Perseiden im August

Sternschnuppen fotografieren mit dem Smartphone: So gelingen die Aufnahmen

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Jedes Jahr fliegen die Perseiden, aber kaum jemand bekommt sie gut aufs Foto. Warum das Handy nicht das Problem ist und was stattdessen wichtig ist.

Der Himmel leuchtet, Sternschnuppen jagen über die Nacht. Und auf dem Foto? Ein schwarzer Pixelhaufen. Dabei braucht es keine Profi-Ausrüstung, um die Perseiden richtig einzufangen. Wer weiß, wann und wie, kann mit dem Smartphone beeindruckende Bilder machen. Die Technik ist dabei nur ein Teil der Wahrheit.

Auch mit modernen Smartphone-Kameras sind Aufnahmen der Perseiden eine Herausforderung. Entscheidend sind vor allem Standort, Stabilität und die richtigen Einstellungen.

Die Perseiden sind jedes Jahr im August zu sehen, mit ihrem Höhepunkt rund um den 12. auf den 13. August. Bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde huschen dann laut der Deutschen Presseagentur (dpa) über den Himmel. Wer sich ein cooles Bild davon erhofft, scheitert oft nicht an der Kamera, sondern an fehlender Vorbereitung.

Fester Stand und dunkle Umgebung: Worauf es beim Fotografieren der Sternschnuppen ankommt

Die meisten unterschätzen, wie empfindlich die Technik bei Dunkelheit und langen Belichtungen reagier. Ein verwackelter Shot, zu viel Licht aus der Stadt oder ein leerer Akku machen schnell alles zunichte. Vor allem wer meint, spontan mit dem Handy in den Himmel zu halten, bekommt bestenfalls einen unscharfen Punkt.

Smartphones können mehr, als man denkt, aber nicht, wenn sie wackeln. Ein fester Untergrund oder ein kleines Stativ sind Pflicht, schreibt auch der SWR. Ohne festen Stand wird es schwer, weil die Belichtungszeiten lang sind. Auch ein Timer oder ein Fernauslöser machen Sinn. So lässt sich vermeiden, dass das Bild beim Tippen auf den Bildschirm direkt verwackelt.

