Elektroauto abschleppen: Welche Fehler man bei einer Panne mit dem Stromer vermeiden sollte
VonSebastian Oppenheimer
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Bleibt man mit einem Elektroauto liegen, sollte man es keinesfalls einfach abschleppen, ohne in die Bedienungsanleitung zu schauen. Es besteht die Gefahr von größeren Schäden am Fahrzeug.
Eine Autopanne passiert den meisten Autofahrer nur selten – deswegen wird in so einem Fall auch oft falsch reagiert. Wichtig ist etwa, vor dem Aussteigen die Warnweste anzulegen. Ebenso gilt es, die Gefahrenstelle abzusichern, in dem man ein Warndreieck aufstellt. Anschließend sollte man sich – etwa auf der Autobahn – hinter die Leitplanke begeben, um dann per Smartphone Hilfe zu alarmieren oder zur nächsten Notrufsäule zu gehen. Nicht immer macht ein Auto natürlich erst während der Fahrt schlapp – manchmal startet es erst gar nicht. Wenn es vor Ort nicht mehr in Gang zu kriegen ist, muss es in eine Werkstatt geschleppt werden. Bei Verbrennern ist das in der Regel kein Problem – bei Elektroautos dagegen schon.
Abschleppen bei Verbrenner-PKW: Grundregeln sind auch hier zu beachten
Grundsätzlich ist das Abschleppen von Autos kein Hexenwerk, wobei man natürlich einige Dinge beachten sollte. Auf der Autobahn beispielsweise ist Abschleppen nur erlaubt, wenn die Panne auch dort passiert ist – und in Italien beispielsweise ist privates Abschleppen auf der Autobahn generell verboten. Laut ADAC ist beim Abschleppen immer darauf zu achten, dass das Abschleppseil, beziehungsweise die Abschleppstange, auf das Fahrzeuggewicht des Pannenautos ausgelegt ist. Außerdem sollte das abzuschleppende Fahrzeug nicht wesentlich größer und schwerer als das Zugfahrzeug sein. Während der gesamten Abschleppfahrt muss an beiden Fahrzeugen der Warnblinker eingeschaltet sein.
Abschleppen von Elektroautos: Warum Stromer dabei kaputtgehen können
Das Problem bei Elektroautos: Auch im ausgeschalteten Zustand produziert in der Regel immer eine Achse Strom, wenn sich die Räder drehen. Diese Tatsache ermöglicht es Stromern normalerweise auch, während der Fahrt durch das sogenannte Rekuperieren Energie zurück in den Akku speisen – das funktioniert theoretisch auch beim Abschleppen, wie ein YouTuber vor einiger Zeit in einer nicht nachzuahmenden Aktion demonstrierte. Ist die Elektronik allerdings nicht betriebsbereit und das Auto wird bewegt, können Leistungselektronik und die Traktionsbatterie Schaden nehmen – gerade bei höheren Geschwindigkeiten.
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Abschleppen von Elektroautos ist möglich – bei welchen Modellen, verrät die Betriebsanleitung
Laut Autozeitung gibt es einige Elektroautos, die man selbst abschleppen kann. Ob das möglich ist, kann man in der Betriebsanleitung des Wagens nachschauen. Demzufolge gibt es Modelle, bei denen sich der Elektromotor von den Rädern entkoppeln lässt. Dennoch gibt es auch dann für das Abschleppen zumeist Einschränkungen – und auch diese findet man in der Betriebsanleitung. Hier ist große Vorsicht geboten, um das Fahrzeug nicht zu beschädigen. Generell sollte man übrigens bei einem E-Auto nicht selbst auf die Suche nach Ursachen von Defekten gehen – an der Hochvolttechnik als Laie Hand anzulegen, kann lebensgefährlich sein.
Im Zweifelsfall empfiehlt es sich jedoch immer, einen Profi mit dem Abschleppen zu beauftragen: Die sicherste Methode ein E-Auto abzuschleppen ist, es zu verladen. Wer also beim Pannendienst anruft, sollte unbedingt angeben, dass es sich um einen Stromer handelt. Teuer kann das Abschleppen allerdings beispielsweise werden, wenn man wegen eines leeren Akkus stehen bleibt – denn nicht in jedem Fall greift dann beispielsweise die Mobilitätsgarantie eines Herstellers.