Glaskultur

Moos als Zimmerpflanze ist beruhigend und gut für das Wohnklima

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Das Gemeine Weißmoos eignet sich wie viele Moose gut als Zimmerpflanze.
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Nicht nur im Wald tut der Anblick von Moos der Seele gut. Auch in den eigenen vier Wänden wirkt es beruhigend und als Lufterfrischer. Es ist einfach zu pflegen.

Nicht ohne Grund ist das Waldbaden ein Trend geworden, das viele Grün und die frische Luft sind eine Wohltat für Körper und Geist. Das ist auch dem Moos zu verdanken, das inzwischen in Form von sogenannten Moosbildern großflächig Büros, Flughäfen oder Wohnungen verschönert. Wer es eine Nummer kleiner mag, kann die mystische Pflanze auch einfach im Einmachglas oder im Terrarium halten.

Moos als Zimmerpflanze: Ideal für Terrarium und Wohnklima

Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie haben herausgefunden, dass Moose große Mengen an Kohlenstoffdioxid und Stickstoff aus der Luft aufnehmen können. Das sind beste Voraussetzungen für eine klimafreundliche Raumbegrünung. Doch nicht jeder, der Moos mag, bastelt gern die beliebten Kokedama: Dekorative Arrangements von Zimmerpflanzen wie Orchideen, die mit Moos umhüllt werden und frei schwebend den Raum schmücken. Wer sich einfach nur an dem satten Grün erfreuen möchte, kann das pflegeleichte Gewächs auch wie eine Topfpflanze ziehen.

Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) erklärt, sind Moose kleine Überlebenskünstler: Ihnen reichen geringste Mengen von Nährstoffen und Licht, um selbst bei sehr niedrigen Temperaturen zu gedeihen. Da sie keine Wurzeln haben, nehmen Moose Nährstoffe über die Blätter auf. Die meisten Moosarten vertragen sogar eine Phase völliger Trockenheit, um dann mit etwas Feuchtigkeit wieder zu erblühen.

Ihre Haltung als Zimmerpflanze ist dementsprechend anspruchslos und nahezu jede Art eignet sich. Folgende Sorten sind besonders beliebt:

  • Torfmoos (Spaghnum)
  • Zypressenschlafmoos (Hypnum)
  • Islandmoos (Cetraria islandica)
  • Polster-Kissenmoos (Grimmia pulvinata)
  • Gemeines Weißmoos (Leucobryum glaucum)
  • Lappenmoos (Lejeunea)
  • Silbermoos (Bryum argenteum)
  • Javamoos (Taxiphyllum barbieri)

Pflanzung des Mooses im Einmach- oder im Dekoglas

Allerdings sollte man jetzt nicht losgehen und im Wald große Mengen Moos sammeln, denn laut NABU stehen Moose unter Naturschutz. Dies gilt besonders für Torfmoos-Arten, Weißmoose und Hainmoose. Es ist jedoch erlaubt, geringe Mengen für den persönlichen Bedarf zu entnehmen, solange es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt. Im Handel bzw. Internet sind die Pflanzen aber gut erhältlich, sogar aus ökologischem Anbau.

Zimmerpflanzen für gutes Klima: 10 grüne Luftreiniger für Ihr Zuhause

Ein Mann hält einen Korb, in den ein Fensterblatt gepflanzt ist
Das Fensterblatt (Monstera) entzieht der Luft mit seinen großen Blättern zahlreiche Schadstoffe. © Westend61/Imago
Eine Dieffenbachie im Blumentopf vor einer Mauer
Große Blätter mit großer Wirkung: Die Dieffenbachie verdunstet viel Wasser und erhöht so die Luftfeuchtigkeit. © Panthermedia/Imago
Ein Schwertfarn in der Nahaufnahme
Zimmerfarne wie der Schwertfarn filtern Formaldehyd aus der Raumluft. © Panthermedia/Imago
Ein Topf mit einer grün-weißen Efeutute auf dem Wohnzimmertisch
Ebenso wie das Efeu neutralisiert die Efeutute Gerüche und sorgt für einen guten Schlaf. © Panthermedia/Imago
Ein Teenager sitzt arbeitend auf Sofa, auf der Kommode daneben steht ein Topf mit Bogenhanf
Der Bogenhanf entzieht der Luft Schadstoffe und produziert nachts viel Sauerstoff. © Westend61/Imago
Eine Aloe vera-Pflanze im Blumentopf in Nahaufnahme
Heilsam für Haut und Lunge: Die Aloe vera bereichert die Zimmerluft mit Sauerstoff. © Panthermedia/Imago
Eine grün-weiß gemusterte Calathea von oben fotografiert
Wie gemalt: Die Calathea oder Korbmarante liefert viel Sauerstoff und filtert Formaldehyde. © Panthermedia/Imago
Eine pinke Phalaenopsis-Orchidee in einem Blumentopf
Wer sagt, dass nur Grünpflanzen die Luft reinigen? Orchideen eliminieren Abgase wie Toluol und Xylol. © Stefan Rotter/Imago
Zweierlei farbig blühenden Chrysanthemen in einer Kokosnussschale gepflanzt
Hübsche Lufterfrischer: Chrysanthemen beseitigen Schadstoffe von Ammoniak bis Xylol. © Panthermedia/Imago
Eine rosafarbene Flamingoblumenblüte in der Nahaufnahme
Dekorativ und bunt: Die Flamingoblume ist ein effektiver Elektrosmog-Filter. © Panthermedia/Imago

Auch ohne Terrarium ist der Anbau von Moos kein Problem: Man benötigt zunächst ein großes Einmachglas, ein Dekoglas oder eine Flasche. Dort kommt erst eine Drainageschicht aus Kieselsteinen, dann eine Schicht aus Holzfasern und zuletzt etwas Sukkulenten- oder Kokoserde. Dann setzt man das angefeuchtete Moos darauf und stellt das Gefäß an einen halbschattigen bis schattigen Standort. Wichtig ist nun, mithilfe einer Sprühflasche immer auf genügend Luftfeuchtigkeit zu achten.

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