Hilfestellungen für „Häuslebauer“

„Starthilfe Wohneigentum“ im Koalitionsvertrag zeigt drei Punkte – wie Familien bald profitieren sollten

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Familien sollen bei der Wohneigentumsbildung weiterhin Unterstützung bekommen. Auch im Koalitionsvertrag geht es um entsprechende Maßnahmen.

Berlin –  Auf 144 Seiten haben Union und SPD – unter dem Titel „Verantwortung für Deutschland“ – aufgeschrieben, was sie als Koalition erreichen wollen. Auch bei den Themen Wohnen und Bauen soll sich einiges tun. So soll zum Beispiel die Mietpreisbremse zunächst um vier Jahre verlängert werden. Bis Ende 2026 soll eine Expertengruppe eine Reform ausarbeiten. Die umstrittenen Indexmieten sollen nicht verboten, aber in angespannten Wohnungsmärkten strenger reguliert werden. Denn in Deutschland mangelt es vielerorts an bezahlbaren Wohnungen. Wie aus dem Koalitionsvertrag ebenfalls hervorgeht, sollen Familien bei der Wohneigentumsbildung künftig weiter unterstützt werden.

In den eigenen vier Wänden leben – das wünschen sich wohl viele. Doch der Wohnraum ist oft knapp, und das Bauen in vielen Fällen ein teures Unterfangen. (Symbolbild)

Bestehende Programme „Wohneigentum für Familien“ sowie „Jung kauft Alt“

So viel vorneweg: Mithilfe der staatlichen Förderprogramme lässt sich die finanzielle Belastung bereits jetzt insgesamt etwas reduzieren. Bauherren und Käufer von Wohnungen werden hier vor allem bei der Förderbank KfW fündig – in Form von zinsvergünstigten Krediten. So können Familien und Alleinerziehende etwa mit dem Programm „Wohneigentum für Familien“ eine selbst genutzte Wohnimmobilie neu bauen oder erwerben und bekommen dafür unter bestimmten Bedingungen eine Förderung.

Beim Kauf einer Bestandsimmobilie gibt es zudem Unterstützung durch das Programm „Jung kauft Alt“: Dieses im September 2024 gestartete Förderprogramm für den Eigentumserwerb richtet sich an Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind, die maximal 90.000 Euro Einkommen im Jahr haben. Bei jedem weiteren Kind kommen 10.000 Euro dazu. Anfang 2025 wurde das Programm ausgeweitet, sodass die Förderung auch bei denkmalgeschützten Gebäuden möglich ist.

„Starthilfe Wohneigentum“: Was steht im Koalitionsvertrag?

Was ist zudem für die Zukunft vorgesehen? Im Koalitionsvertrag ist – noch recht unkonkret – von der sogenannten „Starthilfe Wohneigentum“ die Rede. Mit der „Starthilfe Wohneigentum“ soll es laut des Koalitionsvertrags für Familien leichter werden, Wohneigentum zu erwerben: Genannt sind steuerliche Maßnahmen, Unterstützung bei fehlendem Eigenkapital, und auch die Übernahme von staatlichen Bürgschaften für Hypotheken soll geprüft werden.

Bausparkassen: Geplante Förderung der Wohneigentumsbildung „wirft noch Fragen auf“

Die geplante Förderung der Wohneigentumsbildung werfe allerdings noch Fragen auf, hieß es vonseiten der Bausparkassen zum Koalitionsvertrag. Zwar begrüßten sie das Vorhaben, dass Familien demnach bei der Wohneigentumsbildung unterstützt werden sollten. Anzuerkennen sei, dass man sich zum Ziel gesetzt habe, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau zu verbessern: „Digitale Genehmigungsverfahren, weniger anspruchsvolle Baustandards und erleichtertes Bauen im Bestand – davon profitieren auch private Haushalte, die ihre eigenen vier Wände neu bauen möchten“, hieß es in der Mitteilung vonseiten des Verbands der Privaten Bausparkassen und der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS) zu den bisherigen Plänen. Jene Vorschläge, die direkt auf das Wohneigentum abzielten, erschienen jedoch teilweise „undurchsichtig“, bedauerten sie demnach zugleich.

Koalitionsvertrag: Förderungen sollen zusammengelegt werden

Die geplante Vereinfachung der KfW-Förderprogramme sei zwar „grundsätzlich sinnvoll“, was am Ende als Förderung bei künftigen Erwerbern ankomme, aber „noch offen“, heißt es zudem in der Mitteilung. Demnach soll es künftig nur noch ein Programm für den Neubau und eines für die Modernisierung geben. „Wir vermissen hier die für die Wohneigentumsbildung ganz zentrale Förderung des Bestandserwerbs und können nur hoffen, dass das gerade erst eingeführte Programm ‚Jung kauft Alt‘ nicht gestrichen, sondern verbessert wird“, so LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann. „Und verbessern heißt hier vor allem: Die Förderung muss von teuren energetischen Zusatzanforderungen befreit werden.“

Was sieht der Koalitionsvertrag zudem für Hausbesitzer vor?

Was kommt laut Koalitionsvertrag ungeachtet dessen wohl auf zahlreiche Hausbesitzer zu? Vorgesehen ist: Wer eine klimafreundliche Heizung wie eine Wärmepumpe einbaut, kann weiter mit einer staatlichen Förderung rechnen. Es ist jedoch völlig offen, wie hoch diese noch ausfällt. Denn das umstrittene Heizungsgesetz der Ampel-Regierung soll wieder abgeschafft und durch ein neues Gebäudeenergiegesetz ersetzt werden. „Die Sanierungs- und Heizungsförderung werden wir fortsetzen“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Familie und Wohnen: Wie könnten Betroffene künftig noch profitieren?

Haushalte dürften aber auch von der Senkung der Energiepreise profitieren. So hat das Vergleichsportal Verivox dem MDR zufolge berechnet, dass die angekündigte Senkung des Strompreises um fünf Cent/kWh eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh um 238 Euro (brutto) entlasten würde. Beim Gas soll die Gasspeicherumlage wegfallen (knapp 0,3 Cent/kWh), bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh, was einem durchschnittlichen Einfamilienhaus entspreche, spare eine Familie 71 Euro im Jahr, hieß es weiter in dem Bericht. (ahu mit AFP und dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Matthias Stolt

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