Stoffwechselstörung

Schilddrüse: Kalte Füße können ein Warnsignal für Erkrankung sein

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Leiden Sie dauerhaft unter kalten Füßen? Dann könnte dies unter Umständen auf eine kranke Schilddrüse und eine Unterfunktion hindeuten.

In den Wintermonaten und bei eher kühlen Temperaturen wundert man sich vermutlich kaum, wenn die Füße einmal kalt sind. Tritt dies allerdings auch bei höheren Temperaturen auf, können durchaus andere Ursache dahinterstecken, zum Beispiel eine Durchblutungsstörung. Aber auch hormonelle Probleme, die durch eine Schilddrüsenerkrankung verursacht werden, könnten der Auslöser sein.

Schilddrüsenunterfunktion: Kalte Füße können Warnzeichen sein

Kälteempfindlichkeit ist ein Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion. Kalte Füße könnten deshalb ein Warnzeichen sein.

Die Schilddrüse spielt für den menschlichen Körper eine essenzielle Rolle, da es sich bei ihr um eine lebenswichtige Hormondrüse handelt. Über die Schilddrüsenhormone steuert das schmetterlingsförmige Organ viele wichtige Körperfunktionen wie etwa Wachstum und Reifung des Körpers. Stetig gibt die Schilddrüse dafür eine bestimmte Menge an den beiden Schilddrüsenhormonen T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) ins Blut ab. In bestimmten Situationen kurbelt sie die Produktion der Hormone weiter an, da der Stoffwechsel dann mehr Energie benötigt. Das kann beispielsweise beim Wachstum, während einer Schwangerschaft oder bei Kälte der Fall sein. Liegt jedoch eine Stoffwechselstörung aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung vor, dann hat dies Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt es beispielsweise zu einer Überproduktion der Hormone. Im Gegensatz dazu produziert der Körper bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu wenig davon. Letztere kann zum Beispiel zu häufigem Frieren führen. Dauerhaft kalte Füße können deshalb ein Anzeichen dafür sein, dass Betroffene unter einer Unterfunktion leiden. Zusätzlich kann es zu einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut kommen. Treten diese Beschwerden in Kombination mit einer Konzentrationsschwäche oder allgemeinen Müdigkeit auf, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und Ihre Schilddrüse untersuchen lassen.

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Schilddrüsenunterfunktion: Symptome und Behandlung

In Deutschland leidet jeder dritte Erwachsene unter einer Schilddrüsenunterfunktion. Dabei tritt sie am häufigsten in Folge einer Hashimoto-Erkrankung auf. Bei der Autoimmunerkrankung ist die Schilddrüse chronisch entzündet und wird vom eigenen Körper angegriffen. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich außerdem in verschiedenen Symptomen zeigen. Neben Kälteempfindlichkeit können folgende Beschwerden auf die Krankheit hinweisen:

  • Müdigkeit
  • Ungeklärte Gewichtszunahme
  • Konzentrationsprobleme und nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Antriebslosigkeit
  • Niedriger Blutdruck
  • Erhöhter Cholesterinspiegel

Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, dann lässt sich diese in der Regel mithilfe von Medikamenten behandeln. Durch die tägliche Einnahme von Hormontabletten wird das fehlende körpereigene Thyroxin ersetzt. Patienten sollten Schilddrüsentabletten allerdings weder mit Kaffee noch mit Mineralwasser einnehmen, da hier Wechselwirkungen möglich sind.

Schilddrüsenunterfunktion: Elf Lebensmittel können bei Hashimoto helfen

Rote Paprika
Hashimoto-Patienten sollten vor allem auf entzündungshemmende Lebensmittel setzen. Paprika zählt zu den Gemüse- und Obstsorten, die Vitamin C (Ascorbinsäure) enthält. Auch Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl, Fenchel, Sanddorn, Hagebutte, Kiwi, schwarze Johannisbeeren und Zitrusfrüchte eignen sich gut. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/Imago
Olivenöl wird aus einer Karaffe getropft.
Pflanzenöle wie Olivenöl, aber vor allem auch Weizenkeimöl und rotes Palmöl liefern Vitamin E und sind deshalb bei Hashimoto empfehlenswert. Es handelt sich zudem um Antioxidantien, die recht hitzebeständig sind.  © zidi/Panthermedia/IMAGO
Äpfel
Bei Hashimoto sind Gemüse- und Obstsorten in den Farben rot, blau oder violett besonders empfehlenswert. Dazu zählen Äpfel, Beeren, Granatäpfel, Kirschen und Pflaumen. Sie enthalten Polyphenole. Diese Antioxidantien kommen besonders in den Blättern von Pflanzen vor. Auch Oliven und Olivenöl, Soja, Getränke wie Grüntee, Kaffee, (dunkler) Kakao, Rotwein und viele Gewürze wie Oregano, Zimt enthalten sie. © Francis Joseph Dean/Dean Picture/IMAGO
Eine Kiste mit roten Tomaten
Neben Papaya, Grapefruit, Karotten, Feldsalat, Grünkohl und Wassermelonen liefern auch Tomaten Carotinoide wie Lycopin und Beta-Carotin. Sie zählen ebenfalls zu den Antioxidantien. Reife Tomaten enthalten viel Lycopin, Dosentomaten und Tomatenmark sogar noch wesentlich mehr. © Maksim Konstantinov/IMAGO
Ananas liegt auf Untergrund
Ananas enthält Bromelain, das nicht nur entzündungs-, sondern auch gerinnungshemmend ist.  © YAY Images/IMAGO
Löffel mit Kurkuma.
Kurkuma (Gelbwurz) und Currypulver liefern Curcumin. Es hilft nicht nur bei Hashimoto, sondern insbesondere auch bei Arthrose, da es schmerzlindernd ist. Es soll zudem auch Krebs hemmen.  © Hans-Joachim Schneider/IMAGO
Chillischoten
Chili- und Paprikaschoten enthalten Capsaicin. Dabei handelt es sich um ein in verschiedenen Paprikasorten natürlich vorkommendes Alkaloid, das schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirkt. © Georg Schierling/IMAGO
Eine Hand hält einen Bund Hagebutten.
Hagebutte, die ganze Frucht als Pulver – nicht im Hagebuttentee, liefert Galaktolipide. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung. Allerdings sind sie fettlöslich und zerfallen bei Erhitzen über 40 Grad. Als Marmelade haben die Hagebutten deshalb weniger heilende Eigenschaften. © F. Hecker/Imago
Frau füllt eine Tüte mit Walnüssen.
Walnüsse enthalten neben Leinsamen, Leinöl, Chia-Öl, Walnussöl, Rapsöl sowie verschiedenen Fischarten (z.B. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle) Omega-3-Fettsäuren. Diese wirken entzündungshemmend und sind deshalb gerade für Hashimoto-Patienten essenziell. Zudem können sie bei bei regelmäßiger Einnahme nachweislich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.  © David Munoz/IMAGO
Ein Bauer zeigt auf einem Markt einem Kunden Knoblauch in seiner Hand.
Knoblauch und Zwiebeln enthalten Sulfide und wirken antibaktierell und gefäßschützend. © Liang Sen/IMAGO
Mandeln
Mandeln wirken ebenfalls entzündungshemmend und liefern neben anderen Lebensmitteln Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Zink, Eisen, Selen. Diese erhalten Sie auch über dunkles Kakaopulver, Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Sesam, Vollkorngetreide, Kürbiskerne, Spinat, Beerenobst, Geflügel, Lachs, Leber und dunkelgrünes Blattgemüse. © IMAGO/Alex Salcedo

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © A. Tamboly/IMAGO

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