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Alina Schröderschließen
Bürgergeld-Empfänger treffen Schulden besonders hart. Unter bestimmten Voraussetzungen kann aber Hilfe beim Jobcenter beantragt werden.
München – In den letzten Jahren ist die Zahl der verschuldeten Menschen in Deutschland wieder gestiegen: Laut einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform trifft es jeden zwölften Erwachsenen (Stand: 2023). Besonders kritisch ist die Situation für Menschen, die dauerhaft Bürgergeld beziehen. Mietschulden können dabei schnell zur existenziellen Bedrohung werden. Doch die Bundesagentur für Arbeit bietet unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung an.
Bürgergeld-Empfänger bekommen bei Mietschulden keine Hilfe bei Fahrlässigkeit
Allerdings gelten strenge Regeln, wie das Portal gegen-hartz.de berichtet: Eine Hilfe ist ausgeschlossen, wenn die finanzielle Notlage „mutwillig, grob fahrlässig oder durch sozialwidriges Verhalten herbeigeführt wurde“. Bürgergeld-Empfänger sollten also verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen, um Schulden zu vermeiden.
Entstehen Mietschulden, sollte das Jobcenter so schnell wie möglich darüber in Kenntnis gesetzt werden. Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, einen Termin zu einem Beratungsgespräch zu vereinbaren, sobald sich Schwierigkeiten bei der Mietzahlung abzeichnen oder sogar die Kündigung der Wohnung droht.
Hilfe für Bürgergeld-Empfänger mit Mietschulden: Darlehen vom Jobcenter gibt es nur in Härtefällen
Wie gegen-hartz.de erläutert, besteht bei einer schriftlichen Kündigungsandrohung die Möglichkeit, unter Umständen ein Darlehen vom Jobcenter zu erhalten. Der Sozialrechtsexperte Dr. Utz Anhalt präzisiert auf dem Portal: „Das Jobcenter wird ein Darlehen bei einer drohenden Kündigung gewähren, nicht aber nach einer Kündigung oder einer abgeschlossenen Räumungsklage“.
Jedoch verleihen die Jobcenter laut gegen-hartz.de immer mehr Geld: So seien es im Jahr vor der Corona-Krise rund 73 Millionen Euro gewesen, vor zehn Jahren habe sich die Darlehenssumme noch auf rund 33 Millionen Euro belaufen. Ein Jobcenter-Chef äußerte kürzlich einen Plan, um Bürgergeld-Empfänger wieder zur Arbeit zu bringen – und sorgt damit für viel Diskussion. Doch auch in der Rente können Schulden das Existenzminimum bedrohen. (BeBau)
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