Stärker als Prognose

Starker Anstieg: Krankenkassen erhöhen Beiträge im neuen Jahr – Das müssen TK-Versicherte bald zahlen

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Es war absehbar, dass die Krankenkassen-Beiträge 2025 steigen würden. Der tatsächliche Anstieg scheint jedoch die Vorhersagen zu übertreffen.

Update vom 18. Dezember: Erst jüngst wurde bekannt, dass bei den deutschen Krankenkassen deutliche Beitragserhöhungen ins Haus stehen. Die Techniker Krankenkasse (TK), mit derzeit 11,8 Millionen Versicherten Deutschlands größte Krankenkasse, hat nun angekündigt, den Zusatzbeitrag auf 2,45 Prozent zu erhöhen, wie sie in einer Mitteilung informierte. Damit wird bei TK-Versicherten ab Januar insgesamt ein Beitragssatz von mehr als 17 Prozent fällig.

Laut Focus begründete TK-Chef Jens Baas die Erhöhung mit der angespannten Finanzlage. „Die finanzielle Lage der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ist mehr als angespannt“, heißt es auch in der Mitteilung des TK-Verwaltungsrates.

TK-Chef Jens Baas begründet die Erhöhungen mit der angespannten finanziellen Lage der Krankenkasse.

Beitragserhöhung bei Krankenkassen steht 2025 bevor

Erstmeldung vom 17. Dezember: 2025 bleibt für viele Deutsche weniger von ihrem Gehalt übrig. Viele Krankenkassen befinden sich in finanzieller Schieflage und erhöhen zum Jahreswechsel die Beiträge. Teilweise recht drastisch.

Reserven der Krankenkassen aufgebraucht: Beiträge steigen stärker als erwartet

In den nächsten Tagen werden die genauen Erhöhungen bekannt gegeben. Ein Schätzerkreis hatte bereits berechnet, dass die Beiträge im Durchschnitt um 0,8 Prozent steigen werden. Dies wurde im Oktober vom Bundesamt für soziale Sicherung berichtet. Nun wird vermutet, dass diese Erhöhung für viele Krankenkassen nicht ausreicht. Sie könnten deutlich mehr Geld verlangen.

Generell erfolgt die Erhöhung durch eine Anhebung des Zusatzbeitrags. Diesen erheben die Krankenkassen neben dem allgemeinen Beitragssatz (14,6 Prozent), um ihren Finanzbedarf zu decken. Zuletzt lag der Zusatzbeitrag im Durchschnitt bei 1,7 Prozent. Nun soll er im Schnitt auf 2,5 Prozent ansteigen.

Die Beiträge der Krankenkassen steigen im neuen Jahr wohl um einige Prozent.

Krankenkassen im Minus: Darum werden die Beiträge jetzt erhöht

Aktuell haben viele Krankenkassen Schwierigkeiten, die gesetzliche Mindestreserve von 20 Prozent der monatlichen Ausgaben einzuhalten. Carola Reimann, die Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, sagte der Augsburger Allgemeinen, dass die Politik „in den letzten Jahren die Kassenrücklagen abgeschmolzen und immer mehr Instrumente zur Ausgabensteuerung abgeschafft“ habe. Gleichzeitig würden die Ausgaben steigen, was viele Krankenkassen nicht ausgleichen können.

Für die Verbraucher bedeutet die Beitragserhöhung erhebliche Mehrkosten. Diese belaufen sich wahrscheinlich auf durchschnittlich über hundert Euro pro Jahr – auch wenn der Arbeitgeber die Hälfte der Kosten für die Krankenversicherung trägt.

Rechnung zeigt durchschnittliche Mehrkosten durch Beitragserhöhung

Verdeutlichen soll dies eine Rechnung: Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 3000 Euro müssten 256,50 Euro pro Monat abgeben, wenn der Satz wie erwartet steigt. Mit dem bisherigen Durchschnittsbeitragssatz waren es 244,50 Euro. Die Mehrkosten betragen bei diesem Einkommen also zwölf Euro pro Monat. Auch für Rentner hat die Beitragserhöhung entsprechende Auswirkungen.

In der Tabelle wird dargestellt, wie sich die erhöhten Beiträge konkret auswirken. Die Berechnungen basieren auf dem für das Jahr 2025 berechneten Durchschnittswert. Nicht alle Krankenkassen verlangen den gleichen Betrag. Die Krankenversicherung „Knappschaft“ hat beispielsweise bereits angekündigt, den Zusatzbeitrag auf 4,4 Prozent zu erhöhen. Sie ist derzeit der teuerste Anbieter.

BruttoeinkommenBeitrag 2024 (Durchschnitt)Beitrag 2025 (vsl. Durchschnitt)
1000 Euro81,5 Euro85,50 Euro
2000 Euro163 Euro171 Euro
3000 Euro244,50 Euro256,50 Euro
4000 Euro326 Euro342 Euro

Kritik an Beitragserhöhung: Versicherte werden „an ihre Grenzen gebracht“

„Mit den anstehenden Beitragserhöhungen wird die finanzielle Belastbarkeit der Versicherten und Arbeitgebenden zunehmend an ihre Grenzen gebracht“, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, der Augsburger Allgemeinen.

Was können Verbraucher tun? Schnell wechseln. Wer eine teure Krankenversicherung hat, könnte eine günstigere finden, mit deren Leistungen er zufrieden ist. Beim Wechsel der Krankenkasse gibt es jedoch einiges zu beachten. (lab)

Rubriklistenbild: © Jürgen Heinrich/IMAGO

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