ADAC-Bilanz

Spritpreise: 2022 war das teuerste Jahr aller Zeiten

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Was viele Autofahrer schon ahnten, ist jetzt Gewissheit: Noch nie war tanken so teuer gewesen wie im vergangenen Jahr. Erst gegen Ende 2022 gab es leichte Entspannung.

Das vergangene Jahr nagte kräftig am Geldbeutel und Kontostand der Autofahrer: Der Anstieg der Neuwagenpreise ebenso wie für Gebrauchte, anziehende Versicherungsprämien, vor allem aber die rasant steigenden Spritpreise verteuerten den Betrieb von Pkw deutlich. Der Besuch einer Tankstelle gilt spätestens seit dem Angriff Russlands aus die Ukraine als teures Vergnügen – da konnte auch der verunglückte Tankrabatt wenig ausrichten.

Spritpreise: 2022 war das teuerste Jahr aller Zeiten

Was viele Autofahrer schon ahnten, ist jetzt Gewissheit: Tatsächlich waren Benzin und Diesel über das Jahr gesehen noch nie so teuer, 2022 war laut ADAC das teuerste Tankjahr aller Zeiten. Die derzeit günstigste Sorte Super E10 lag in dem Rekordjahr mit einem Durchschnittspreis von 1,860 Euro knapp 34 Cent über dem Wert von 2021 (1,522 Euro). „Bei Diesel fällt der Sprung nach oben mit über 56 Cent noch viel deutlicher aus“, bilanziert der Autoclub: „Ein Liter kostete 2022 durchschnittlich 1,946 Euro (2021: 1,385 Euro), damit liegt der Jahresdurchschnittspreis von Diesel erstmals über dem von Super E10“. Die Differenz zwischen dem teuersten und preisgünstigsten Tag lag 2022 bei Super E10 bei 55,9 Cent je Liter, bei Diesel sogar bei 75,9 Cent.

Das vergangene Jahr markierte bei den Kraftstoffpreisen einen neuen Rekord. (Montage)

Spritpreise: Selbst das teure Jahr 2012 wirkt heute günstig

In der langjährigen Statistik des ADAC steht 2022 somit einsam an der Kostenspitze. Selbst jene Jahre, die damals als teure Ausreißer galten, wirken heute im Vergleich wie Schnäppchen-Zeiten: 2012 war der Benzinpreis ebenfalls hochgeschossen – auf durchschnittlich 1,589 Euro pro Liter. Diesel galt damals schon mit 1,478 Euro als teuer. Im Gegensatz wirkt das besonders günstige, aber noch gar nicht lang zurückliegende Jahr 2020 wie eine längst vergessene, glückliche Epoche: Der Liter Benzin kostete durchschnittlich gerade mal 1,225 Euro, Diesel 1,111 Euro.

