Studie

Niedriges Alzheimer-Risiko durch gut eingestellten Blutdruck: Forscher zeigen, wie hohe Werte Demenz fördern

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Bluthochdruck ist die wohl bekannteste Volkskrankheit. Zu hohe Werte begünstigen Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch auch das Demenzrisiko steigt.

Wer dement ist, wird zunehmend vergesslicher. Im Verlauf der Krankheit verlieren Patienten wichtige Fähigkeiten, was so weit führen kann, dass sie nicht mehr selbstständig leben können. Demenz und Alzheimer, die verbreitetste Form der Demenz, sind nicht heilbar. Deren Fortschritt kann aber mit durch medikamentöse Behandlung hinausgezögert werden.

Forschende weltweit beschäftigen sich mit der Frage, wie eine Demenz entsteht. Genetische Faktoren sind verantwortlich für ein gehäuftes Auftreten der Alzheimer-Krankheit in Familien, informiert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Bei ungefähr 30 Prozent aller Alzheimer-Patienten finden sich weitere Betroffene in der engeren Verwandtschaft, heißt es weiter. Und auch der Lebensstil spielt wohl eine Rolle: „Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen einer hohen Stressbelastung und dem Erkranken an Demenz und Alzheimer“, sagt der Stressforscher und Arbeitspsychologe Tim Hagemann im Interview mit Zeit Online.

Auch Bluthochdruck hat Einfluss. So ist seit einigen Jahren ein Zusammenhang zwischen Demenz und Bluthochdruck bekannt, heißt es vonseiten der Deutschen Hirnstiftung. Menschen, die chronisch zu hohe Blutdruckwerte haben, würden häufiger erkranken.

Demenz-Risiko steigt durch dauerhaft zu hohen Blutdruck

In einigen Fällen lässt sich Bluthochdruck auf natürliche Weise senken. Doch sind die Werte dauerhaft zu hoch, ist der Einsatz von Medikamenten sinnvoll. Denn eine erfolgreiche medikamentöse Einstellung des Bluthochdrucks kann das Demenz-Risiko um zwölf Prozent und das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, sogar um 16 Prozent senken, informiert die Deutsche Hirnstiftung.

Auch junge Menschen können zu hohe Blutdruckwerte haben. Ob Medikamente zur Regulierung eingesetzt werden sollten, können nur Mediziner entscheiden.

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Ein internationales Forscherteam konnte nun die Hirnregionen identifizieren, die durch Bluthochdruck geschädigt werden und so an einer Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit und Demenz beteiligt sind.

Putamen und weiße Substanz im Gehirn werden durch Bluthochdruck geschädigt

Demnach werden das sogenannte Putamen und bestimmte Regionen der weißen Substanz von erhöhtem Blutdruck verändert. Das Putamen ist Teil der Basalganglien im Gehirn und an der unwillkürlichen Motorik beteiligt. „Wir vermuteten, dass sich Bluthochdruck in diesen Bereichen auf kognitive Funktionen wie Gedächtnisverlust, Denkvermögen und Demenz auswirken könnte. Als wir unsere Ergebnisse durch die Untersuchung einer Gruppe von Patienten mit hohem Blutdruck in Italien überprüften, stellten wir fest, dass die von uns identifizierten Teile des Gehirns tatsächlich betroffen waren“, so Tomasz Guzik, Professor für kardiovaskuläre Medizin an der Universität Edinburgh, der die Forschung leitete.

Zehn blutdrucksenkende Lebensmittel

Kresse als gesundes Würzmittel - Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern.
Kresse als gesundes Würzmittel: Wer Kräuter und Gewürze verwendet, kann Gerichte ganz ohne Kochsalz verfeinern. Auch Basilikum, Koriander, Curry, Ingwer, Thymian usw. gehören zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Besonders Kurkuma soll Cholesterin senken und so die Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten verhindern. © dpa/Patrick Pleul
Obstkorb
Bananen enthalten viel Kalium und wenig Natrium und sind deshalb ein wahrer Herzstärker. Auch andere Obstsorten wie Äpfel und auch Trockenobst zählen zu den kaliumreichen und natriumarmen Nahrungsmitteln und sind deshalb für eine herzgesunde Ernährung geeignet. © picture alliance/dpa/Frank Leonhardt
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen.
Es wird diskutiert, ob ein niedriger Vitamin-C-Spiegel im Blut Herzkrankheiten fördert. Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen aber auch anderes Obst wie Papaya enthalten besonders viel Vitamin C. Dieses soll die Blutgefäße stärken, vor oxidativem Stress schützen und die Aufnahme von Cholesterin hemmen. © Susann Prautsch/dpa
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz.
Blattgemüse wie Spinat enthält Antioxidantien, Ballaststoffe und gesunde Fette und schützt so die Arterien. Brokkoli ist auch ein wahrer Gesundmacher mit Vitamin C, E, Kalium, Kalzium und Ballaststoffen - alles wichtig für ein gesundes Herz. © Jens Kalaene/dpa
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative.
In dunkler Schokolade (mindestens 70 Prozent Kakao-Anteil sollten es sein) stecken Flavonoide und andere pflanzliche Verbindungen, die einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Einen Haken gibt es: In Schokolade ist viel Zucker und ungesundes Fett enthalten, weshalb man sie nicht in rauen Mengen essen sollte. Rohkakao ist eine gesunde Alternative. © Oliver Berg/dpa
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie Chia und Sesam.
Omega-3-Fettsäuren sollen gutes Cholesterin erhöhen, Entzündungen im Körper hemmen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Vor allem in Seefisch wie Forelle, Makrele, Lachs und Sardine ist viel enthalten. Gute Omega-3-Lieferanten sind außerdem Samen wie etwa Chia und Sesam. © Daniel Bockwoldt/dpa
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse.
Wer häufig Ballaststoffe isst, reduziert das Risiko Herz-Kreislaufkrankheiten zu bekommen. Vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen liefern viele Ballaststoffe, aber auch Vollkornprodukte, Getreide wie Amaranth und Dinkel, Obst und Gemüse. © Andreas Gebert/dpa
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt.
Heidelbeeren liefern viele Antioxidantien, die die Zellen und so auch die Blutgefäße schützen. Deshalb wird ihnen eine herzgesunde Wirkung zugesprochen. Auch andere Beeren haben diesen Effekt. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Knoblauch wirkt als Blutdruck- und Cholesterinsenker und beugt so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. © Sven Hoppe/dpa
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung.
Nüsse enthalten gesunde Fette und Ballaststoffe und machen sie deshalb zum perfekten Bestandteil herzgesunder Ernährung. © Gregor Fischer/dpa

„Außerdem können wir durch die Untersuchung dieser spezifischen Hirnregionen möglicherweise vorhersagen, wer im Zusammenhang mit Bluthochdruck schneller Gedächtnisverlust und Demenz entwickeln wird. Dies könnte zur Präzisionsmedizin beitragen, sodass wir gezieltere Therapien einsetzen können, um die Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen bei den am stärksten gefährdeten Patienten zu verhindern“, wird Guzik weiter in einer Mitteilung der European Society of Cardiology zitiert.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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