Es kann teuer werden

Autobahn-Seitenstreifen: Was Ihnen beim unerlaubten Befahren droht

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Im Stau auf der Autobahn den Seitenstreifen nutzen? Das sollte man besser lassen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen die Nutzung erlaubt ist.

Es ist für viele Autofahrer eine allzu bekannte Situation: Man ist auf dem Weg in den Urlaub – oder auf der Rückreise – und gerät in einen Stau auf der Autobahn. Das Stresslevel geht dabei oft schnell nach oben. Dennoch ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Denn wenn die nächste Ausfahrt in greifbarer Nähe ist, könnte der Gedanke verlockend sein, den Seitenstreifen als Fahrspur zu nutzen. Dies ist jedoch verboten und kann teuer werden.

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Seitenstreifen auf der Autobahn: Nur für Pannen oder Notfälle

Gemäß §2 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist der Seitenstreifen (auch Standstreifen genannt) kein Teil der Fahrbahn. Er ist durch eine durchgezogene Linie auf der rechten Seite der Fahrbahn abgetrennt. Sein Hauptzweck besteht darin, Autofahrern bei einer Panne oder einem Notfall eine Ausweichmöglichkeit zu bieten. Ein stehendes Fahrzeug auf der Autobahn stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Daher muss ein Fahrzeug, das auf dem Standstreifen steht, mit einem Warndreieck gesichert werden.

Mit diesem Schild kann der Standstreifen auf der Autobahn als Fahrspur freigegeben werden – diese muss aufgrund des Rechtsfahrgebots dann auch genutzt werden.

In diesen Ausnahmefällen darf der Autobahn-Seitenstreifen befahren werden

Weil der Seitenstreifen kein Teil der Fahrbahn ist, darf man ihn auch nicht befahren. Es gibt nur wenige Ausnahmen:

  • Wenn der Standstreifen durch ein Verkehrsschild freigegeben wird. Dies ist meist auf stark befahrenen Autobahnabschnitten der Fall, auf denen häufig Stau droht. Die Freigabe erfolgt dann bei starkem Verkehr über sogenannte Prismenwender oder LED-Tafeln. In diesem Fall muss der Seitenstreifen als rechter Fahrstreifen genutzt werden, da in Deutschland das Rechtsfahrgebot gilt, wie der ADAC in einem YouTube-Video erklärt.
  • Die Polizei kann ebenfalls den Seitenstreifen freigeben, beispielsweise um den Verkehr an einer Unfallstelle vorbeizudirigieren.
  • Der Standstreifen darf auch befahren werden, wenn in einer Baustelle die reguläre Verkehrsführung geändert wurde und die temporären, gelben Leitlinien über den Seitenstreifen führen.

Autobahnen der Extreme: In Deutschland ist keine Strecke länger als die A7 – eine andere hört einfach auf

