VonRobin Dittrichschließen
Laut einer Faustregel sollten von Oktober bis Ostern Winterreifen montiert werden. Der TÜV warnt jedoch davor, die Reifen selbst zu wechseln.
Kassel – Viele Autofahrer wollen sich die meist 30 bis 50 Euro für einen Wechsel der Winterreifen sparen. Statt in die Werkstatt zu fahren, werden die Reifen deshalb selbst draufgezogen. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden, sagen TÜV sowie ADAC.
TÜV warnt vor dem eigenständigen Wechsel der Winterreifen
Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen unterwegs sein möchte, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, darf allerdings nur mit Winterreifen fahren. Selbiges gilt auch in Österreich, wobei dort in einigen Regionen eine Winterreifenpflicht vorgeschrieben ist. „Autobesitzer, die sparen und die Umrüstung in Eigenregie machen wollen, sollten dabei einige technische Besonderheiten und Empfehlungen beachten“, rät Thomas Salzinger vom TÜV Süd.
Bevor bei den Reifen Hand angelegt wird, sollte auf Beschädigungen, die Profiltiefe sowie das Alter geachtet werden. Der TÜV-Fachmann warnt: „Bei Winter- oder Ganzjahresreifen sollten noch mindestens vier Millimeter Profiltiefe vorhanden sein, sonst wird es kritisch bei Nässe, Schnee oder Schneematsch.“ Ist noch genügend Profil vorhanden, sollten die Reifen mit dem höheren Restprofil an die Hinterachse montiert werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass alle Reifen vom selben Hersteller kommen, „alles andere ist nicht ratsam.“
Das richtige Werkzeug für den Wechsel der Winterreifen
Das gleiche Modell sowie eine ähnliche Profiltiefe können insbesondere bei Extremsituationen wie abrupten Ausweichmanövern oder einer Vollbremsung entscheidend sein. „Zumindest achsenweise sollten Modell und Verschleiß identisch sein“, empfiehlt Thomas Salzinger. Werden Risse erkannt oder fühlt sich die Reifenoberfläche spröde an, ist es an der Zeit für neue Winterreifen. Sind die Reifen noch gut genug, gibt der ADAC Tipps für den perfekten Wechsel.
7 Tipps zum Reifenwechseln beim Auto:
- Zeit: Genügend Zeit für die Montage einplanen
- Werkzeug: Das nötige Werkzeug bereitlegen
- Sicherheit: Den Reifenwechsel nur auf ebenem, festen Untergrund vornehmen, einen stabilen Wagenheber verwenden und den Wagen gegen Wegrollen sichern
- Drehmoment: Für den Wechsel die Angaben im Bordbuch beachten, darin findet man auch das erforderliche Drehmoment zum Anziehen der Räder – die meisten Modelle liegen um die 120 Newtonmeter
- Radbolzen: Auf die Länge der Radbolzen achten
- Luftdruck: Nach der Montage den Reifendruck kontrollieren, nach etwa 50 Kilometern die Verschraubung nochmals überprüfen und Schrauben gegebenenfalls nachziehen
- Probefahrt: Nach dem Wechsel eine längere Probefahrt machen – gibt es dabei Vibrationen im Lenkrad oder beim Bremsen, kommt man nicht um einen Werkstattbesuch herum
Für einen Wechsel der Winterreifen werden ein stabiler Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz, Drahtbürste, Schachtel für Schrauben sowie Schlüssel für das Felgenschloss und ein Drehmomentschlüssel, falls vorhanden. Sind die Radschrauben und -muttern geprüft, kann es weitergehen. Sind die Gewinde und die Auflageflächen rostig, kommt die Drahtbürste zur Reinigung ins Spiel. Ist die Vorbereitung gemacht, geht es an den Wechsel – dieser wird vom ADAC beschrieben.
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