Zehn Autos mit Verbrennungsmotor, die wir vermissen werden

Audi TT
Audi TT: Einst als Kernmodell der Marke Audi betrachtet, wird der als Coupé und Roadster gebaute Kompakt-Sportler keinen Nachfolger bekommen. Das liegt auch an der mittlerweile schleppenden Nachfrage für die Design-Ikone. Ein vergleichbarer Stromer wird völlig anders aussehen. Bis Ende des Jahres ist der TT aber noch ab 39.700 Euro bestellbar. © Audi AG
Mercdes-Benz A-Klasse
Mercedes A-Klasse: Der Kompaktwagen passt nicht mehr in das neue Konzept von Mercedes-Benz, vor allem hochpreisige Limousinen, SUV und Sportwagen anzubieten. Das überzeugende Konzept der frühen A-Klasse, möglichst viel Platz in einem kompakten Auto zu schaffen, würde dabei gut ins Elektro-Zeitalter passen – ist mittlerweile aber ohnehin verwässert. Noch gibt den Basis-Benz ab 28.393 Euro zu kaufen.  © Mercedes-Benz
Porsche 718 Boxster
Porsche 718 Boxster: Zwar kämpft Porsche weiterhin für den Verbrennungsmotor, aber überleben wird der langfristig wohl nur im 911. Boxster und Cayman werden 2025 erst auf Wunsch, später wohl grundsätzlich elektrifiziert. Dabei bieten gerade die Versionen mit Sechszylinder-Boxer fast schon elektrische Tugenden wie Laufruhe und Durchzugskraft – bei (für Sportwagen) hoher Reichweite und geringem Gewicht. Aktueller Preis: ab 60.061 Euro. © Daniel Wollstein/Porsche
Jeep Wrangler
Jeep Wrangler: Als purer Verbrenner ist die Off-Road-Ikone schon jetzt nicht mehr lieferbar. Der Plug-in-Hybrid wird so lange laufen, wie er darf, aber den Sprung in die Elektro-Ära nicht schaffen. Ein Nachfolger mit Akku dürfte ähnlich modernisiert daherkommen wie der aktuelle Land Rover Defender, aber dank seiner E-Motoren immerhin überragende Gelände-Eigenschaften bieten. Mit 77.500 Euro ist der Klassiker mittlerweile zum Luxus-Auto geworden. © Stellantis
VW Golf Cabrio
VW Golf Cabrio: Im Grunde vermissen wir ihn jetzt schon, nämlich seit 2016. Der offene VW T-Roc kann den Charme des offenen Kompaktwagens, der seine Karriere als „Erdbeerkörbchen“ mit Henkeln startete, nicht ersetzen. Das wird wohl auch für ein elektrisches Cabrio auf Basis des VW ID.3 gelten – wenn ein solches überhaupt kommt, was angesichts der schwächelnden Nachfrage für offene Autos eher zweifelhaft ist. © VW
Fiat 500
Fiat 500: Während die aktuelle Version des Kleinwagens ausschließlich als Elektroauto produziert wird, ist auch der etwas kleinere Vorgänger derzeit noch bestellbar. Im Stellantis-Konzern ist dessen Aus aber beschlossen. Dabei ist gerade die sparsame Hybrid-Version mit 70 PS ein ökologisch sinnvolles Angebot etwa für jene, die partout kein Elektroauto möchten – etwa Städter, die keine schnelle Lade-Möglichkeit haben. Noch ist der Verbrenner ab 15.501 Euro bestellbar. © Stellantis
Mercedes-Benz SLC 300
Mercedes SLC: Der kompakte Roadster startete – als erstes Cabrio mit Falt-Hardtop – unter dem Namen SLK. Nun beendete nicht der Elektro-Boom, sondern die Nachfrage-Flaute seine Karriere als Frauenversteher. Im künftigen Luxus-Stromer-Portfolio von Mercedes sind solche gerade noch bezahlbaren Fahrspaß-Modelle schon gar nicht vorgesehen.  © Mercedes-Benz
Lamborghini Huracan
Lamborghini Huracán: Die italienische VW-Tochter sperrte sich lange gegen die Elektrifizierung, aber kommt natürlich auch nicht drumherum. Der pure, weder von Hybrid noch Turbo verwässertre V10-Saugmotor des Huracán wird seinen Platz als einer der Höhepunkte des Verbrenner-Zeitalters bekommen. Seine 640 PS würden Elektromotoren zwar mit deutlich weniger Aufwand erreichen, aber sei´s drum: Dass es solche Autos nicht mehr geben wird, ist ebenso vernünftig wie schade. Preis: ab 190.274 Euro. © Charlie Magee
BMW Z4
BMW Z4: Ja, er lebt noch! Anders als Mercedes-Benz führt BWM seinen Mittelklasse-Roadster weiter, eine Kooperation mit Toyota machts möglich. Doch auch wenn BMW weiter Verbrenner bauen will, ist ein Nachfolger alles andere als gesichert. Wenn wir uns irren und es künftig einen Z4 mit (wie bei BMW üblich) Verbrenner- und Elektro-Option geben wird: umso besser. Wer sich darauf nicht verlassen mag, muss mindestens 46.200 Euro investieren. © BMW
Tina Ruland auf Opel Manta
Opel Manta: Eigentlich hatten wir den Manta ja schon als Eighties-Unikum abgehakt. Dann weckte Opel mit der Ankündigung eines elektrischen Mantas die Fantasie: Ein zweitüriges, leichtes Coupé, mit genügend Reichweite für den Ausflug in die Diskothek (so hießen Clubs früher) und zum Baggersee, das wäre doch ein schönes Stück Anarchie zwischen all den effizienten, vernünftigen Stromern. Doch heraus wird wieder nur das übliche Akku-SUV kommen, an das ein Marketing-Genie den Manta-Schriftzug klebt. Umso mehr werden wir den Echten vermissen. © Rights Managed/Imago

Spritpreise: Mehrere Faktoren sorgten für kräftigen Anstieg

Die Spritpreis-Inflation 2022 führt der ADAC auf mehrere Faktoren zurück „Unsicherheiten bezüglich des Ukraine-Kriegs, Lieferengpässe und -schwierigkeiten, steigende industrielle Nachfrage nach Diesel sowie eine Entkoppelung der Preise an den Tankstellen von den Rohölnotierungen“. Aber auch die Margen der Raffinerien seien deutlich gestiegen: „So verzwölffachte sich die Brutto-Raffineriemarge in Deutschland in den ersten elf Monaten des Jahres 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.“

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Immerhin sieht der Autoclub Potenzial Zeichen der Entspannung: Im Dezember kostete Super E10 im Durchschnitt 1,690 Euro je Liter und damit gut 14 Cent weniger als im November. Ein Liter Diesel lag mit 1,811 trotz eines Preissprungs zu Weihnachten sogar mehr als 15 Cent unter dem Vormonatsniveau. Gerade bei dieser Kraftstoffsorte sieht der ADAC aber noch viel Potenzial für weitere Preissenkungen.

Rubriklistenbild: © IlluPics/Imago

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