Invasives Tier

Waschbär am Vogelhaus: So vertreiben Sie ihn

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Wenn am Morgen das Vogelfutter geplündert ist, waren nicht zwingend Amsel oder Meise am Werk. Immer öfter vergreifen sich auch Waschbären an dem willkommenen Snack. Was Sie dagegen tun können.

In Deutschland leben immer mehr Waschbären: Etwa 1,3 Millionen sollen es laut Tagesspiegel sein. Auch wenn die Säugetiere äußerst putzig sind, gelten sie als invasiv und bedrohen andere Tierarten, da sie deren Nahrung fressen. Weil sie nachtaktiv sind, bekommt man Waschbären jedoch nicht sehr oft zu sehen; oftmals hinterlassen sie auf der Suche nach Nahrung nur eine Spur der Zerstörung. Auch vor Vogelhäusern und dem selbigen Futter machen die kleinen Rabauken keinen Halt. Hier lesen Sie, was Sie dagegen tun können.

Waschbären fressen alles, auch Vogelfutter

Waschbären sind flexibel, was ihre Mahlzeiten betrifft.

Weichtiere, Fische, Vögel, aber auch Müllreste wie Pizzaränder, Eierschalen und sogar Aas – Waschbären sind die Tigerhaie unter den Säugetieren. Die drolligen Allesfresser verirren sich auch immer häufiger in Gärten und Garagen, wo sie – gerade im Winter – nach Schutz und einem Ruheort suchen. Denn sie halten keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Das heißt, dass sie sich zwar eine Fettreserve anfuttern und den Winter in Baumhöhlen verbringen, bei Dämmerung allerdings weiter auf Nahrungssuche gehen.

Wer ist wer? Zehn Vögel am Futterhäuschen, die viele Menschen nicht kennen

Eine Haubenmeise (Parus cristatus) sitzt im Winter auf einem Ast.
Die Haubenmeise (Parus cristatus) ist an ihrer Punkfrisur recht leicht zu erkennen. © imagebroker/Imago
Drei Stieglitze ( Carduelis carduelis ) am Futterspender
Er ist kein Model, aber er sieht gut aus: Der Distelfink (Carduelis carduelis) oder Stieglitz ist mit seinem gelben Flügelstreif unverkennbar. © Manngold/Imago
Zwei Eichelhäher im Schnee (Garrulus glandarius)
Die nicht gerade kleinen Eichelhäher (Garrulus glandarius) sind mit ihren blau schillernden Flügelfedern sehr auffällig.  © McPHOTO/Imago
Ein Zaunkönig (Troglodytes troglodytes / Nannus troglodytes) auf einem Ast
Schwänzchen in die Höh‘? Dann handelt es sich um einen Zaunkönig (Troglodytes troglodytes). © UIG/Imago
Goldammer (Emberiza citrinella) auf einem Holzpfosten
Die männliche Goldammer (Emberiza citrinella) ähnelt oft einem entflogenen Kanarienvogel. © Shotshop/Imago
Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) auf einem Ast mit Schnee
Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) ist ein ziemlicher Raufbold, der sich am Futterhaus energisch Platz verschafft. © BIA/Imago
Grünfink (Chloris chloris), Männchen
Er ist meist laut und leuchtend grün-gelb: Der Grünfink (Chloris chloris) tritt am Futterhaus recht dominant auf. © BIA/Imago
Ein Kleiber (Sitta europaea) frisst aus einer Hand.
Der Kleiber (Sitta europaea) ist häufig zu sehen, aber vielen unbekannt. Man erkennt ihn gut daran, dass er kopfüber klettern kann. © McPHOTO/Imago
Grünspecht (Picus viridis) frisst an Apfel.
Nein, der Grünspecht (Picus viridis) ist kein exotischer Papagei. Aber da er als Nahrung Ameisen bevorzugt, sieht man ihn oft am Boden. © Jürgen Kosten/Imago
Männlicher Erlenzeisig (Spinus spinus) an halbierter Kokosnussschale
Der Erlenzeisig (Spinus spinus) sitzt gern in – genau – Erlen. Aber er ist im Schwarm auch in Birken und beim Futterspender anzutreffen. © imagebroker/Imago

So halten Sie Waschbären vom Vogelfutter ab

Doch vor allem Vögel sind besonders im Winter auf zusätzliche Nahrung angewiesen. Denn Insekten und Weichtiere finden sie nicht, weshalb Sie mit einem Futterspender nachhelfen können. Doch auch, wenn diese an Ästen mehrere Meter über dem Boden hängen, kann der Waschbär, der ein begabter Kletterer ist, die Stellen erreichen. So können Sie ihn davon abhalten:

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  • Für die Katzen-Abwehr hat sich laut NDR.de ein sogenannter Katzen-Abwehr-Gürtel bewährt. Dieser findet auch bei Waschbären Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Drahtgestell, das am Baumstamm in einer Höhe von etwa 2,5 Meter angebracht wird und die Tiere vom Hochklettern abhalten soll.
  • Nistkästen sollten Sie mit einem Holzriegel sichern. Einfluglöcher können mit einem Vorbau geschützt werden.
  • Es gibt auch Schutzgitter für Futtersäulen, die zwar Vögel durchlassen, aber Waschbären nicht ans Futter lassen.

Damit Waschbären sich gar nicht erst in Ihren Garten verirren, sollten Sie so gut es geht Ordnung schaffen und Essensreste direkt aufräumen.

Rubriklistenbild: © R. Mueller/Imago

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