Unkraut

Vorsicht bei Acker-Schachtelhalm im Garten: Möglicher Hinweis auf ein Bodenproblem

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Acker-Schachtelhalm ist ein zu Recht gefürchtetes Unkraut. Wenn er Überhand nimmt, muss man schlimmstenfalls oft den Boden umgraben. Daher sollte man ihm die Lebensgrundlage entziehen.

Acker-Schachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, ist mit seinen langgliedrigen Blättern an sich eine recht ästhetische Pflanze. Aber auch sehr ausdauernd und widerstandsfähig, schließlich überleben Schachtelhalme schon seit rund 400 Millionen Jahren auf der Erde. Wenn Sie das Unkraut in Ihrem Garten finden, ist das ein Hinweis auf ein Staunässe-Problem mit Ihrem Boden, das Sie schnell beheben sollten – und den Schachtelhalm mitsamt den Wurzeln gleich mit. Denn selbst mit einem Unkrautvernichtungsmittel werden Sie bei Acker-Schachtelhalm nicht weit kommen.

In einem feuchten Gartenboden fühlt sich Acker-Schachtelhalm sehr wohl

Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern sehr stark.

Der Acker-Schachtelhalm vermehrt sich über Sporen und vegetativ über unterirdische Ausläufer. Rückt man der Pflanze mit einem Unkrautvernichtungsmittel zu Leibe, was in einem naturnahen Garten die letzte Option sein sollte, hat man nicht viele Chancen auf Erfolg. Denn wie der Löwenzahn hat das Zinnkraut sehr lange Pfahlwurzeln (bis zu zwei Meter), die zudem sehr verzweigt sind. Erwischt man diese nicht restlos, breitet sich der Schachtelhalm schnell wieder aus. Daher sollte man das Problem bei der Wurzel packen und ihm seine Lebensgrundlage entziehen: Einen feucht-nassen, dichten und lehmigen Boden, wie die Sumpfpflanze ihn schon vor langer Zeit reichlich vorgefunden hat.

Wenn Sie den Schachtelhalm in Ihrem Garten sichten, sollte die erste Maßnahme sein, die Pflanze abzuschneiden oder im Rasen regelmäßig abzumähen, bevor sie im Frühling an einzelnen Stielen überirdisch Sporen ausbilden kann. Zinnkraut ist eine Zeigerpflanze für Staunässe und Bodenverdichtung, außerdem mag er nährstoff- und kalkarme Böden. Hier sollte man ansetzen, indem man die Erde regelmäßig mit einer Grabegabel auflockert und düngt. Findet man dabei Schachtelhalm-Rhizome oder Teilstücke davon, werden diese komplett entfernt. Nach einer Bodenanalyse kann auch das Kalken des Bodens sinnvoll sein. Ist der Boden lehmig, hilft eine Auflockerung mit Sand und Kies, um das Abfließen des Wassers zu erleichtern und Staunässe zu vermeiden.

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Acker-Schachtelhalm beschatten als Alternativlösung

Eine andere, aber ebenfalls mühselige Möglichkeit ist es, die lichthungrige Pflanze auszuhungern, indem man die betroffene Gartenfläche dauerhaft mit einem schwarzen Vlies oder einer lichtdichten Unkrautfolie bedeckt, bis der Schachtelhalm nach etwa einem Jahr eingeht und nicht mehr nachwächst. Aber in dieser Zeit leider auch keine anderen Pflanzen.

Zehn wuchernde Unkräuter, die Sie unbedingt aus Ihrem Garten entfernen sollten

Gemeiner Stechapfel mit Blüte.
Der Gemeine Stechapfel trägt zwar attraktive Blüten, aber soweit sollte man es nicht kommen lassen. Die giftige Pflanze bildet hartnäckige Pfahlwurzeln. © blickwinkel/Imago
Blühende Kahle Fingerhirse.
Der Wind und Vögel verbreiten Hirsearten wie die Kahle Fingerhirse schneller, als einem lieb ist.  © blickwinkel/Imago
Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), Blüte und Kleeblatt.
Sauerklee vermehrt sich zügig über Samen und Wurzeln. Am besten entfernt man das hartnäckige Unkraut, bevor es blüht. © imagebroker/Imago
Fliegenpilz in Moos.
Wer Moos im Garten nicht zeitnah entfernt, kann dem gepflegten Rasen bald Adieu sagen. Vertikutieren hilft oft.  © Panthermedia/Imago
Ackerwinde (Convolvulus arvensis).
Die rosafarben blühende Ackerwinde oder die weiße Zaunwinde sind nützlich für Insekten. Aber mit ihren wuchernden Ranken ersticken sie gewünschte Pflanzen im Garten. Ihre Wurzeln wachsen bis zu zwei Meter tief, daher sollte man Winden regelmäßig ausreißen.  © Panthermedia/Imago
Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke.
Die Kriech-Quecke oder Gemeine Quecke ist ein Süßgras, das sich sowohl über Samen als auch über unterirdische meterlange Triebe ausbreitet. Das Unkraut lässt sich nur sehr mühselig entfernen, daher sollte man es zumindest in Beeten konsequent frühzeitig bekämpfen. © agefotostock/Imago
Acker-Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, Zinnkraut (Equisetum arvense).
Der Acker-Schachtelhalm siedelt sich zwar eher in feuchten Gärten an, aber wehe, man lässt ihn dort wachsen: Die unterirdischen Ausläufer wuchern so stark, dass man meist den ganzen Boden umgraben muss. © blickwinkel/Imago
Wiese mit blühendem Löwenzahn.
Ach wie hübsch, eine blühende Löwenzahnwiese. Aber bitte nicht im eigenen Garten, denn die Pusteblumen vermehren sich rasant. Und los wird man das Unkraut nur, wenn man die lange Wurzel mitentfernt. © CHROMORANGE/Imago
Gierschblätter in Nahaufnahme.
Der wuchernde Klassiker: Statt sich über Giersch als Unkraut im Garten zu ärgern, sollte man ihn lieber als Salat genießen. © blickwinkel/Imago
Disteln.
Disteln sind im Garten nicht gerne gesehen, da sie ausladende Wurzeln haben.  © Rimmi/Imago

Ein schwacher Trost: Acker-Schachtelhalm kann man in Form von Schachtelhalm-Jauche oder -Brühe als Dünger zur Pflanzenstärkung oder als Mittel gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten wie Mehltau einsetzen.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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