VonAdrian Kilbschließen
Gutverdienende in Deutschland müssen einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens an den Staat abführen. Ab 2025 profitieren sie von einer Grenzverschiebung nach oben.
In Zeiten knapper Haushaltskassen müssen viele Bürger in den Gürtel enger schnallen. Gerade Sozialleistungen wie das Bürgergeld oder die Sozialhilfe baut die Bundesregierung nicht weiter aus. Auf der anderen Seite gibt es Erleichterungen, insbesondere für die Besserverdiener der Bundesrepublik.
Steuer-Änderung für Gutverdiener: Was 2025 wichtig wird
Zum 1. Juli steigen die Renten in Deutschland nach jetzigen Prognosen um rund 3,5 Prozent. Aber auch Arbeitnehmer profitieren von staatlichen Entscheidungen. Kurz vor Jahresende beschlossen Bundestag und Bundesrat den Ausgleich der kalten Progression. Konkret wird der Grundfreibetrag um 312 Euro auf 12.096 Euro angehoben – und eine inflationsbedingte Erhöhung bei der Einkommensteuer dadurch verhindert. Auch beim Spitzensteuersatz gibt es eine Erleichterung.
Als Grundlage, welcher Arbeitnehmer in Deutschland wie viel Steuern auf sein Einkommen abführen muss, dient die jährliche Steuertabelle, in der die fälligen Steuerabgaben für das jeweilige Jahreseinkommen festgehalten sind, erklärt „Taxfix.de“.
Mehr Geld 2025: Welche Gutverdiener von der Steuer-Änderung profitieren
Für den allerersten Euro nach dem steuerfreien Grundfreibetrag von 12.096 Euro zahlen Arbeitnehmer im Jahr 2025 14 Euro Steuern. Er steigert sich dann im weiteren Verlauf in kleinen Schritten bis zum Spitzensteuersatz. Er liegt in Deutschland bei 42 Prozent – für jeden Euro, den der Arbeitnehmer über der Grenze liegt, muss er 42 Cent berappen.
Die Entwicklung des Spitzensteuersatzes in Deutschland in der Tabellen-Übersicht:
| Jahr | 45 % Höchststeuersatz ab zu versteuerndem Einkommen von |
| 2010 – 2015 | 52.882 € |
| 2016 | 53.666 € |
| 2017 | 54.058 € |
| 2018 | 54.950 € |
| 2019 | 55.961 € |
| 2020 | 57.052 € |
| 2021 | 57.919 € |
| 2022 | 58.597 € |
| 2023 | 62.810 € |
| 2024 | 66.761 € |
| 2025 | 68.481 € |
Quelle: Bundesfinanzministerium
Der Spitzensteuersatz im Jahr 2024 wurde ab einem zu versteuernden Einkommen von 66.760 Euro fällig. 2025 greift er erst bei einem Einkommen von 68.481 Euro, heißt es im Steuerfortentwicklungsgesetz (SteFeG). Auch für Ehepaare wird erst ab einem höheren Verdient der Spitzensteuersatz fällig, nämlich ab einer gemeinsam erwirtschafteten Summe von 136.962 Euro gegenüber 133.520 Euro im Vorjahr, rechnet „Finanztip.de“ vor.
Spitzensteuersatz und Höchststeuersatz – ab wann er in Deutschland gezahlt werden muss
Seit 2007 werden bestimmte Einkommen noch höher als mit dem Spitzensteuersatz besteuert. Wer mindestens 277.826 Euro verdient, muss den Höchststeuersatz, den sogenannten Reichensteuersatz, in Deutschland zahlen. Seit dem Jahr 2022 wurde die Grenze für den Höchststeuersatz nicht mehr angerührt – im Gegensatz zum Spitzensteuersatz, wo sich die Grenze seit 2016 jährlich nach oben verschob.
Nach den Bundestagswahlen am 23. Februar könnte sich der Spitzensteuersatz verändern. So fordert beispielsweise die SPD in ihrem Wahlprogramm, den Spitzensteuersatz erst deutlich später, bei einem Einkommen von 93.000 Euro greifen zu lassen. Im Gegenzug soll der Spitzensteuersatz von 42 auf 45 Prozent und der Reichensteuersatz von 45 auf 47 Prozent angehoben werden. Auch die CDU und die FDP sprechen sich für eine Verschiebung der Einkommensgrenze nach oben aus. Andere Parteien wie das BSW und die Linke bringen eine Vermögenssteuer beziehungsweise eine Vermögensabgabe ins Gespräch.
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