während des Kochens mit Kindern darauf, dass scharfe Gegenstände wie Messer außer Reichweite liegen. © AndreyPopov/Imago
Kind mit Schere geht auf Steckdose zu
Nicht nur Messer, auch Scheren können Kindern im Haushalt zum Verhängnis werden – erst recht, wenn Sie damit auf Erkundungstour gehen und sich zusätzlichen Gefahren aussetzen. Haushaltsgegenstände wie Scheren, Stabmixer, scharfe Messer, Feuerzeuge, Wasserkocher und ähnliches sollten außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden, am ehesten in für Kinder nicht zu erreichenden Schubladen oder Schränken. Auch Steckdosen in Fußnähe können gerade für krabbelnde Kinder verlockend sein, hineinzufassen. Gegenstände wie Scheren oder Stricknadeln sind leitfähig und könnten einen lebensgefährlichen Stromschlag auslösen – hier empfiehlt sich in jedem Fall eine Steckdosensicherung, auch erhältlich in Drogerien, um Kinder zu schützen. © CharlesxGullung/Imago
Tischkante mit Eckenschutz
Was für manche komisch oder unschön aussehen mag, kann Kinder vor schweren Verletzungen bewahren: Ecken-Schutz. Scharfe Kanten von beispielsweise Schränken und Tischen können für Kinder zur echten Gefahr werden. Da wird fröhlich Zuhause rumgetobt und plötzlich gegen den Tisch gerannt. Gerade für Kinder, deren Kopf auf Höhe der Eck-Kante ist, kann aus dem Spiel schnell ernst werden und es im wahrsten Sinne des Wortes „ins Auge gehen“. © Antonio Gravante/Imago
Kleinkind kletter aus Fenster
Der Entdeckungsdrang ab dem Kleinkindalter ist bei vielen ungebremst. Zu viele Abenteuer warten „da draußen“ und wollen erkundet werden. Ab dem Zeitpunkt, an dem Kleinkinder krabbeln und laufen können, ist für Eltern besondere Vorsicht geboten. Da wird sich an Möbeln hochgezogen, geklettert und offene Fenster können dann zu einer echten Gefahr werden. Auch hier sollte darauf geachtet werden, dass Balkontüren und Fenster nicht geöffnet sind, wenn das Kind alleine im Zimmer ist. Es gibt einfache Tür- und Fensterverriegelungen, die vor schweren Unfällen schützen können. © xDavidxJaklex/Imago

Glücklicherweise schien es den Kindern nach dem Vorfall nicht schlecht zu gehen. „Wir sind dankbar, dass keines der Kinder krank wurde oder medizinische Hilfe benötigte“, so die Kindergartenleitung. Was aber zurückbleibt, ist die Empörung und Angst der Eltern sowie die Sorge, was noch Schlimmeres hätte passieren können.

Kleinkinder probieren Alkohol: Welche Folgen kann es haben?

Ab wann ist Alkoholkonsum „schlimm“? Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gibt es keinen Richtwert für risikoarmen Alkoholverbrauch. Schon der geringste Konsum ist ungesund und birgt Risiken – besonders und allen voran für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Erwiesenermaßen ist die menschliche Gehirnentwicklung erst mit 25 Jahren abgeschlossen, sodass schon kleinste Mengen Alkohol erheblichen Schaden der Organe verursachen können.

Die Folgen, die das Trinken von Alkohol bei Kindern haben kann:

  • Bei jungen Menschen mit geringem Körpergewicht führen bereits kleine Mengen Alkohol zu einer höheren Alkoholkonzentration im Blut (Promille) als bei Erwachsenen. Daher kommt es bei Kindern leichter zu einer Alkoholvergiftung.
  • Die Gehirnreife und Organe können geschädigt werden. Langzeitschäden sind nicht auszuschließen.
  • Alkohol ist ein Zellgift mit betäubender Wirkung. Schon bei geringen Mengen werden die Sehfähigkeit und Bewegungskoordination beeinträchtigt. Das kann bei Kindern als Fahrradfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr gefährlich werden.
  • Je früher junge Menschen mit Alkohol in Berührung kommen, desto niedriger ist die Hemmschwelle, es zu probieren und später auch regelmäßig zu konsumieren. Das kann eine spätere Alkoholabhängigkeit begünstigen.

Alkoholvergiftung: Wie macht sie sich bemerkbar?

Bei einer Alkoholvergiftung, sogenannte Alkoholintoxikation, werden die Funktionen des Gehirns durch eine Überdosis des Zellgifts (Alkohol) gestört. Bei Kindern können sich bereits mit 0,5 Promille Alkohol im Blut – zum Vergleich bei Erwachsenen mit drei Prozent – typische Anzeichen einer Vergiftung zeigen:

  • Gleichgewichtsstörungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Betroffene reagieren nicht auf Ansprache
  • Bewusstlosigkeit
  • Schneller Herzschlag, erhöhter Puls

Alkoholvergiftung: Was ist zu tun?

Besteht die Möglichkeit, dass ein Kind Alkohol konsumiert hat, sollten die Eltern oder Betreuer genauestens auf das Befinden des Kleinen achten.

  • Ist das Kind nicht ansprechbar?
  • Atmet es unregelmäßig?
  • Erbricht es?

Wenn Sie nur eine Frage mit „ja“ beantworten können, sollten Sie in jedem Fall den Giftnotruf und Notarzt 112 kontaktieren. Bis der Arzt eintrifft, legen Sie Ihr Kind in die stabile Seitenlage – Babys in Bauchlage – sodass es Erbrochenes nicht einatmen oder daran nicht ersticken kann. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind warm bleibt, decken Sie es zu. Durch Alkohol im Körper verengen sich die Blutgefäße und es kann zu einer Unterkühlung kommen. Bleiben Sie mit Ihrem Kind in Kontakt, sprechen Sie mit ihm und versuchen es zu beruhigen.

Alkohol außer Reichweite von Kindern aufbewahren

Erwachsene und Eltern können Kindern ein Leben mit wenig bzw. ohne Alkohol so gut es geht vorleben. Ab einem Alter von vier oder fünf Jahren können Sie Ihrem Kind in einfacher Sprache vermitteln, dass Alkohol dem Körper schaden kann. Zudem sollten alkoholische Getränke außer Reichweite von Kinderhänden aufbewahrt werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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