VonVivian Wergschließen
Um den Rückruf des älteren Modells zu verhindern, muss der Konzern ein Update durchführen – dafür hat Apple allerdings nicht allzu viel Zeit.
Paris – Während eine neue iPhone-Generation kurz vor der Veröffentlichung steht und weltweit Millionen Menschen dieser Neuheit entgegenfiebern, droht Apple in Frankreich derzeit ein möglicher Rückruf für das iPhone 12. Grund: die elektromagnetische Strahlungswerte seien zu hoch. Apple muss sich zudem auch einer gewaltigen Herausforderung stellen – China plant wohl ein iPhone-Verbot für Beamte.
Die französische Strahlenaufsicht Agence nationale des fréquences (ANFR) habe den Tech-Giganten bereits angewiesen, Geräte des Modells aus dem Verkehr zu nehmen und „so schnell wie möglich“ zu überarbeiten, heißt es in einer Mitteilung auf der Website der ANFR.
iPhone 12 in Frankreich sendet laut Strahlenaufsicht zu hohe elektromagnetische Wellen aus
Apple habe nun zwei Wochen Zeit, die Anforderungen zu erfüllen. „Wenn sie das nicht tun, bin ich bereit, einen Rückruf aller im Umlauf befindlichen iPhones 12 anzuordnen. Die Regel ist für alle gleich, auch für die digitalen Giganten“, zitiert die Tageszeitung Le Parisien den für die Digitalwirtschaft zuständigen Minister Jean-Noel Barrot. Frankreich werde die Testergebnisse den übrigen Staaten der Europäischen Union EU zur Verfügung stellen, so Barrot weiter.
Im Rahmen ihrer Aufgaben, den Markt für Funkanlagen zu überwachen und die Exposition der Öffentlichkeit gegenüber elektromagnetischen Wellen zu kontrollieren, führt die ANFR Überprüfungen von Mobiltelefonen durch, die auf dem französischen Markt angeboten werden. Der ANFR-Mitteilung zufolge wurden insgesamt 141 Telefone in einem Labor untersucht. Statt der maximal erlaubten vier Watt pro Kilogramm wurden 5,74 Watt pro Kilogramm festgestellt. Medizinischen Studien zufolge kann eine zu hohe SAR von Mobiltelefonen bestimmte Arten von Krebs begünstigen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Zahl der Krebs-Diagnosen vor allem bei immer mehr jüngere Menschen steigt.
Apple verspricht Zusammenarbeit mit Strahlenaufsicht
Die korrigierte Aktualisierung von Apple wolle die Strahlenaufsicht überprüfen. Die vereidigten Beamten der ANFR wurden zudem angewiesen, zu überprüfen, dass diese Modelle nicht mehr in allen in Frankreich verfügbaren Vertriebskanälen zum Verkauf angeboten werden. Apple betonte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP jedoch, dass das iPhone 12 die erforderlichen Grenzwerte einhalte und weiterhin mit der französischen Aufsichtsbehörde zusammenarbeiten werde.
Gestern hatte der Konzern die nächste Generation seines Smartphones vorgestellt. Im Herbst soll das neue iPhone 15 kommen. Analysten zufolge könnte sich der Release des neuen Apple iPhones jedoch verzögern. Zahlreiche Nutzer melden zudem eine verminderte Akkuleistung beim Vorgängermodell. (Vivian Werg)
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