VonJudith Braunschließen
Über- und Unterfunktion sind wohl die bekanntesten Erkrankungen der Schilddrüse. Daneben gibt es jedoch noch weitere, die Beschwerden auslösen können.
Fühlen wir uns nicht hundertprozentig fit, kann ein kleines Organ in Schmetterlingsform schuld daran sein: die Schilddrüse. Sie liegt im Hals unterhalb des Kehlkopfes und ist maßgeblich an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Die beiden lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die von der Schilddrüse produziert werden, steuern den Energiestoffwechsel, das Wachstum, die Knochenbildung und die Entwicklung des Gehirns. Liegen Erkrankungen der Schilddrüse vor, können diese unterschiedliche Auswirkungen haben.
Schilddrüse: Sechs Krankheiten, die vom Schmetterlingsorgan kommen können
Jeder dritte Erwachsene hat in seinem Leben Probleme mit der Hormondrüse. Allerdings erkennen Betroffene häufig nicht, dass ein Schilddrüsenproblem vorliegt, da viele Anzeichen auch zu anderen Krankheiten passen. Deshalb ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die Beschwerden abklären zu lassen. Folgende sechs Erkrankungen können von der Schilddrüse herrühren:
- Schilddrüsenunterfunktion: Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig der lebenswichtigen Hormone. Aufgrund ihrer vielen unspezifischen Symptome bleibt sie häufig monate- oder jahrelang unbemerkt. Zu den diffusen Beschwerden zählen Antriebsarmut, depressive Verstimmung, Gewichtszunahme, Kältegefühl, Müdigkeit, langsamer Herzschlag oder schuppige Haut und Haare.
- Hashimoto-Thyreoiditis: Sie stellt die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion dar. Hashimoto führt zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Dabei greift das körpereigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe an und zerstört ist. Infolgedessen wird die Produktion der Hormone durch die Drüse vermindert oder sogar ganz gestoppt. Dabei können genetische Faktoren, Umwelteinflüsse oder Hormonstörungen ursächlich sein. Meist trifft die Erkrankung Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
- Kalter Knoten: Von einem „kalten Knoten“ sprechen Mediziner, wenn Bereiche in der Drüse nur wenige oder keine Hormone produzieren. Diese Knoten in der Schilddrüse können auch bösartig werden – dies ist jedoch nur sehr selten der Fall. Wächst der Knoten, dann steigt das Risiko für eine Entartung auf bis zu zehn Prozent.
- Schilddrüsenüberfunktion: Anders als bei einer Unterfunktion kommt es bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu einer Überproduktion der Hormone, wodurch der Stoffwechsel schließlich auf Hochtouren läuft. Auch sie geht mit zahlreichen unspezifischen Symptomen, zum Beispiel Schwitzen, Haarausfall, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen und Nervosität, einher. Ein Jodmangel stellt die häufigste Ursache für eine Überfunktion dar. Sie kann jedoch auch genetisch veranlagt sein. Fehlt dem Organismus Jod und damit Schilddrüsenhormone, versucht die Drüse den Mangel auszugleichen, indem sie wächst. So kann ein sogenannter Kropf entstehen.
- Basedow-Krankheit: Einer Schilddrüsenüberfunktion liegt meist die Basedow-Krankheit zugrunde. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. So bilden sich Antikörper, die sich gegen die Schilddrüse richten und die Produktion der Hormone aktivieren. Typische Warnzeichen sind Durchfall, Herzrasen, deutliche Hyperaktivität oder Depressionen. Morbus Basedow kann durch eine genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse oder Virusinfektionen ausgelöst werden und heilt in der Regel nicht von selbst aus. Somit bedeutet sie eine ständige Belastung für den Körper und kann sogar zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Wenn sie über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt, können Betroffene unter hervortretenden Augen und geschwollene Lidern leiden.
- Heißer Knoten: Sie entstehen vor allem bei älteren Menschen mit großen Schilddrüsen. Sogenannte „autonome Bezirke“ produzieren dann vermehrt Schilddrüsenhormone, die einzeln entstehen oder sich diffus über das gesamte Schilddrüsengewebe verteilen. Im Gegensatz zu kalten Knoten können heiße Knoten nicht bösartig werden. Jedoch führen sie durch eine Überproduktion der Schilddrüsenhormone zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Betroffene leiden schließlich unter den entsprechenden Beschwerden. So können sich auch Herzfrequenz und Blutdruck erhöhen und bisweilen entwickeln sich daraus Herzrhythmusstörungen.
Schilddrüse: Zehn jodhaltige Lebensmittel unterstützen das Organ




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Oleksandr Latkun/IMAGO

