Haushalt-Tipps

Temperatur spielt wichtige Rolle: Sollte warmes oder kaltes Wasser in den Wasserkocher gefüllt werden?

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Das Benutzen des Wasserkochers ist kinderleicht. Dennoch kann eine spezielle Wassertemperatur nicht nur Energie sparen, sondern auch die Gesundheit schützen.

Kassel – Viele Haushalte besitzen einen Wasserkocher und er kommt nahezu täglich bei der Zubereitung von Tee oder Kaffee zum Einsatz. Ein Wasserkocher ist praktisch und spart Zeit. Wer ihn richtig nutzt, kann nicht nur Energie sparen, sondern auch den Geldbeutel entlasten.

Doch angesichts steigender Energiekosten denken Verbraucher noch häufiger über das Energiesparen nach – gerade, wenn Küchengeräte zu den großen Stromfressern im Haushalt gehören. Ein routinierter Handgriff steht nun auf dem Prüfstand: Ist es sinnvoll, beim Befüllen des Wasserkochers auch auf die Temperatur des Wassers zu achten, um effektiv Energie zu sparen?

Der Wasserkocher ist praktisch, um Wasser schnell zu erhitzen

Energie sparen: Kaltes Wasser im Wasserkocher ist meistens effizienter

Wasser mit dem Wasserkocher zu erhitzen ist energiesparender als mit dem Herd. Ob nun kaltes oder warmes Wasser die energie- und kostensparende Variante sei, könne nach Angaben der Verbraucherzentrale Berlin zwar nicht pauschal beantwortet werden, da es vom jeweiligen Heizsystem abhänge, oftmals sei aber kaltes Wasser zu bevorzugen. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Energieeffizienz: Moderne Wasserkocher können gezielt und effizient vor Ort die gewünschte Menge erhitzen. Warmwasser aus dem Boiler hingegen verliere schon beim Transportweg durch die Rohre einiges an Temperatur.
  • Wasserverbrauch: Wasser durchlaufen zu lassen, bis heißes Wasser aus der Leitung kommt, ist Wasserverschwendung. Ist das Wasser, das aus der Leitung kommt, warm, können Sie es direkt verwenden, ohne auf kaltes Wasser zu warten. Ausnahme: wenn Leitungen seit Längerem nicht genutzt wurden und das Wasser darin sich nicht bewegt, sollte das Wasser erstmal 30 Sekunden laufen. Keine und Schadstoffe könnten in das Wasser gelangen.
  • Bakterien und Keime: Kaltes Wasser birgt weniger Gesundheitsrisiken als warmes, da es weniger Schadstoffe aufnimmt.
  • Quelle: Verbraucherzentrale Berlin, Utopia.de

Trinkwasser hat wie Milch ein „Verfallsdatum“. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher generell kein abgestandenes Leitungswasser (Stagnationswasser) zum Zubereiten von Speisen und Getränken zu verwenden. Es könnten sich Inhaltsstoffe aus den Leitungen darin befinden.

Energie sparen: Wann eine Gesundheitsgefahr durch Warmwasser im Wasserkocher besteht

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Ist eine Solarthermie-Anlage vorhanden, sei laut Verbraucherzentrale warmes Wasser effizienter und energiesparender, da bereits vorgewärmtes Wasser zur Verfügung steht. Allerdings sei warmes Wasser aus der Leitung nicht ganz unbedenklich. Dem Umweltbundesamt zufolge hält sich das Wasser durch die Zirkulation im Warmwassersystem länger in den Rohren auf als kaltes Wasser. Dadurch lösen sich eher Schadstoffe wie Kupfer oder Blei aus den Leitungen.

Um Stromkosten zu sparen, wird manchmal auch gerne die Wassertemperatur der Boiler heruntergestellt, wovon Gesundheitsämter allerdings warnen. Ist die Temperatur unter 60 Grad, können sich Legionellen im Wasser bilden. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert, können die Bakterien beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen.

Energie sparen: Worauf Sie beim Wasserkocher achten sollten

So können Sie beim Wasserkocher noch Energie sparen:

  • Nur so viel Wasser füllen, wie nötig. Denn jeder Tropfen, der nicht gebraucht wird, sorgt für zusätzlichen Energieverbrauch.
  • Kalk vermindert nicht nur die Lebensdauer, sondern auch die Energieeffizienz des Geräts. Denn je verkalkter ein Wasserkocher ist, desto mehr Energie frisst er. Daher ist eine regelmäßige Entkalkung des Wasserkochers ratsam.
  • Schalten Sie bei einer geringen Wassermenge den Kocher früher ab – möglicherweise greift die Abschaltautomatik nicht.
  • Achten Sie beim Kauf eines Wasserkochers darauf, dass es eine geringe Mindestfüllmenge hat, ideal sind 0,25 Liter.
  • Quelle: co2online.de

Es gibt leicht umsetzbare Energiespartipps. Meist reichen schon kleine Maßnahmen und Änderungen der Gewohnheiten aus, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Sei es richtig zu lüften oder zu heizen oder den Standby-Modus bei Geräten zu vermeiden. (Vivian Werg)

Rubriklistenbild: © Aleksei Isachenko/ Imago

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