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Schlaganfall: Anzeichen und Risikofaktoren, die Sie kennen sollten

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Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 200.000 Menschen einen Infarkt im Gehirn. Wie kommt es zu einem Schlaganfall, welche Signale gibt der Körper?

Schlaganfälle überkommen Betroffene gefühlt plötzlich, Vorwarnungen gibt es kaum. Ausgelöst werden die Anfälle im Gehirn durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung – Risikofaktoren sind hoher Blutdruck und hoher Cholesterinspiegel. Eine schnelle Behandlung ist wichtig und entscheidend für die Tragweite der Folgen. Je länger der Schlaganfall unbehandelt bleibt, desto größer sind die Areale im Hirn, die absterben. Und umso wahrscheinlich ist, dass der Patient mit lebenslangen Behinderungen zu kämpfen hat oder sogar stirbt. Ein Drittel der Schlaganfallpatienten stirbt innerhalb eines Jahres an den Folgen. Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Schlaganfall: Diese Anzeichen des Gehirninfarkts sollten Sie kennen

Kopfschmerzen, Schwindel sowie Gleichgewichtsstörungen können Vorboten eines Schlaganfalls sein. Dann heißt es, schnell reagieren und den Notarzt rufen.(Symbolbild)

Das Wort „Schlaganfall” gebrauchen wir für viele verschiedene Erkrankungen. Die Rede ist auch von einem sogenannten Apoplex, einer Apoplexie, einem Hirninsult oder einem Hirninfarkt. Schlaganfälle haben häufig verschiedene Verläufe. Auch die Therapie ist dementsprechend bei verschiedenen Arten von Schlaganfällen unterschiedlich. 

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Schlaganfall durch Ernährung vermeiden: Zehn Lebensmittel schützen vor gefährlichem Gefäßverschluss

