Geldinstitut warnt vor Betrügern im Netz

Sparkasse, Postbank, Ing-Bank: Auf diese Betrugsmaschen sollten Sie aktuell achten

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Im Namen der Sparkasse und weiterer Geldinstitute werden aktuell Phishing-Mails mit dem Betreff „Neues Fingerprint-System“ verschickt. Die Mails wirken täuschend echt: Die Betrüger sprechen die Empfänger sogar mit vollständigen Namen an.

München ‒ Aktuell sind wieder Phishing-Mails im Umlauf. Darin heißt es sinngemäß, dass die Konten der Bankkunden umgestellt werden. Ein neues Fingerprint-System soll eingeführt werden. Als Grund werden EU-weite Sicherheitsrichtlinien angegeben, Kunden bekommen niedrige Kontoführungsgebühren in Aussicht gestellt. Es fallen Worte wie künstliche Intelligenz und Zwei-Faktoren-Authentifizierung - der Empfänger des E-Mail-Schreibens wird sogar mit vollständigem Namen angeschrieben. Klingt vertrauenswürdig, ist aber absolut gefährlich.

Denn die scheinbar echte E-Mail im Namen der Sparkasse ist ein Betrug, warnen Verbraucherschützer von der Verbraucherzentrale NRW jetzt vor der Masche krimineller Internet-Betrüger, von der auch Kunden anderer Geldhäuser betroffen sind. Durch die Mail und die geforderte Verifizierung wollen die Betrüger wichtige Daten abgreifen und für sich nutzen. Empfänger der Mails sollten daher auf keinen Fall auf den beigefügten Button klicken, sondern die E-Mail umgehend löschen, lautet die eindringliche Warnung.

Warnung vor Phishing-Mails von Sparkassen und Banken

Die Betrüger haben es ganz offenbar auf die Daten der Sparkassen-Kunden abgesehen. Deswegen sollen die Kunden fehlende Angaben zu ihrer Person innerhalb der nächsten sieben Tage ergänzen, heißt es im Text des falschen Schreibens. Wer dem nicht rechtzeitig Folge leiste, dessen Konto werde vorübergehend deaktiviert.

Postbank Kunden müssen aufpassen: Cyberkriminelle greifen aktuell deren Mobilfunknummern ab. (Symbolbild)

Bevor Betroffene die Mail löschen oder in den Spam-Ordner verschieben, sollten sie diese an phishing@verbraucherzentrale.de schicken und auch ihre „echte“ Bank über die kriminelle Fake-Mail informieren. Denn nur so können Schritte gegen den Betrugsversuch eingeleitet werden.

Vor Phishing-Mails aufpassen sollten auch derzeit Kunden der ING-Bank. Cyberkriminelle verschicken dabei Mails, in denen behauptet wird, dass die ING-Banking-To-Go-App aktualisiert werden müsste - meist versehen mit einer sehr kurzen Frist. Alles Fake. Ebenfalls mit Phishing zu kämpfen, haben die Landesbank Berlin sowie Postbank-Kundschaft. In der aktuellen Mail an die Postbank-Kunden werde ein Abgleich ihrer Mobilfunknummer gefordert, um „weiterhin in vollem Umfang am BestSign App“ der Bank teilnehmen zu können, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Wie so oft, sei ein Link beigefügt, welchem gefolgt werden solle, um der Aufforderung nachzukommen.

Durch die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die unpersönliche Anrede und die fehlerhafte Absenderadresse, lässt sich diese E-Mail eindeutig als Betrugsversuch einordnen. Löschen Sie die E-Mail und sperren Sie die Absender.

Verbraucherzentrale NRW zur Betrugs-Mail an Postbank-Kunden

Wer bereits auf die Betrugsmasche hereingefallen ist und persönliche Daten preisgegeben hat, muss damit rechnen, dass er sich auf diese Wiese einen Virus auf dem Rechner eingefangen hat. Deshalb sollten Kunden umgehend ihr Virenschutzprogramm aktualisieren und danach ihren Computer auf Viren und Schadsoftware überprüfen. Am besten fragen diese Kunden einen Experten, der mit Internetkriminellen Erfahrung hat. Dieser wird Betroffenen sicherlich dazu raten, persönliche Daten wie PIN, Passwörter oder Sicherheitsfragen zu ändern, die auf dem Rechner des Kunden gespeichert waren. Denn sind die Daten erst einmal in den Händen von Kriminellen, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen. Dann hilft am Ende nur noch eine Strafanzeige bei der Polizei.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Westlight

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