So sieht das „Hubble“-Weltraumteleskop das Sonnensystem

Das Weltraumteleskop „Hubble“ von Nasa und Esa befindet sich seit 1990 in der Erdumlaufbahn. In einer Höhe von etwa 500 Kilometern blickt es tief hinein ins Weltall – fotografiert gelegentlich aber auch die Planeten des Sonnensystems.
Das Weltraumteleskop „Hubble“ von Nasa und Esa befindet sich seit 1990 in der Erdumlaufbahn. In einer Höhe von etwa 500 Kilometern blickt es tief hinein ins Weltall – fotografiert gelegentlich aber auch die Planeten des Sonnensystems. © Nasa
Nahaufnahme des roten Planeten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Mars „nur“ 88 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Erde und Mars kommen sich etwa alle 26 Monate nah. Die Annäherung im Dezember 2007 hat das „Hubble“-Team genutzt, um den roten Planeten abzulichten.
Nahaufnahme des roten Planeten. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Mars „nur“ 88 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Erde und Mars kommen sich etwa alle 26 Monate nah. Die Annäherung im Dezember 2007 hat das „Hubble“-Team genutzt, um den roten Planeten abzulichten. © NASA, ESA, the Hubble Heritage Team (STScI/AURA), J. Bell (Cornell University), and M. Wolff (Space Science Institute, Boulder)
Das „Hubble“-Weltraumteleskop hat in diesem Fall nicht nur den Nachbarplaneten der Erde, den Mars, fotografiert. Wer genau hinschaut, erkennt links oben den kleinen Mars-Mond Phobos, der um den roten Planeten zieht. Weil der Mond so klein ist, erscheint er in der „Hubble“-Aufnahme wie ein Stern. Da das Bild aus 13 verschiedenen Aufnahmen zusammengesetzt wurde, erscheint der Mond Phobos 13 Mal an unterschiedlichen Stellen.
Das „Hubble“-Weltraumteleskop hat in diesem Fall nicht nur den Nachbarplaneten der Erde, den Mars, fotografiert. Wer genau hinschaut, erkennt links oben den kleinen Mars-Mond Phobos, der um den roten Planeten zieht. Weil der Mond so klein ist, erscheint er in der „Hubble“-Aufnahme wie ein Stern. Da das Bild aus 13 verschiedenen Aufnahmen zusammengesetzt wurde, erscheint der Mond Phobos 13 Mal an unterschiedlichen Stellen. © NASA, ESA, and Z. Levay (STScI), Acknowledgment: J. Bell (ASU) and M. Wolff (Space Science Institute)
Die Details auf der Oberfläche des Planeten Jupiter sind auf „Hubble“-Fotos besonders gut zu erkennen. Besonders auffällig ist der „Große Rote Fleck“, der einen Durchmesser von rund 16.000 Kilometern hat und seit mindestens 200 Jahren über den Gasriesen tobt. Der Sturm ist so groß, dass der gesamte Planet Erde darin Platz finden würde.
Die Details auf der Oberfläche des Planeten Jupiter sind auf „Hubble“-Fotos besonders gut zu erkennen. Besonders auffällig ist der „Große Rote Fleck“, der einen Durchmesser von rund 16.000 Kilometern hat und seit mindestens 200 Jahren über den Gasriesen tobt. Der Sturm ist so groß, dass der gesamte Planet Erde darin Platz finden würde. © SCIENCE: NASA, ESA, Amy Simon (NASA-GSFC), Michael H. Wong (UC Berkeley), IMAGE PROCESSING: Joseph DePasquale (STScI)
Faszinierender Anblick: „Hubble“ enthüllt, dass es auf dem Planeten Jupiter Polarlichter gibt. Das Polarlicht wurde im UV-Licht aufgenommen. Es entsteht, wenn geladene Teilchen entlang des Magnetfelds des Jupiters auf hohe Energien beschleunigt werden. Treffen die Teilchen auf die Atmosphäre in der Nähe der Magnetpole, lassen sie diese wie Gase in einer Leuchtstoffröhre leuchten.
Faszinierender Anblick: „Hubble“ enthüllt, dass es auf dem Planeten Jupiter Polarlichter gibt. Das Polarlicht wurde im UV-Licht aufgenommen. Es entsteht, wenn geladene Teilchen entlang des Magnetfelds des Jupiters auf hohe Energien beschleunigt werden. Treffen die Teilchen auf die Atmosphäre in der Nähe der Magnetpole, lassen sie diese wie Gase in einer Leuchtstoffröhre leuchten. © NASA, ESA, and J. Nichols (University of Leicester); Acknowledgment: A. Simon (NASA/GSFC) and the OPAL team
„Hubble“ fotografiert nicht nur Planeten im Sonnensystem – in diesem Fall hat das Weltraumteleskop den Jupiter-Mond Europa ins Visier genommen. Europa ist etwas kleiner als der Erdmond, die Oberfläche ist von einer soliden Eiskruste bedeckt, die von Rissen durchzogen wird. Im Inneren befindet sich ein Ozean mit mehr Wasser, als es auf der Erde gibt. Fachleute gehen davon aus, dass Europa Leben beherbergen könnte.
„Hubble“ fotografiert nicht nur Planeten im Sonnensystem – in diesem Fall hat das Weltraumteleskop den Jupiter-Mond Europa ins Visier genommen. Europa ist etwas kleiner als der Erdmond, die Oberfläche ist von einer soliden Eiskruste bedeckt, die von Rissen durchzogen wird. Im Inneren befindet sich ein Ozean mit mehr Wasser, als es auf der Erde gibt. Fachleute gehen davon aus, dass Europa Leben beherbergen könnte. © ACKNOWLEDGMENT: NASA, NASA-JPL, University of Arizona
Das „Hubble“-Weltraumteleskop zeigt den Gasriesen Saturn und seine Ringe in voller Pracht. Die Farbe der Ringe verändert sich im Laufe der Beobachtungen immer wieder.
Das „Hubble“-Weltraumteleskop zeigt den Gasriesen Saturn und seine Ringe in voller Pracht. Die Farbe der Ringe verändert sich im Laufe der Beobachtungen immer wieder. © SCIENCE: NASA, ESA, Amy Simon (NASA-GSFC), Michael H. Wong (UC Berkeley), IMAGE PROCESSING: Alyssa Pagan (STScI)
Auch der Planet Saturn hat Polarlichter, wie diese Aufnahmen des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigen. Die Aurora verändert sich täglich, wie auf den drei Aufnahmen zu sehen ist. An manchen Tagen bewegen sie sich, während sie an anderen Tagen an Ort und Stelle bleiben. Die Polarlichter des Saturn werden hauptsächlich vom Sonnenwind angetrieben.
Auch der Planet Saturn hat Polarlichter, wie diese Aufnahmen des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigen. Die Aurora verändert sich täglich, wie auf den drei Aufnahmen zu sehen ist. An manchen Tagen bewegen sie sich, während sie an anderen Tagen an Ort und Stelle bleiben. Die Polarlichter des Saturn werden hauptsächlich vom Sonnenwind angetrieben. © NASA, ESA, J. Clarke (Boston University), and Z. Levay (STScI)
Der Planet Neptun wurde ebenfalls vom „Hubble“-Teleskop beobachtet. Die Aufnahmen aus drei Jahren zeigen, dass die Helligkeit des Planeten zwischen 1996 und 2002 stark zugenommen hat – vermutlich, weil sich zahlreiche Wolken auf der südlichen Halbkugel bildeten.
Der Planet Neptun wurde ebenfalls vom „Hubble“-Teleskop beobachtet. Die Aufnahmen aus drei Jahren zeigen, dass die Helligkeit des Planeten zwischen 1996 und 2002 stark zugenommen hat – vermutlich, weil sich zahlreiche Wolken auf der südlichen Halbkugel bildeten. © NASA, L. Sromovsky, and P. Fry (University of Wisconsin-Madison)
Der Neptun wurde am 23. September 1846 vom deutschen Astronomen Johann Galle entdeckt. Er ist 4,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt – 30 Mal weiter als die Erde. Trotzdem hat „Hubble“ den Planeten fotografiert.
Der Neptun wurde am 23. September 1846 vom deutschen Astronomen Johann Galle entdeckt. Er ist 4,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt – 30 Mal weiter als die Erde. Trotzdem hat „Hubble“ den Planeten fotografiert. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Auch den Erdmond hat sich „Hubble“ angeschaut. Genauer: Den auffälligen Krater Tycho. Der Krater wurde vor etwa 100 Millionen Jahren von einem Asteroiden-Einschlag geschlagen. Die hellen Spuren, die vom Krater wegführen, entstanden durch Material, das durch den Einschlag in die Luft geschleudert wurde. Der Krater Tycho hat einen Durchmesser von 80 Kilometern.
Auch den Erdmond hat sich „Hubble“ angeschaut. Genauer: Den auffälligen Krater Tycho. Der Krater wurde vor etwa 100 Millionen Jahren von einem Asteroiden-Einschlag geschlagen. Die hellen Spuren, die vom Krater wegführen, entstanden durch Material, das durch den Einschlag in die Luft geschleudert wurde. Der Krater Tycho hat einen Durchmesser von 80 Kilometern. © NASA, ESA, and D. Ehrenreich (Institut de Planétologie et d‘Astrophysique de Grenoble (IPAG)/CNRS/Université Joseph Fourier)