Nüsse bremsen die Arterienverkalkung.
Nüsse bremsen die Arterienverkalkung. Sie enthalten Ballaststoffe, Magnesium, mehrfach ungesättigte Fette, Vitamin E und Antioxidantien – alles Bestandteile, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Vor allem in Mandeln, Hasel- und Erdnüssen ist reichlich Vitamin E enthalten, das die Aufnahme der schädlichen LDL-Fettpartikel im Blut verhindert und so vor Arteriosklerose schützt. (Symbolbild) © Achim Sass/Imago
Spinat ist reich an Folsäure, das vor Arterienverkalkung schützt.
Spinat ist reich an Folsäure, die vor Arterienverkalkung schützt. Es enthält viel Vitamin D und E, welche die Aufnahme des schlechten LDL-Cholesterin verhindert, wodurch weniger Ablagerungen entstehen und die Arterien nicht verengt werden. (Symbolbild) © Vitalina-Rybakova/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Laut „Deutscher Herzstifung“ senkt Olivenöl nachweislich das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose, ebenfalls vermindert wird. Die Gefahr, an einer Herzkranzgefäßerkrankung zu erkranken, reduziert sich erwiesenermaßen. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago
Zwiebel und Knoblauch wirken als natürliche Gefäßputzer, da ihre enthaltenen Öle Arteriosklerose vorbeugen.
Zwiebel und Knoblauch geben unseren Gerichten nicht nur den nötigen Pfiff, sie wirken auch als natürliche Gefäßputzer, da ihre enthaltenen Öle Arteriosklerose vorbeugen. Vor allem Knoblauch kann das Herz gesund halten: Die Knolle regt die Stickstoffproduktion im Körper an und verbessert dadurch die Dehnbarkeit und Elastizität unserer Arterien. (Symbolbild) © YAY Images/Imago
Omega-3-Fettsäuren in Zucht- und Wildlachs verhindern die Bildung von Blutgerinnseln und verhindern Arterienverkalkung.
Der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Zucht- und Wildlachs verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und wirkt der Plaques-Bildung an den Wänden der Arterien entgegen. (Symbolbild) © foodandmore/Imago
Avocados enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche die Zellen elastisch halten und verhindern, dass die Arterien verstopfen.
Laut „Medical Tribune“ reduziert der Verzehr von Avocado schädliche Lipoproteine. Avocados enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche die Zellen elastisch halten und verhindern, dass die Arterien verstopfen. Also ruhig öfters mal Guacamole auf den Speiseplan nehmen, den auch hierzulande beliebten Avocado-Dip der mexikanischen Küche. (Symbolbild) © Artjazz/Imago
Besonders Red Delicious oder Granny Smith-Äpfel enthalten sogenannte Procyanidine, die Blutgerinnseln und Arterienverkalkung vorbeugen.
Besonders Red Delicious oder Granny Smith-Äpfel enthalten sogenannte Procyanidine. Das sind Stoffe, die die Fähigkeit besitzen, Blutgerinnseln vorzubeugen. Darüber hinaus können sie auch die Arterien elastisch halten und stärken. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Vor allem rote Grapefruits können erhöhte Blutfettwerte, ein Hauptrisiko für das Entstehen von Arteriosklerose dar, senken.
Grapefruits sind nicht nur reich an Vitamin C, sie helfen auch beim Abnehmen. Zudem haben israelische Forscher herausgefunden, dass vor allem rote Grapefruits stark erhöhte Blutfettwerte positiv beeinflussen können. Erhöhte Blutfettwerte stellen ein Hauptrisiko für das Entstehen von Arteriosklerose dar, so die „Deutsche Apotheker Zeitung“. (Symbolbild) © Lubo Ivanko/Imago
Anthocyane der Heidelbeere sollen die Gefäße elastisch halten und so vor Arterienverkalkung schützen.
Blaubeeren gehen immer, als Dessert oder Snack zwischendurch – vor allen Dingen, weil sie durch ihre sekundären Pflanzenstoffe, die sogenannten Flavonoide, freie Radikale im Körper unschädlich machen. Anthocyane, die Wirkstoffe der Heidelbeere, sollen Entzündungen im Körper entgegenwirken, die Gefäße elastisch halten und so vor Arterienverkalkung schützen. (Symbolbild) © Larissa Veronesi/Imago
Grüner Tee enhält Procyanidine, das die Elastizität der Arterien steigert.
Wie Äpfel enthält auch grüner Tee Procyanidine, das die Elastizität der Arterien steigert und den Sauerstoff sowie die Nährstoffe besser zu den Geweben, Muskeln und Organen transportieren kann. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

Jeder Schlaganfall hat aber den gleichen Auslöser: Im Gehirn fallen einzelne Funktionen aus. Ärzte sprechen von einem „vollendeten Schlaganfall”, wenn der Ausfall länger als einen Tag auftritt. Zu diesem Zeitpunkt sind schon bleibende Gehirnschäden entstanden, denn Teile des Gehirns waren zu lange ohne Sauerstoff. Bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten kann Gehirngewebe absterben. Deswegen ist es wichtig, sofort notärztliche Hilfe zu bekommen. 

Kürzere Ausfälle heißen „transitorisch ischämische Attacke”, kurz TIA. Sie sind meistens weniger gefährlich, als die längeren Anfälle. Trotzdem sollten Sie sie sehr ernst nehmen: Oftmals sind sie Vorboten eines zukünftigen Schlaganfalls. 

Warum fallen Gehirnfunktionen überhaupt aus? In circa 80 Prozent der Fälle liegt dies an einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Beim sogenannten Hirninfarkt kommt es zu einem Gefäßverschluss – entweder aufgrund einer Verkalkung der Arterie oder durch einen Blutpfropf (Thrombus). Das Blut kann nicht mehr zu allen Gehirnarealen durchdringen und ohne das nötige Blut kommt es dort zum Funktionsausfall. 

Seltener sind Hirnblutungen Auslöser des Schlaganfalls. Sie entstehen, weil Blutgefäße im Gehirn platzen. Auch das führt zu einer geringeren Durchblutung. Zusätzlich schädigt das Blut, das unter hohem Druck austritt, umliegende Gefäße. 

