Zweifel am E-Pick-up

Cybertruck undicht und schlecht zu steuern? Tesla-Files weisen auf massive Probleme hin

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Schon 2021 hätte der Cybertruck auf den Markt kommen sollen – immer wieder wurde der Starttermin verschoben. Nun zeigen die Tesla-Files mit welchen Problemen der Autobauer offenbar kämpft.

Schon die Präsentation des Tesla-Cybertrucks stand unter keinem guten Stern: Um die Festigkeit der „Panzerglas“-Scheiben zu demonstrieren, warf Designchef Franz von Holzhausen auf der Bühne eine Metallkugel dagegen. Leider ging die Vorführung ziemlich schief – und die Scheiben zu Bruch. Auch über das kantig-kuriose Design machten sich im Web viele lustig – jedoch fanden sich auch schnell viele Begeisterte, die das Gefährt am liebsten sofort kaufen wollten. Der Produktionsstart war für 2021 geplant – und wurde bis heute immer wieder verschoben. Nun zeigen interne Dokumente ganz offensichtlich die Probleme des Cybertrucks auf.

Tesla Cybertruck: 20-seitiges Dokument zeigt angeblich massive Probleme bei Prototyp auf

Die Informationen über die Schwierigkeiten mit dem Cybertruck, der sogar als Boot dienen können soll, stammen aus den sogenannten „Tesla-Files“ – einem rund 100 Gigabyte großen Datenpaket über den US-Elektroautobauer, das dem Handelsblatt zugespielt wurde. Unter den Dateien ist auch ein mutmaßlicher Geheimreport aus dem Januar 2022, der angeblich den Zustand des Cybertrucks im Entwicklungsstadium „Alpha“ beschreibt. In dem 20-seitigen Dokument macht der Prototyp keine gute Figur.

Eigentlich sollte der Tesla Cybertruck bereits 2021 auf den Markt kommen – doch gebaut wird er bis heute nicht.

Lärm in der Fahrerkabine und Bremsprobleme: Cybertruck zeigt einige Mängel

Demnach habe der Prototyp bei Bremsmanövern und hohen Geschwindigkeiten an Stabilität eingebüßt. Streckenweise habe es auch erheblichen Lärm in der Fahrerkabine gegeben und die Klimaanlage habe offenbar das Lenkrad vibrieren lassen. Beim Einparken habe der Elektro-Pick-up zudem geruckelt.

Das sind die zehn meistgebauten Elektroautos Europas

Ein Renault Zoe
Platz 10 – Renault Zoe: Der französische Stromer ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, dennoch gehört der Renault Zoe auch im Jahr 2022 noch zu den meistproduzierten Elektroautos Europas. © Renault
Ein Audi e-tron
Platz 9 – Audi e-tron: Der erste reine Stromer von Audi gehört auch 2022 zu den meistgebauten E-Autos in Europa. Das Foto zeigt die Sportback-Variante. © Audi
Mehrere Tesla Model Y in Grünheide
Platz 8 – Tesla Model Y: Für den europäischen Markt wird das Tesla Model Y in der Gigafactory in Grünheide bei Berlin gebaut – und es reicht für den achten Platz im Produktions-Ranking. © IMAGO/Jochen Eckel
Ein Audi Q4
Platz 7 – Audi Q4: Ein weiterer Audi gehört zu den meistproduzierten E-Autos Europas: Der Q4 wird wie einige weitere Stromer des VW-Konzerns in Zwickau gefertigt. © Audi
Ein Hyundai Kona
Platz 6 – Hyundai Kona: Ein Koreaner hat es ebenfalls unter die zehn meistproduzierten E-Autos Europas geschafft – der Hyundai Kona wird im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice gebaut. © Hyundai
Ein Peugeot e-208
Platz 5 – Peugeot e-208: Mit dem Peugeot e-208 hat es ein Fahrzeug aus dem Stellantis-Konzern auf den fünften Platz geschafft. © Peugeot
Ein Skoda Enyaq
Platz 4 – Skoda Enyaq: 50.765 Einheiten des Skoda Enyaq verließen im Jahr 2022 das Werk in Tschechien – das reicht für den vierten Platz im europäischen Elektroauto-Produktionsranking. Das Foto zeigt die RS-Version des Stromers. © Skoda
Ein VW ID.3
Platz 3 – VW ID.3: Die Elektro-Kompaktlimousine VW ID.3 wird in Zwickau gebaut – 52.229 Exemplare rollten im Jahr 2022 dort vom Band. © Volkswagen
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4: Auch den zweiten Platz belegt ein Volkswagen – der ebenfalls in Zwickau produzierte ID.4 wurde 63.685 Mal gebaut. © Volkswagen
Ein Fiat 500e
Platz 1 – Fiat 500e: 66.325 Exemplare des italienischen Stromers liefen 2022 in Mirafiori vom Band – damit war er das meistgebaute E-Auto Europas. © Fiat

Undichtigkeiten und Lenkprobleme: Tesla-Files weisen auf viele Cybertruck-Baustellen hin

Große Probleme gibt es dem Handelsblatt-Bericht zufolge auch mit der Torsionssteifigkeit der Karosserie. Sie hat enorme Auswirkungen auf Komfort, Haltbarkeit und Sicherheit eines Autos. Ebenso hakt es bei der rein elektronischen Lenkung: Sie reagiert mit einer zu großen Verzögerung, was dazu führt, dass das Fahrzeug schwerer zu kontrollieren ist – speziell bei heftigen Lenkbewegungen. Doch auch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: Undichte Stellen sowie zu viel Spiel im Bremspedal hätten ebenfalls zu Beanstandungen geführt.

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Tesla Cybertruck: Auslieferungen sollen nun Ende 2023 starten

Mittlerweile sind die ersten Auslieferungen des Cybertrucks für Ende 2023 geplant – doch sollten die in dem Dokument genannten Baustellen tatsächlich so drastisch sein, dürfte es auch mit diesem Termin eventuell eng werden. Dabei haben Unternehmen schon längst Zubehör für den Cybertruck entwickelt – wie etwa eine Art Luxus-Camping-Erweiterung. Einige handwerklich Begabte haben inzwischen ihren eigenen Cybertruck gebastelt: Eine Version entstand auf Basis eines Kleinbusses, eine andere Version auf Basis eines Toyota Prius. Aufmerksamkeit ist mit diesen Nachbauten auf jeden Fall garantiert.

Rubriklistenbild: © Tesla

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