VonJudith Braunschließen
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden mehr Hormone produziert als nötig und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Die Ursache liegt meist in der Basedow-Krankheit.
Erkrankungen der Schilddrüse kommen ausgesprochen häufig vor. So bildet sich laut Angaben des Deutschen Schilddrüsenzentrums bei etwa jedem dritten Erwachsenen in Deutschland im Laufe des Lebens mindestens eine krankhafte Schilddrüsenveränderung, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion. Letzterer liegt meist die sogenannte Basedow-Krankheit (Morbus Basedow) zugrunde.
Dabei handelt es sich um eine Fehlregulation des Immunsystems. Durch sie bildet der Organismus Antikörper, welche die Schilddrüse zu viele Hormone produzieren lassen. Der Stoffwechsel läuft dadurch auf Hochtouren, sodass viele Abläufe im Körper unnötig beschleunigt werden. Dies hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper und zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen. Erkennbar ist die Krankheit bisweilen an hervortretenden Augen.
Was ist die Basedow-Krankheit? – Ursachen und Symptome
Ausgelöst wird die Basedow-Krankheit durch eine Autoimmunreaktion. Dabei bildet das körpereigene Abwehrsystem Antikörper, die sich an die Schilddrüsenzellen anheften. Dadurch werden die Zellen angeregt, sich zu vermehren und mehr Hormone zu produzieren als nötig. So kommen bestimmte Körperfunktionen, die durch die Schilddrüsenhormone gesteuert werden, in ein Ungleichgewicht. Auch wenn der genaue Grund für die Entwicklung der Basedow-Krankheit nicht geklärt ist, wird vermutet, dass vor allem vererbbare Ursachen eine Rolle spielen. Zudem gilt Rauchen als ein Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit. Gleichzeitig kann es einen schweren Verlauf begünstigen.
Die Basedow-Krankheit führt letztendlich durch die vermehrte Produktion von Hormonen zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Dadurch zeigen sich die für die Stoffwechselstörung typischen Symptome. Folgende Beschwerden können bei Betroffenen daher auftreten:
- erhöhter Blutdruck
- nervöse Unruhe, Zittern, Gereiztheit, Schlaflosigkeit
- Herzrasen oder Herzklopfen, in manchen Fällen auch Herzrhythmusstörungen
- Durchfall
- Gewichtsverlust (trotz Heißhunger)
- Haarausfall
- Müdigkeit und Schwäche
- Schwitzen
Schilddrüsenüberfunktion durch Basedow-Krankheit: Hervortretende Augen können Warnzeichen sein
Typische Anzeichen der Basedow-Krankheit sind außerdem eine oft erkennbar vergrößerte Schilddrüse und ein geschwollener Hals. Dies wird auch Struma oder Kropf genannt. Jedoch können in manchen Fällen auch Probleme mit den Augen auftreten. Betroffene leiden unter Augenbeschwerden mit Fremdkörpergefühl, vermehrtem Tränenfluss, Augenbrennen oder unscharfem Sehen. Daneben gibt es Fälle, bei denen die Augen hervortreten.
Dies geschieht aufgrund starken entzündlichen Veränderungen des Gewebes hinter den Augäpfeln (auch endokrine Orbitopathie genannt). Dabei treten die Augen manchmal so stark hervor, dass die Lider das Auge weniger verdecken. Dadurch wird das Augenweiß um die gesamte Iris sichtbar. Sehstörungen können die Folgen des Hervortreten der Augen und einer Verdickung der Augenmuskeln sein. Betroffene sehen dann zum Beispiel häufig Doppelbilder.
Schilddrüsenüberfunktion: Achten Sie auf zehn unspezifische Symptome




Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.
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