Abnehmen mit Medikamenten

Wirkstoff Semaglutid in Diabetes-Medikament könnte auch Appetit auf Alkohol dämpfen, zeigt eine neue Studie

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Semaglutid im Medikament Ozempic senkt den Blutzuckerspiegel. Das Präparat kann auch als „Abnehmspritze“ verwendet werden. Forschende fanden einen neuen Wirkmechanismus.

Spätestens seit Multimilliardär Elon Musk sich als Anwender geoutet hat, ist Ozempic einer breiteren Masse bekannt. Davor waren es vor allem Diabetes-Patienten, die sich mit dem Medikament auseinandersetzen mussten – im Rahmen ihrer Therapie. Doch seit klar ist, dass das Präparat langfristig angewendet die Kilos schmelzen lassen kann, erhoffen sich nicht nur krankhaft übergewichtige Menschen Diäterfolge. Auch ansonsten gesunde Menschen nutzen Ozempic mit dem enthaltenen Wirkstoff Semaglutid als Diätmittel. Infolge kam und kommt es zu drastischen Lieferengpässen, was sich auf die sichere Therapie von Diabetes- und Adipositas-Patienten negativ auswirkt.

Ozempic eigenmächtig und ohne Absprache mit einem Arzt zu verwenden, kann gesundheitsschädlich sein. Durchfall, Erbrechen und Bauchspeicheldrüsenentzündungen zählen zu den möglichen Nebenwirkungen.

Was ist Semaglutid?

Semaglutid ist ein GLP-1-Rezeptoragonist. Dabei handelt es sich um Arzneistoffe, die den Blutzuckerspiegel regulieren und daher in der Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden. Das Medikament fördert außerdem die Gewichtsabnahme und reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es wird einmal wöchentlich subkutan verabreicht mithilfe einer Spritze. Die Therapie mit Semaglutid darf nur nach ärztlicher Absprache erfolgen, da Nebenwirkungen möglich sind.

Nach Einnahme von Ozempic keine Lust auf Alkohol

Semaglutid ist ein vielversprechender Arzneistoff. Nicht nur die blutzuckersenkende und appetitzügelnde Wirkung macht das Präparat interessant für Mediziner und Medizinerinnen. Auch im Bereich der Suchtbehandlung könnte Semaglutid bald eine Rolle spielen. Denn Forschende fanden heraus, dass die Einnahme das Verlangen nach Alkohol lindern kann.

Alkoholsucht ist ein weit verbreitetes Problem in Deutschland.

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Wissenschaftler von der Universität Göteborg in Schweden analysierten, ob Ozempic die Lust auf Alkohol wirklich reduzieren kann. Grund für ihre Forschung waren unter anderem Berichte von Anwendern, die nach der Einnahme kein Verlangen nach Alkohol an sich bemerkten. Daraufhin wurde die mögliche Wirkung experimentell an Ratten überprüft. Bei diesen konnte der Alkoholkonsum mithilfe des Wirkstoffs Semaglutid um die Hälfte reduziert werden, fasst es der Mitteldeutsche Rundfunk zusammen.

