Stoffwechselstörung

Schilddrüse: Acht Anzeichen, die auf Basedow-Krankheit hinweisen können

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Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden mehr Hormone produziert als nötig und der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren. Die Ursache liegt meist in der Basedow-Krankheit.

Erkrankungen der Schilddrüse kommen ausgesprochen häufig vor. So bildet sich laut Angaben des Deutschen Schilddrüsenzentrums bei etwa jedem dritten Erwachsenen in Deutschland im Laufe des Lebens mindestens eine krankhafte Schilddrüsenveränderung, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion. Letzterer liegt meist die sogenannte Basedow-Krankheit (Morbus Basedow) zugrunde.

Dabei handelt es sich um eine Fehlregulation des Immunsystems. Durch sie bildet der Organismus Antikörper, welche die Schilddrüse zu viele Hormone produzieren lassen. Der Stoffwechsel läuft dadurch auf Hochtouren, sodass viele Abläufe im Körper unnötig beschleunigt werden. Dies hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper und zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen. Erkennbar ist die Krankheit bisweilen an hervortretenden Augen.

Was ist die Basedow-Krankheit? – Ursachen und Symptome

Morbus Basedow zeigt sich in manchen Fällen durch stark hervortretende Augen. (Symbolbild)

Ausgelöst wird die Basedow-Krankheit durch eine Autoimmunreaktion. Dabei bildet das körpereigene Abwehrsystem Antikörper, die sich an die Schilddrüsenzellen anheften. Dadurch werden die Zellen angeregt, sich zu vermehren und mehr Hormone zu produzieren als nötig. So kommen bestimmte Körperfunktionen, die durch die Schilddrüsenhormone gesteuert werden, in ein Ungleichgewicht. Auch wenn der genaue Grund für die Entwicklung der Basedow-Krankheit nicht geklärt ist, wird vermutet, dass vor allem vererbbare Ursachen eine Rolle spielen. Zudem gilt Rauchen als ein Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit. Gleichzeitig kann es einen schweren Verlauf begünstigen.

Die Basedow-Krankheit führt letztendlich durch die vermehrte Produktion von Hormonen zu einer Schilddrüsenüberfunktion. Dadurch zeigen sich die für die Stoffwechselstörung typischen Symptome. Folgende Beschwerden können bei Betroffenen daher auftreten:

  • erhöhter Blutdruck
  • nervöse Unruhe, Zittern, Gereiztheit, Schlaflosigkeit
  • Herzrasen oder Herzklopfen, in manchen Fällen auch Herzrhythmusstörungen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust (trotz Heißhunger)
  • Haarausfall
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Schwitzen

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Schilddrüsenüberfunktion durch Basedow-Krankheit: Hervortretende Augen können Warnzeichen sein

Typische Anzeichen der Basedow-Krankheit sind außerdem eine oft erkennbar vergrößerte Schilddrüse und ein geschwollener Hals. Dies wird auch Struma oder Kropf genannt. Jedoch können in manchen Fällen auch Probleme mit den Augen auftreten. Betroffene leiden unter Augenbeschwerden mit Fremdkörpergefühl, vermehrtem Tränenfluss, Augenbrennen oder unscharfem Sehen. Daneben gibt es Fälle, bei denen die Augen hervortreten.

Dies geschieht aufgrund starken entzündlichen Veränderungen des Gewebes hinter den Augäpfeln (auch endokrine Orbitopathie genannt). Dabei treten die Augen manchmal so stark hervor, dass die Lider das Auge weniger verdecken. Dadurch wird das Augenweiß um die gesamte Iris sichtbar. Sehstörungen können die Folgen des Hervortreten der Augen und einer Verdickung der Augenmuskeln sein. Betroffene sehen dann zum Beispiel häufig Doppelbilder.

Schilddrüsenüberfunktion: Achten Sie auf zehn unspezifische Symptome

Frau mit feuchten, schwitzenden Händen
Durch die verstärkte Hormonbildung bei der Schilddrüsenüberfunktion laufen viele Körperfunktionen im wahrsten Sinne „auf Hochtouren“. Dies hat verschiedene Auswirkungen und zeigt sich beispielsweise durch vermehrtes Schwitzen und warm-feuchte Haut. © leungchopan/Imago
Frau regt sich am Telefon auf
Laut dem „Deutschen Schilddrüsenzentrum“ beeinflusst eine Schilddrüsenerkrankung auch meistens die Psyche. Aufgrund der Schilddrüsenüberfunktion liegt ein zum Teil massiver Überschuss an T3- und T4-Hormonen im Regelkreis vor. Betroffene sind dadurch häufig nervös, aggressiv, leicht irritierbar, ängstlich oder extrem schreckhaft. © Wavebreak Media LTD/Imago
Mann im Bett, kann nicht schlafen.
Die gesteigerte Hormonproduktion, die mit der Schilddrüsenüberfunktion verbunden ist, wirkt anregend auf das gesamte Nervensystem. In der Folge sind Betroffene häufig rastlos, zittern, zeigen Stimmungsschwankungen oder leiden unter Schlafstörungen. © diego.cervo/Imago
Frau auf der Waage
Eine Überfunktion der Schilddrüse bewirkt einen höheren Energieverbrauch im Körper, laut „Forum Schilddrüse“. Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion nehmen dadurch häufig an Gewicht ab, solange die Erkrankung nicht behandelt wird. © Y Resolution/Imago
Frau mit Bauchschmerzen wegen Durchfall
Ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen hat auch Auswirkungen auf den Verdauuungstrakt und führt nicht selten zu häufigerem Stuhlgang mit Durchfall. Auch die Nierenfunktion kann durch eine Schilddrüsenüberfunktion beeinträchtigt sein, was häufiges Wasserlassen zur Folge hat. © Thomas Trutschel/photothek/Imago
Frau mit Haarausfall
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) wirkt sich auch auf die Haare aus, sehr zum Leidwesen der Betroffenen. Die Haare werden durch den Überschuss der Hormone dünner, feiner, brüchiger und fallen vermehrt aus. © sasirin/Imago
Brüchige Nägel
Nicht selten macht sich eine Schilddrüsenüberfunktion neben Haarausfall auch durch brüchige Nägel bei den Betroffenen bemerkbar. © ttatty/Imago
Frau fasst sich an die Augen
Die Schilddrüsenüberfunktion wird häufig durch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow verursacht. Damit verbunden sind häufig Augenprobleme wie vermehrter Tränenfluss, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu sowie schmerzhaftes Druckgefühl. © fizkes/Imago
Frau mit roten Augen
Auch eine bisweilen starke Rötung der Bindehaut, Lidschwellung, hervortretende Augen (Exophthalmus) und Sehstörungen – häufig begleitet von Doppelt-Sehen – sind mit Morbus Basedow und der Schilddrüsenüberfunktion verbunden. © sirawit99/Imago
Geschwollenen Unterschenkel massieren
Als Folge der Schilddrüsenüberfunktion und Morbus Basedow kommt es außerdem zu typischen Schwellungen in den Beinen, insbesondere der Unterschenkel, sogenanntes Myxödem. © karelnoppe/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Pond5/IMAGO

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