Autobahn A7 bei Hamburg.
Autobahn A7: Mit einer Länge von 962,2 Kilometern ist die A7 die mit Abstand längste Autobahn der Bundesrepublik und nach der Autovía 7 in Spanien auch die zweitlängste Fernstraße Europas. Die A7 führt von Flensburg-Handewitt bis ins südliche Bayern. Seit 2012 läuft der Ausbau der Schnellstraße auf acht Spuren.  © Lobeca/Imago
Stau auf der Autobahn A3 in der Nähe von Köln.
Autobahn A3: Mit 769 Kilometern Länge muss sich die Fernstraße der A7 knapp geschlagen geben. Dafür ist die A3 die meist befahrene Autobahn in Deutschland. Laut der Straßenverkehrszählung 2021 sind alleine zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Ost und dem Dreieck Köln-Heumar täglich mehr als 166.000 Autos unterwegs. © NurPhoto/Imago
Die Autobahn A1 in Richtung Fehmarn
Autobahn A1: Mit 749 Kilometern Länge ist die A1 nur etwas kürzer als die A3. Dafür dürfte es sich wohl um eine der längsten Baustellen Deutschlands handeln. Im Vergleich zur A1 wirken die 14 Jahre Bauzeit des BER wie ein Augenzwinkern. Denn der erste Spatenstich für die Autobahn wurde 1934 getätigt. Fast 80 Jahre später klafft in der Eifel immer noch eine 25 Kilometer lange Lücke. Wann diese geschlossen wird ist unklar. © Panthermedia/Imago
Fahrzeuge sind auf der Autobahn 4 in Höhe des Rasthofes Frechen in Richtung Köln und Olpe unterwegs.
Autobahn A4: 583 Kilometer Länge reichen für Platz vier im Ranking der längsten Autobahnen. Doch die A4 zeichnet sich auch durch ein besonders hohes Nebelrisiko auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Aachen und Köln aus. Am 20. Dezember 1987 musste die Strecke nach dem Aufkommen einer Nebelbank mit Sichtweiten von weit unter 30 m erstmals voll gesperrt werden. Inzwischen wurde dort eine Nebelwarnanlage installiert. © Mangold/Imago
Vor der Ausfahrt Köln-Rodenkirchen hat sich auf der Autobahn A555 in Fahrtrichtung Köln ein erheblicher Stau gebildet.
Autobahn A555: Mit grade einmal 18 Kilometern Länge zählt die Fernstraße zwischen Köln und Bonn zu den kürzeren Strecken. Doch historisch ist die A555 von größter Bedeutung, denn es ist die erste und älteste Autobahn der Bundesrepublik. 1932 wurde die Schnellstraße vom damaligen Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Sie trägt bis heute zudem den Spitznamen Diplomatenrennbahn. © Future Iamge/Imago
Seitenstreifen eines A8-Teilstücks freigegeben.
Autobahn A831: Die mit Abstand kürzeste Fernstraße befindet sich in Baden-Württemberg und trägt die Bezeichnung A831. Sie ist grade einmal 2,3 Kilometer lang und besitzt fünf Ausfahrten. Die Autobahn startet und endet in Stuttgart.  © Marijan Murat/dpa
Frankfurter Kreuz der Autobahn A5.
Autobahn A5: Mit 440 Kilometern ist die A5 verhältnismäßig kurz. Dennoch ist eine der meist befahrenen Straßen Hessens. Künftig könnte sie auch eine von Deutschlands breitesten Autobahnen sein, denn in der Nähe von Frankfurt ist ein Ausbau auf zehn Spuren geplant. Das Projekt ist jedoch sehr umstritten. © Schöning/Imago
Baustelle A 49.
Autobahn A49: Ähnlich wie die A1 ist auch die A49 in Hessen noch im Bau. Zudem stellt sie den am seltensten befahrenen Autobahnabschnitt. Bei Ansbrach wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung 2021 grade einmal 819 Auto pro Tag gezählt.  © Uwe Zucchi/dpa
Stau auf der A114.
Autobahn A114: Auf dieser Fernstraße brauchten die Autofahrer bis zum Oktober 2022 starke Nerven. Satte 95 Prozent (15 von 16 Kilometern) der A114 Kilometer waren Baustelle. Inzwischen ist die Autobahn im Nordosten Berlins wieder komplett befahrbar. Überraschenderweise fielen die Baukosten sogar niedriger aus als zunächst geplant. © Soeren Stache/dpa
Kochertalbrücke der Autobahn A6 über das Kochertal.
Autobahn A6: Die A6 ist wohl eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen und das über die deutschen Grenzen hinaus. In dieses Ranking hat sie es aber nicht wegen ihrer Länge von 484 Kilometer geschafft, sondern wegen der Kochertalbrücke. Dabei handelt es sich nämlich um Deutschlands höchste Autobahnbrücke. In 185 Metern Höhe verläuft die A6 über 1,1 Kilometer durch das Kochertal. Damit ist sie 27 Meter höher als die Moseltalbrücke auf Platz zwei. © Arnulf Hettrich/Imago

Nicht nur das Befahren, sondern auch das Halten und Parken auf dem Seitenstreifen ist verboten. Bei Verstößen drohen folgende Bußgelder und Punkte in Flensburg:

TatbestandBußgeld/Punkte in Flensburg
Seitenstreifen verbotswidrig befahren55 Euro
Seitenstreifen verbotswidrig befahren mit Behinderung anderer70 Euro
Seitenstreifen verbotswidrig befahren mit Gefährdung anderer80 Euro
Seitenstreifen verbotswidrig befahren und Unfall verursacht100 Euro
Seitenstreifen zum schnelleren Vorankommen genutzt75 Euro + 1 Punkt
Seitenstreifen zum schnelleren Vorankommen genutzt und andere gefährdet90 Euro + 1 Punkt
Seitenstreifen zum schnelleren Vorankommen genutzt und Unfall verursacht110 Euro + 1 Punkt

Das unerlaubte Halten oder Parken auf dem Autobahn-Seitenstreifen ist zwar gefährlich, aber mit Bußgeldern in Höhe von 10 beziehungsweise 25 Euro verhältnismäßig günstig. Teuer wird es hingegen, wenn man auf der Autobahn wendet und den Standstreifen in falscher Richtung befährt, beziehungsweise dort rückwärtsfährt.

TatbestandBußgeld/Punkte in Flensburg
Befahren des Seitenstreifens in falscher Richtung130 Euro + 1 Punkt
Befahren des Seitenstreifens in falscher Richtung mit Gefährdung anderer160 Euro + 1 Punkt
Befahren des Seitenstreifens in falscher Richtung und Unfall verursacht195 Euro + 1 Punkt
Rückwärtsfahren auf dem Seitenstreifen130 Euro + 1 Punkt
Rückwärtsfahren auf dem Seitenstreifen mit Gefährdung anderer160 Euro + 1 Punkt
Rückwärtsfahren auf dem Seitenstreifen und Unfall verursacht195 Euro + 1 Punkt

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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