Sommer

Sonnencreme vom vergangenen Jahr: Sollte man sie noch verwenden?

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Nach und nach kommen wieder sonnige Tage auf uns zu. Da ist Sonnencreme Pflicht. Doch: Muss neue gekauft werden oder genügt die aus dem Vorjahr?

Hamm - Wenn am Ende eines Sommers noch viel Sonnencreme übrig ist, wandert die Flasche oder die Tube oftmals in den Badezimmerschrank - und wird beim ersten kräftigen Sonnenschein in der folgenden Saison wieder hervorgeholt. Das klingt erst mal sinnvoll. Denn so wirft man nicht unnötigerweise etwas weg. Allerdings stellt sich immer die Frage, ob der UV-Schutz überhaupt noch aktiv ist. Dabei spielen verschiedene Dinge eine Rolle.

Wie lange ist Sonnencreme haltbar? Krebserregender Stoff kann sich bilden

Wer die Sonnencreme erst vor wenigen Monaten geöffnet und seither richtig gelagert hat, muss sich keine Sorgen machen. Man kann sich also Anfang Mai in aller Regel mit Sonnencreme aus den vergangenen Herbstferien schützen. Denn Sonnencreme ist meist zumindest mehrere Monate haltbar - ein bestimmtes Symbol auf der Verpackung gibt darüber Aufschluss.

Auf der Flasche oder der Tube finden sich sogar zwei Hinweise zur Haltbarkeit - zwei verschiedene Aufdrucke: das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) und das Tiegelsymbol. Wie sind diese Hinweise zu deuten?

Wie lange ist Sonnencreme haltbar? UV-Schutz funktioniert nur begrenzt

Das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt an, wie lange die Sonnencreme ungeöffnet haltbar ist. Ab Herstellungsdatum sind das meist 30 Monate.

Das Tiegelsymbol - also ein geöffneter Tiegel mit einer Zahl daneben - zeigt an, wie lange man ohne Bedenken die bereits geöffnete Sonnencreme verwenden kann. In der Regel steht an dieser Stelle 12M für 12 Monate. In den Niederlanden können Urlauber die Sonnencreme durchaus zuhause lassen. Es wird vielerorts kostenloser Sonnenschutz via Spender angeboten.

Sonnencreme ist abgelaufen: Noch verwenden - oder besser nicht?

Zwar ist der UV-Schutz nicht von jetzt auf gleich weg, wenn sie länger geöffnet ist als durch das Tiegelsymbol empfohlen. Allerdings lässt er nach. Grund ist, dass Sauerstoff eintritt und die Inhaltsstoffe verändert. Außerdem kann sich bei Sonnencremes mit dem Stoff Octocrylen bei längerer Lagerung der krebserregende Stoff Benzophenon bilden, wie laut Öko-Test französische und amerikanische Forscher herausfanden. Da Octocrylen ein chemischer UV-Filter ist, lässt sich das Problem mit Naturkosmetik umgehen, bei der mineralische Filter zum Einsatz kommen.

Sonnencreme ist im Sommer ziemlich unverzichtbar. Doch was passiert mit Resten? Halten die sich bis zum nächsten Jahr?

In der Frage, ob man alte Sonnencreme noch verwenden sollte, empfiehlt der Hautarzt Professor Eckhard Breitbart aus Buxtehunde in einem Artikel der Apotheken-Umschau zufolge, im Zweifel lieber neue Sonnencreme zu kaufen.

Sonnencreme noch haltbar? Anzeichen, dass das Produkt schlecht geworden ist

Ein Punkt ist bei der Verwendbarkeit von Sonnencreme aus dem Vorjahr aber besonders entscheidend. Wenn die Flasche oder die Tube zum Beispiel in der Strandtasche mehrfach großer Hitze ausgesetzt warm, dann sollte man sie den Rest nach dem Urlaub entsorgen - selbst wenn das Produkt laut Aufdruck noch verwendbar ist. Dazu rät die Deutsche Dermatologische Gesellschaft.

Anzeichen, dass die Creme nicht mehr gut ist, gibt es aber laut Öko-Test auch noch weitere: Der Geruch hat sich verändert - die Creme riecht nicht mehr gut, sondern scharf. Die Konsistenz ist anders - zum Beispiel haben sich Wasser oder Öl abgesetzt. Die Sonnencreme hat sich verfärbt, ist nicht mehr weiß sondern gelblich.

Welche Sonnencreme die beste ist, hat Stiftung Warentest untersucht. Die Testsieger sind Eigenmarken von Discounter und Drogerie.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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