Bayern am teuersten

Spritpreise: ADAC übt Kritik an Preisunterschieden in Deutschland

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Bei den Spritpreisen in Deutschland gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern. Bayern ist für Autofahrer am teuersten.

Deutschland hat im Vergleich mit seinen EU-Nachbarländern die höchsten Spritpreise – so viel ist klar. Wer jedoch meint, dass die Spritpreise innerhalb der Bundesrepublik auf einem Niveau sind, der täuscht sich. Viel mehr gibt es Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Wie dramatisch sich die Spritpreise unterscheiden, zeigt eine Untersuchung des ADAC. Demnach war Super E10 mit 2,031 Euro pro Liter im Durchschnitt fast aller bayrischen Tankstellen am teuersten. Im Saarland tankte man zum Untersuchungszeitpunkt an 16. September um 10 Uhr dagegen für 1,905 Euro pro Liter, in Baden-Württemberg für 1,934 Euro pro Liter.

Während es sich im Norden „günstig“ tankt, müssen Autofahrer in Bayern am meisten für Diesel und Benzin zahlen.

Spritpreise: ADAC übt Kritik an heftigen Preisunterschieden

Beim Diesel war Bayern mit 2,173 Euro ebenfalls der Spitzenreiter im Spritpreis-Ranking der Bundesländer. In Baden-Württemberg (2, 159 Euro) und Sachsen (2,146 Euro) war der Liter kaum billiger. In Hamburg mussten die Autofahrer mit 2,037 am wenigsten für Diesel bezahlen, dicht gefolgt von Niedersachsen mit einem Literpreis von 2,046 Euro.

Spritschleudern der Autogeschichte: 43,5 Liter auf 100 Kilometer

Ein Chevrolet Camaro.
Mit dem Camaro reagierte Chevrolet Ende 1966 auf den beleibten Ford Mustang. Das Muscle Car aus Detroit erwies sich mit dem V8-Motor und 7 Litern Hubraum jedoch als sehr durstig: Bis zu 43,5 Liter auf 100 Kilometern waren keine Seltenheit. © Chevrolet
Ein roter Lamborghini Countach.
Im Heck des ersten Lamborghini Countach verrichtete ein V12-Motor mit 5 Litern Hubraum seinen Dienst. Mit bis zu 33,5 Litern auf 100 Kilometern war der Sportwagen jedoch alles andere als sparsam. Die Neuauflage dürfte dank Hybrid-Antrieb deutlich weniger verbrauchen. © Thomas Zimmermann/Imago
Rolls Royce Corniche Cabrio Baujahr 1984
Der Rolls-Royce Corniche ist mit rund drei Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht. Kein Wunder also, dass sich auch der V8-Motor mit 7 Litern Hubraum als Schluckspecht erwies. Bis zu 29 Liter gönnte sich der edle Brite auf 100 Kilometer. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Dodge Charger.
Auch der Dodge Charger ist ein Klassiker der amerikanischen Automobil-Geschichte. Getreu dem Motto „Höher, schneller, weiter“ fällt auch sein Spritverbrauch üppig aus. Bei frühen Modellen waren bis zu 27 Liter auf 100 Kilometer möglich. © Panthermedia/Imago
Aston Martin Lagonda
Optisch kann man vom Aston Martin Lagonda halten, was man möchte. In Sachen Spritverbrauch zählt der Brite, mit bis zu 26,1 Liter auf 100 Kilometern, aber zu den durstigsten Autos, die jemals gebaut wurden.  © Tim Graham/Imago
Hummer H1
Der Hummer H1 wurde ursprünglich vom US-amerikanischen Militär-Herstellers AM General gebaut. Dieser verkaufte die Markenrechte schließlich an General Motors. So wuchtig wie der Geländewagen aussieht, war auch sein Verbrauch, der bei bis zu 24,5 Liter auf 100 Kilometer lag. Die Neuauflage des Klassikers ist im übrigen rein elektrisch unterwegs. © Sebastian Geisler/Imago
Bentley Arnage
Bis 2010 baute Bentley den 2,6 Tonnen schweren Arnage, auf dem auch die State Limousine der verstorbenen Königin Elisabeth II basierte. Mit dem größten Motor war ein Verbrauch von 24,2 Liter auf 100 Kilometer möglich.  © Sebastian Geisler/Imago
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport L Edition Type 35
Der Bugatti Veyron war eines der ersten Autos mit Straßenzulassung, das mehr als 1000 PS unter der Haube hatte. Der Motor des „Super Sport“ leistete sogar 1.200 PS. Die Folge: ein Verbrauch von durchschnittlich 24,1 Litern auf 100 Kilometer. Innerorts sind sogar bis zu 37,2 Liter möglich. © Sebastian Geisler/Imago
Dodge Challenger RT
Neben dem Charger eroberte Dodge auch mit dem Challenger den US-Muscle-Car-Markt. Letztere zeigte sich mit einem Verbrauch von 23,5 Litern auf 100 Kilometer etwas „sparsamer“. © Andre Poling/Imago
Dodge Viper RT10
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Das gilt auch für Dodge, denn auch die Viper erweist sich als besonders durstig: bis zu 21,1 Liter auf 100 Kilometer waren möglich. Gebaut wurde der Sportwagen von 1992 bis 2017. © Eibner/Imago

Der ADAC kann sich diese „beträchtlichen“ Preisunterschiede nur schwer erklären, sagten Vertreter zu der Untersuchung. Mit gestiegenen Transportkosten ließen sich diese jedenfalls nicht verargumentieren. Einen Einfluss hat auch die Uhrzeit. Zwischen 6 und 8 Uhr morgens kostet Sprit im Vergleich zu zwischen 17 und 22 Uhr mehr als 10 Cent weniger. Zudem sind Diesel und Benzin unter der Woche meist günstiger als am Wochenende.

Spritpreise: ADAC sieht Potenzial für Preissenkungen

Insgesamt seien die Spritpreise unter Berücksichtigung des Ölpreises und des Dollar-Kurses aber noch immer zu hoch, monierte der Automobilklub. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Nachdem die Spritpreise in Folge des Wegfalls des Tankrabatts stark gestiegen waren, befinden sich diese nun wieder im Sinkflug. Die Frage ist jedoch, wie lange dieser anhält.

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Für den ADAC ist das jedoch nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Eine Anpassung der Spritpreise an die fundamentalen Rahmenbedingungen – wie den Rohölpreis – sei daher längst überfällig. Für den Automobilklub steht jedenfalls fest: Das Potenzial für Preissenkungen ist erheblich.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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