Folgen ohne Therapie

Schilddrüsenunterfunktion kann das Herz schwächen – Risiko für Herzinfarkt ist nahezu doppelt so hoch

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Bereits eine leichte Schilddrüsenunterfunktion geht aufs Herz. Durch die kranke Schilddrüse ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu versterben, doppelt so hoch.

In Deutschland leiden ca. fünf von 100 Menschen an einer Schilddrüsenunterfunktion, der sogenannten Hypothyreose. Diese kleine endokrine Drüse bildet wichtige Hormone, die den Stoffwechsel des Körpers beeinflussen. Fehlt der Schilddrüse Jod zur Produktion ihrer Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion entwickeln, teils mit erhöhtem Risiko für Herzerkrankungen.

Schilddrüsenunterfunktion: Ohne Behandlung nimmt das Herz Schaden

Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann zu einer Herzmuskelschwäche und einem Herzinfarkt führen. (Symbolbild)

Es gibt sieben Warnsignale, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten und sogar zehn Anzeichen wie Augenzucken, die im Zuge einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten können. Beide Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Während allerdings bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Hälfte der Patienten nach einer Medikamententherapie geheilt ist, leiden Betroffene einer Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto trotz Therapie nicht selten weiterhin unter Beschwerden.

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Welche weitreichenden Folgen Schilddrüsenerkrankungen für den menschlichen Organismus haben können, ist Medizinern bekannt. Nicht nur schwere Ödeme und Depressionen können sich bei einer Schilddrüsenunterfunktion einstellen, auch das Herz ist aufgrund der fehlenden Hormonproduktion der Schilddrüse in Mitleidenschaft gezogen.

Bereits in einer Studie von 2018 konnten Kardiologen rund um Dr. Yu Ning der Capital Medical University in Peking den Zusammenhang Schilddrüsenunterfunktion und Herzkrankheit belegen. Die Forscher werteten dafür Daten auf Basis von 3.900 Studien aus. Im Rahmen der Untersuchungen wollten die Foscher der Frage auf den Grund gehen, ab welcher Beeinträchtigung der Schilddrüse welche Herzkrankheit am häufigsten auftritt. Die Auswertungen der Ergebnisse ergaben, dass Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion im Vergleich zu Patienten ohne Schilddrüsenerkrankung ein fast doppelt so hohes Risiko haben, durch eine Herzinsuffizienz oder einen Herzinfarkt zu versterben.

Schilddrüsenerkrankung: Gefahr einer Herzmuskelschwäche

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen löst im Grunde eine Kettenreaktion im Körper aus: Patienten zeigten im Zusammenhang mit der Schilddrüsenerkrankung einen verlangsamten Herzschlag. Daraus resultierte langfristig eine Herzmuskelschwäche und ein eingeschränkter Stoffwechsel, wodurch die Aufnahme von Nährstoffen wie Vitamine und Mineralien erschwert ist und zu Mangelerscheinungen führen kann.

Schilddrüse: Zehn jodhaltige Lebensmittel unterstützen das Organ

Milch in einem Glas
Um die Gesundheit der Schilddrüse zu stärken, braucht der Körper ausreichend Jod. Dieses steckt unter anderem in Milchprodukten. Vollmilch enthält beispielsweise 6 µg / 100 g Jod.  © Westend61/IMAGO
Hartkäse
Käse zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmitteln. Hartkäse hat zum Beispiel einen Jodgehalt von 20-40 µg / 100 g.  © Bernd Jürgens/IMAGO
Eier in einer Schale
Eier enthalten 10 µg / 100 g Jod. Neben Jodsalz können sie deshalb als zusätzliche Jodquelle dienen.  © CHROMORANGE/IMAGO
Spinat in einer weißen Schüssel
Spinat ist nicht nur ein kalorienarmes Gemüse, das den Körper mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen versorgt: Das grüne Blattgemüse enthält mit 12 µg / 100 g auch reichlich Jod, um die Schilddrüse vor Krankheiten zu schützen.  © Vitalina-Rybakova/IMAGO
Brokkoli in einer Schüssel
Brokkoli enthält 15 µg / 100 g Jod. Um Ihre Schilddrüse vor Erkrankungen zu schützen, empfiehlt es sich deshalb, das grüne Gemüse regelmäßig zu verzehren. ©  Alex9500/IMAGO
Erdnüsse in der Schale
Nüsse sind wichtige Jodlieferanten, die regelmäßig verzehrt werden sollten, um die Schilddrüse gesund zu halten. Erdnüsse haben beispielsweise einen Jodgehalt von 13 µg / 100 g. Es eignen sich aber auch Cashewkerne (10 µg / 100 g) oder Walnüsse (3 µg / 100 g). © I. Rozenbaum & F. Cirou/IMAGO
Seelachs auf einem Teller garniert mit zwei Zitronenscheiben
Seelachs zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmittel. Er enthält 200 µg / 100 g Jod, was der täglich empfohlenen Jodaufnahme entspricht. Wenn Sie regelmäßig Seefisch essen, tun Sie Ihrer Schilddrüse damit etwas Gutes. © blickwinkel/IMAGO
Zwei Kabeljau-Filets in einer Pfanne
Um Erkrankungen der Schilddrüse vorzubeugen, sollte mindestens einmal pro Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Neben Seelachs und Schellfisch eignet sich hier zum Beispiel auch Kabeljau, da er ausreichend Jod enthält.  © CSH/IMAGO
Garnelen am Spieß
Auch Garnelen zählen zu den Lebensmitteln, die reichlich Jod enthalten. Sie gehören zu den tierischen Lebensmitteln, die als zuverlässige Jodlieferanten gelten, um die Schilddrüse fit zu halten. © Karel Noppé/IMAGO
Essbare Algen in einer Schüssel
Essbare Algen sind vor allem aus der asiatischen Küche bekannt. Aufgrund ihres hohen Jodgehalts können sie sogar gesundheitsschädlich sein. Menschen, die unter einer Schilddrüsen-Erkrankung leiden, sollten deshalb beispielsweise keine auf Algen basierende Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. © Jiri Hera/IMAGO

Zudem ist eine Herzerkrankung beispielsweise aufgrund von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) – infolge eines erhöhten Cholesterinspiegel – häufig nachweisbar, wie es das Portal Internisten im Netz beschreibt. In seltenen Einzelfällen fielen Patienten sogar ins Koma aufgrund einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © YAY Images/Imago

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