Ein zweiter Tipp ist der Standort. Wer Sterne jagt, muss raus – und zwar weit weg vom Stadtlicht. Je dunkler die Umgebung, desto größer die Chance auf gute Fotos. Optimal ist der Himmel laut der dpa zwischen zwei und vier Uhr nachts, da steht das Sternbild Perseus besonders hoch.

So gelingen Sternschnuppenfotos mit dem Smartphone: Einstellungen und Technik

Der Blitz muss in jedem Fall ausgeschaltet sein. Der ISO-Wert sollte idealerweise im Bereich zwischen 200 und 400 liegen, der Fokus manuell auf unendlich gestellt werden und die Belichtungszeit möglichst lang gewählt sein, empfiehlt die dpa. Viele Android-Smartphones verfügen bereits über einen Nacht- oder Profimodus in der Kamera-App, alternativ können Apps wie ProCam X dabei helfen, die Einstellungen manuell vorzunehmen, schreibt Chip.

Beim iPhone übernimmt der Nachtmodus viele dieser Anpassungen automatisch, allerdings funktioniert das nur zuverlässig, wenn der Blitz deaktiviert ist. Entscheidend für gelungene Aufnahmen sind außerdem absolute Ruhe, kein Zoomen und kein Autofokus. Das Handy sollte ruhig ausgerichtet werden, dann heißt es warten und regelmäßig auslösen.

„Einfach mal drauflos knipsen“: Perfekte Aufnahmen gelingen oft nicht auf Anhieb

Perfekte Aufnahmen gelingen oft nicht auf Anhieb, sondern entstehen erst im Nachhinein. Wer viele Bilder hintereinander aufnimmt, kann diese später übereinanderlegen und so ein einziges Bild mit mehreren Sternschnuppen erzeugen.

„Generell gilt bei Sternschnuppen die Taktik, einfach mal wild drauflos fotografieren und dann hinterher all die Bilder wegschmeißen, auf denen keine Sternschnuppen drauf sind“, empfiehlt Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar

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