Schlaganfall: Symptome erkennen und Notruf absetzen

Diese Symptome sind mögliche Zeichen eines Schlaganfalls und treten meist ganz plötzlich auf:

  • Schwindel
  • Sehr starke Kopfschmerzen
  • Probleme beim Gehen
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen
  • Verständnisstörungen
  • Lähmung oder Taubheitsgefühle

Die  Symptome kommen häufig nur auf einer Körperhälfte vor. Haben Sie den Verdacht, dass jemand in Ihrem Umfeld gerade einen Schlaganfall hat? Dann rät die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum „FAST-Test”.

Schlaganfall: Einfacher Test kann Verdacht bestätigen

Beim Verdacht auf einen Schlaganfall prüfen Sie:

  • F für „Face“ (Gesicht): Kann die Person lächeln, wenn Sie sie darum bitten? Hängt ein Mundwinkel herab? Das deutet auf eine einseitige Lähmung hin.
  • A für „Arms“ (Arme): Kann die Person beide Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen? Sinkt ein Arm oder dreht er sich, spricht das für eine Lähmung.
  • S für „Speech“ (Sprache): Sagen Sie einen einfachen Satz vor und bitten Sie die Person, ihn zu wiederholen. Achten Sie darauf, ob die Stimme verwaschen klingt – das spricht für eine Sprachstörung.
  • T für „Time“ (Zeit): Rufen Sie sofort die 112 und informieren Sie den Notdienst über die Symptome. Ein Schlaganfall kann auch vorliegen, wenn nur eines der Symptome zutrifft. 

Aber: Auch wenn Sie den Test machen und die betroffene Person alle Aufgaben ohne Probleme absolviert, kann sie doch bereits einen Schlaganfall gehabt haben. Beobachten Sie also andere Symptome, rufen Sie dennoch sofort den Notarzt.

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Schlaganfall Symptome
Diagnose Schlaganfall – je eher er entdeckt wird, umso besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen für den Patienten. Es gibt vier typische Symptome, mit denen Ärzte, aber auch Angehörige prüfen können, ob jemand kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. © picture-alliance / dpa
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief.
Lächeln: Schlaganfall-Patienten können oft nicht mehr richtig lachen, der Mund wird schief. © dpa
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall.
Sprechen: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meistens keine zusammenhängenden Sätze mehr formulieren. Wer also stottert und sprachliche Probleme hat, hat möglicherweise einen Schlaganfall. © dpa
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken.
Arme: „Heben Sie doch einmal beide Arme nach oben!“ Wer einen Schlaganfall erlitten hat, kann meist nicht mehr selbstständig beide Arme in die Höhe strecken. © picture alliance / dpa / Armin Weigel
Schlaganfall
Zunge: „Zeigen Sie mal Ihre Zunge.“ Das Herausstrecken funktioniert nicht mehr richtig, die Zunge ist gekrümmt und wandert von einer Seite zur anderen. © dpa
Schlaganfall
Risiko-Faktoren und mögliche Auslöser für einen Schlaganfall: Bluthochdruck, Herzkrankheiten besonders Vorhofflimmern, Bewegungsmangel, Diabetes, Rauchen, Übergewicht. © dpa
Schlaganfall
Faktoren, die sich naturgemäß nicht beeinflussen lassen, sind das Alter, Geschlecht (Männer sind gefährdeter) und schlicht die Veranlagung. © dpa

Schlaganfall: Akutversorgung, Behandlung und Therapie

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall bringt der Rettungsdienst den Betroffenen direkt ins Krankenhaus, wenn möglich zu einer sogenannten Stroke Unit. So heißen Stationen, die in Kliniken auf Schlaganfälle spezialisiert sind. Im Krankenhaus wird nun als Erstes nach der Ursache gesucht – dafür werden Computer- und Magnetresonanztomografien eingesetzt. 

