Folgen eines Kropfs

Altern: Schilddrüsenunterfunktion kann es beschleunigen

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Die Symptome einer kranken Schilddrüse sind vielfältig. Oftmals ähneln sie den typischen Alterserscheinungen – und sind dennoch nicht zu verwechseln.

Die Schilddrüse ist im Körper ein kleines, aber überlebenswichtiges Organ. Sie produziert Hormone, die unerlässlich für Körperwachstum und Stoffwechselprozesse sind. Ist das schmetterlingsförmige Organ krank, kann eine Erkrankung Auswirkungen auf den gesamten Körper haben und sich in vielfältigen Symptomen zeigen. Zudem kann es zu frühzeitigen und typischen Alterserscheinungen kommen.

Schilddrüse: Ist das Organ krank, kann es zu frühzeitigem Altern kommen

Eine Struma, auch Kropf genannt, entsteht meistens aufgrund eines Jodmangels.

Laut Schätzungen leiden ungefähr 20 Prozent der Deutschen unter einer Struma, auch Kropf genannt. Diese entsteht meist aufgrund eines Jodmangels. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom in Form einer Schwellung im Hals durch eine vergrößerte Schilddrüse. Sie ist ein Warnzeichen dafür, dass etwas mit dem Organ nicht stimmt. Je länger eine Struma besteht, desto höher ist die Gefahr, dass sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) durch knotige Gewebsveränderungen entwickelt.

Bei einer Fehlfunktion der Schilddrüse können verschiedene Symptome auftreten, die auch zu typischen Alterserscheinungen gezählt werden können. Umso wichtiger ist es, die Ursache zu erkennen und sich dahingehend untersuchen zu lassen. Denn hinter den folgenden Anzeichen können sich eben auch Schilddrüsenkrankheiten verstecken, die aufgrund ihrer vielfältigen und dadurch unspezifischen Symptome und ihres eher schleichenden Auftretens häufig falsch gedeutet werden:

  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Verminderte Lebensfreude
  • Darmträgheit
  • Muskelschwäche

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Schilddrüse: Behandlung von Struma mit Jod und L-Thyroxin

Treten diese Beschwerden auf, dann sollte auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse in Betracht gezogen werden. Selbst wenn eine Struma von außen nicht sichtbar ist. Gerade weil sich die Probleme den alterstypischen Symptomen ähneln, ist es bei älteren Menschen umso wichtiger, Schilddrüsenerkrankungen ernst zu nehmen und sie dementsprechend zu behandeln. Die Therapie besteht meist aus einer Kombination aus dem körpereigenen Hormon L-Thyroxin und Jod, wenn die Struma rechtzeitig erkannt wird.

Schilddrüse: Zehn jodhaltige Lebensmittel unterstützen das Organ

Milch in einem Glas
Um die Gesundheit der Schilddrüse zu stärken, braucht der Körper ausreichend Jod. Dieses steckt unter anderem in Milchprodukten. Vollmilch enthält beispielsweise 6 µg / 100 g Jod.  © Westend61/IMAGO
Hartkäse
Käse zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmitteln. Hartkäse hat zum Beispiel einen Jodgehalt von 20-40 µg / 100 g.  © Bernd Jürgens/IMAGO
Eier in einer Schale
Eier enthalten 10 µg / 100 g Jod. Neben Jodsalz können sie deshalb als zusätzliche Jodquelle dienen.  © CHROMORANGE/IMAGO
Spinat in einer weißen Schüssel
Spinat ist nicht nur ein kalorienarmes Gemüse, das den Körper mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen versorgt: Das grüne Blattgemüse enthält mit 12 µg / 100 g auch reichlich Jod, um die Schilddrüse vor Krankheiten zu schützen.  © Vitalina-Rybakova/IMAGO
Brokkoli in einer Schüssel
Brokkoli enthält 15 µg / 100 g Jod. Um Ihre Schilddrüse vor Erkrankungen zu schützen, empfiehlt es sich deshalb, das grüne Gemüse regelmäßig zu verzehren. ©  Alex9500/IMAGO
Erdnüsse in der Schale
Nüsse sind wichtige Jodlieferanten, die regelmäßig verzehrt werden sollten, um die Schilddrüse gesund zu halten. Erdnüsse haben beispielsweise einen Jodgehalt von 13 µg / 100 g. Es eignen sich aber auch Cashewkerne (10 µg / 100 g) oder Walnüsse (3 µg / 100 g). © I. Rozenbaum & F. Cirou/IMAGO
Seelachs auf einem Teller garniert mit zwei Zitronenscheiben
Seelachs zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmittel. Er enthält 200 µg / 100 g Jod, was der täglich empfohlenen Jodaufnahme entspricht. Wenn Sie regelmäßig Seefisch essen, tun Sie Ihrer Schilddrüse damit etwas Gutes. © blickwinkel/IMAGO
Zwei Kabeljau-Filets in einer Pfanne
Um Erkrankungen der Schilddrüse vorzubeugen, sollte mindestens einmal pro Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Neben Seelachs und Schellfisch eignet sich hier zum Beispiel auch Kabeljau, da er ausreichend Jod enthält.  © CSH/IMAGO
Garnelen am Spieß
Auch Garnelen zählen zu den Lebensmitteln, die reichlich Jod enthalten. Sie gehören zu den tierischen Lebensmitteln, die als zuverlässige Jodlieferanten gelten, um die Schilddrüse fit zu halten. © Karel Noppé/IMAGO
Essbare Algen in einer Schüssel
Essbare Algen sind vor allem aus der asiatischen Küche bekannt. Aufgrund ihres hohen Jodgehalts können sie sogar gesundheitsschädlich sein. Menschen, die unter einer Schilddrüsen-Erkrankung leiden, sollten deshalb beispielsweise keine auf Algen basierende Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. © Jiri Hera/IMAGO

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Petra Albers/IMAGO

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