VonAnnika Ketzlerschließen
Viele Hunde toben gerne im Schnee - und fressen ihn. Schlucken sie zu viel, können sie eine Schnee-Gastritis bekommen. Das kann im lebensgefährlich sein.
Hamm - Viele Menschen, vor allem Kinder, freuen sich, wenn Schnee fällt. Und auch Vierbeiner toben gerne im Schnee herum. Aber Hundebesitzer sollten vorsichtig sein. Denn was mit einem Herumtollen in einer schneebedeckten Landschaft beginnt, kann gefährlich für die Tiere werden. Viele Hunde nehmen nämlich immer wieder Schneebrocken auf, während sie ausgelassen spielen. Und einige von ihnen schlagen sich sogar den Bauch mit Schnee voll.
Schnee fressen kann für Hunde giftig sein – Behandlung und Abgewöhnung
Wie Dr. med. vet. Michael Koch vom Tiermedizinportal erklärt, reagieren Hunde unterschiedlich, wenn sie Schnee gefressen haben. „Einige haben selbst bei größeren Mengen Schnee keine Probleme, andere zeigen sehr schnell Symptome der sogenannten Schnee-Gastritis“, schreibt das Portal. Eine Schnee-Gastritis ist eine akute Magenschleimhaut-Entzündung, die mitunter folgende Symptome bei den Vierbeinern auslösen kann:
- Bauchschmerzen (angespannte Bauchdecke, aufgekrümmter Rücken)
- Durchfall (in schweren Fällen blutiger Durchfall)
- Gurgeln im Magen und/oder Darm
- Erbrechen
- Würgen
- Speicheln
- Husten
- Fieber
Und: Der eigentliche Schnee ist nicht der Auslöser für die Schnee-Gastritis. Denn Schnee ist oftmals verunreinigt mit Streusalz, Schmutz oder Split. Und gerade das sorgt dafür, dass die Magenschleimhaut der Vierbeiner gereizt wird.
Schnee fressen kann zu „akutem Nierenversagen“ führen
Gefährlich wird es nämlich, wenn sich im Schnee Streusalz befindet, das zusätzlich Frostschutzmittel enthält. „Dieses ist nicht nur giftig für die Hunde, sondern regt durch den besonderen Geruch und Geschmack dazu an, noch mehr Schnee zu fressen“, erklärt Koch. Und auch Findefix, das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, schreibt: Beinhaltet Streusalz zusätzlich noch Frostschutzmittel, ist das lebensgefährlich für den Hund, da Frostschutzmittel sehr schnell zu akutem Nierenversagen führen kann.“
Sollte der Hund sich durch das Fressen von Schnee bereits eine Schnee-Gastritis eingefangen haben, gibt das Portal hilfreiche Tipps. Bei einer leichten Schnee-Gastritis soll oft die bewährte Magen-Darm-Diät über ein paar Tage mit gekochtem Reis, Hüttenkäse und etwas Hühnerfleisch helfen. So könne sich der Magen-Darm-Trakt des Hundes wieder beruhigen. Außerdem ist es hilfreich, wenn das Trinkwasser des Hundes möglichst Zimmertemperatur hat. Medikamente sollten Besitzer ihrem Vierbeiner nur geben, wenn der Tierarzt diese ausdrücklich empfohlen hat. Wenn die Symptome schlimmer werden oder sich nicht bessern, sollte ein Tierarzt den Hund durchchecken.
Tipps, um dem Hund das Schneefressen abzugewöhnen
Lässt sich das Schneefressen beim Hund verhindern? Empfindliche und schnell anfällige Hunde sollten erst gar nicht zum Schneefressen animiert werden. Aus diesem Grund empfiehlt Dr. Michael Koch: „Keine Schneebälle werfen oder andere Fang- und Suchspiele im Schnee!“ Denn dabei nehmen die Hunde schnell und immer wieder Schneebrocken zu sich. Sollte das Tier besonders schneehungrig sein und nichts hilft, kann es ratsam sein, dem Tier im Winter zum Schutz einen Maulkorb anzulegen.
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