Wird ein Hirninfarkt diagnostiziert, muss die Durchblutung so schnell wie möglich wieder in Gang gebracht werden. Dafür lösen Ärzte die Blutgerinnsel durch Medikamente auf (Thrombolyse) oder entfernen sie operativ mit einem Katheter (Thrombektomie). Nicht bei allen Patienten können diese Verfahren angewenden werden. Außerdem ist das Zeitfenster für die Behandlung klein. 

Ist der Grund für den Schlaganfall dagegen eine Blutung im Hirn, muss in der Akutversorgung die Blutung gestoppt werden. In manchen Fällen entfernen die Spezialisten auch das angestaute Blut operativ, damit es nicht weiter Druck auf die umliegenden Gehirnteile ausübt. 

Schlaganfall: So verläuft eine Apoplexie

Der Krankheitsverlauf nach dem Schlaganfall unterscheidet sich sehr und ist auch abhängig von dem Verursacher der Apoplexie und dem Alter des Betroffenen. Die meisten Patienten überleben den ersten Schlaganfall zunächst. Jeder Zweite erleidet allerdings innerhalb der folgenden fünf Jahre einen weiteren Schlaganfall – das Risiko ist innerhalb der ersten Monate besonders hoch. Einer von fünf Patienten überlebt die ersten vier Wochen nicht. 

Bei vielen Menschen bleiben Lähmungen und Behinderungen zurück, die sich nur zum Teil zurückbilden können. Inwiefern der Körper beeinträchtigt ist, hängt von der Hirnregion ab, die durch den Schlaganfall in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Allerdings sind sie meistens jünger, wenn sie einen Schlaganfall haben. Deswegen überleben Männer den Hirninfarkt häufig eher als Frauen. 

Schlaganfall: Diese Risikofaktoren sind entscheidend

Folgende Risiken begünstigen einen Schlaganfall:

  • Bluthochdruck: Durch einen anhaltend zu hohen Blutdruck werden die Gefäße geschädigt und verkalken. So kommt es möglicherweise zu Gefäßverschlüssen. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gibt an, dass ein Schlaganfall bei Bluthochdruckpatienten auf fünfmal wahrscheinlicher geschätzt wird als bei Menschen mit normalem Blutdruck.
  • Erhöhte Cholesterinwerte: Das Blutfett Cholesterin lagert sich an Gefäßwänden ab. So wird die Durchblutung gehindert.
  • Diabetes mellitus: Diabetikern besteht ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Diabetes greift die Gefäße an und lässt sie verkalken.
  • Rauchen: Die Blutgefäße werden auch durch das Rauchen belastet. Nikotin sorgt dafür, dass sich Arterien verengen und der Blutdruck steigt.
  • Zu wenig Bewegung und Übergewicht können zu Erkrankungen führen, die Schlaganfälle begünstigen, wie Diabetes und Stoffwechselkrankheiten.
  • Alter: Mit steigendem Alter wächst die Schlaganfall-Wahrscheinlichkeit. Die Hälfte der Betroffenen sind 75 Jahre und älter.
  • Veranlagung: Wenn in Ihrem engen Verwandtenkreis Schlaganfälle – oder Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes – vorkommen, sind Sie stärker gefährdet. 

Wenn eine oder mehrere dieser Faktoren auf Sie zutreffen, beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Es ist sinnvoll, so früh wie möglich einem Schlaganfall vorzubeugen. Besonders wichtig ist das bei Menschen, die bereits einen ersten Schlaganfall oder eine transitorisch ischämische Attacke (TIA) hatten.

Leiden Sie unter erhöhtem Blutdruck, werden Ihnen wahrscheinlich blutdrucksenkende Medikamente verschrieben. Blutgerinnseln beugen Sie mit gerinnungshemmenden Medikamenten vor, soweit Sie zu einer der Risikogruppen gehören. Eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung lindern das Risiko für einen Schlaganfall ebenfalls.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa-tmn

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