Sie helfen beim Abnehmen: Zehn Lebensmittel, die dem Darm guttun

Leinsamen
Leinsamen enthalten viele Ballaststoffe, die für einen gesunden Darm förderlich sind. Schließlich regen sie die Verdauung an und sorgen für eine langanhaltende Sättigung. So können sie auch beim Abnehmen unterstützen.  © kostin77/IMAGO
Pumpernickel
In Vollkornprodukten wie etwa Vollkornbrot sind vom Korn noch Schale, Keimling und Mehlkörper enthalten. Es enthält Ballaststoffe, Mineralstoffe und B-Vitamine, die besonders gut sättigen und die Verdauung anregen. So helfen sie nicht nur beim Abnehmen, sondern haben auch einen positiven Effekt auf den Darm und die Gesundheit. © HLPHOTO/IMAGO
Artischocken auf dem Blech
Artischocken enthalten viel Inulin, bei dem es sich um einen Mehrfachzucker handelt. Er zählt zu den Präbiotika und dient den guten Darmbakterien. © Westend61/IMAGO
Kichererbsen in Schüssel
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Erbsen sollten auch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Denn sie enthalten viele Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora. © Elenathewise/IMAGO
Zwei Gläser Joghurt
Naturjoghurt zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die vor allem wegen der Milchsäurebakterien gesund sind. Diese sorgen für eine leicht saure Umgebung im Darm, wodurch unerwünschte Bakterien abgetötet werden. Da fermentierte Lebensmittel auch reich an Ballaststoffen sind, können sie zusätzlich beim Abnehmen helfen. Sie regen die Verdauung an und sorgen für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. © Zahard/IMAGO
Bananen
Inulin ist ein Mehrfachzucker und Ballaststoff, der beispielsweise in Bananen enthalten ist. Er dient den guten Darmbakterien als Futter und zählt deshalb zu den sogenannten Präbiotika. Inulin wirkt sich außerdem besonders günstig auf das Wachstum von entzündungshemmenden Darmbakterien aus. Auch Artischocken und Chicorée enthalten Inulin, der den Blutzucker stabil hält und die Verdauung anregt – und dadurch das Abnehmen unterstützen kann. © Imaginechina-Tuchong/IMAGO
Lachs
Fisch enthält viele der gesunden, ungesättigten Fettsäuren. Sie sind ebenfalls gut für den Darm, denn sie fördern und stärken die Schleimproduktion sowie das Zellwachstum und die Schutzfunktion.  © Ivanna/IMAGO
Geriebener Apfel und geriebene Karotte auf einem Teller
Obst- und Gemüsebrei enthalten Quellstoffe, die eine gesunde Darmflora fördern. Darmbakterien bauen dabei Quellstoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab, welche die Darmschleimhaut ernähren. Geriebener Apfel oder Möhrenbrei enthalten beispielsweise Quellstoffe. © profotokris/IMAGO
Pellkartoffeln
Pellkartoffeln gelten als darmgesundes Essen. Die Struktur der in Kartoffeln enthaltenen Stärke ändert sich, wenn sie gekocht und abgekühlt sind. So entsteht resistente Stärke, die einen positiven Effekt auf die Darmflora hat. Weil der Verdauungstrakt sie nicht zersetzen kann, zählt sie zu den Ballaststoffen. Sie wird außerdem zu Buttersäure abgebaut, die wiederum das Wachstum der Darmschleimhaut anregt und den Darm auf diese Weise schützt. Zudem verringert sich der Gehalt an Kohlenhydraten bei abgekühlten Kartoffeln, sodass sie das Abnehmen eher unterstützen. © CSP_rawlik/IMAGO
Sauerkraut im Topf
Frisches Sauerkraut zählt zu den fermentierten Lebensmitteln, die mithilfe von Bakterien, Pilzen und Enzymen länger haltbar gemacht werden. Wertvolle Bakterienstämme wie Milchsäurebakterien entstehen dabei während des Gärungsprozesses. Diese werden auch Probiotika genannt und dienen der Darmflora. Sauerkraut ist zudem extrem kalorien- und fettarm und eignet sich deshalb auch zum Abnehmen. Naturjoghurt, Käse und Apfelessig gehören ebenfalls zu den fermentierten, probiotischen Lebensmitteln. © imago stock&people/IMAGO

„Bei männlichen und weiblichen Ratten verringerte die akute und wiederholte Verabreichung von Semaglutid die Alkoholaufnahme und verhinderte rückfallartiges Trinken“, schreiben die Studienautoren um Cajsa Aranäs vom Institute of Neuroscience and Physiology an der Universität Göteborg. „Insgesamt deutet dies darauf hin, dass Semaglutid das Alkoholkonsumverhalten reduziert (...). Kommende klinische Studien (sollten) die Plausibilität prüfen, dass Semaglutid den Alkoholkonsum und das Körpergewicht bei übergewichtigen und alkoholabhängigen Patienten verringert“, schlussfolgern die schwedischen Forscher.

Mehr Informationen zur Studie „Semaglutide reduces alcohol intake and relapse-like drinking in male and female rats“

Veröffentlichungsdatum: 7. Juni 2023

Veröffentlicht im Fachjournal eBioMedicine (Teil der Fachzeitschrift The Lancet Discovery Science)

Umfang: Tierversuch mit Ratten

Studienautoren: Schwedisches Forscherteam um Cajsa Aranäs vom Institute of Neuroscience and Physiology an der Universität Göteborg

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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