Mehr Arbeit soll sich lohnen

Unternehmer stellt provokante These zur Vier-Tage-Woche auf

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Weniger Arbeit und mehr Freizeit wünschen sich viele Arbeitnehmer. Unternehmer Sven Schmidt hingegen fordert mehr Arbeitsstunden – aber steuerfrei.

Kassel – Zwischen den Generationen gibt es oft signifikante Unterschiede – zum Beispiel im Arbeitsalltag oder bei den Job-Prioritäten. Die jüngeren Menschen legen besonders hohen Wert auf eine gute Work-Life-Balance und schätzen die Vorteile des mobilen Arbeitens.

Oft wird in diesem Zusammenhang auch über die Vier-Tage-Woche diskutiert. Darauf muss sich über kurz oder lang auch die Arbeitswelt einstellen. Oder? Sven Schmidt, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei Maschinensucher.de und bekannter Akteur in der deutschen Podcastszene, sieht das anders. In einem Interview mit focus.de legt er dar, welchen alternativen Ansatz er bevorzugen würde.

Unternehmer fordert Steuerfreiheit für Überstunden statt Vier-Tage-Woche

Schmidt hat eine „provokante These“, wie er dem Nachrichtenportal mitteilte. Er ist der Meinung, „dass die Resilienz der jüngeren Generation im Vergleich zu älteren Generationen abgenommen hat“. So hätte die Generation nach dem Krieg keine andere Wahl gehabt, als hart zu arbeiten, um Deutschland wieder aufzubauen. „Die heutige Generation ist im Wohlstand aufgewachsen und nimmt diesen als gegeben hin“, so Schmidt. Insgesamt scheinen viele junge Menschen im Berufsleben frustriert zu sein.

Auch er hat festgestellt, dass die Bedeutung von kürzeren Arbeitswochen zunimmt. „Teilzeit wird definitiv auch bei uns vermehrt nachgefragt. Hier zeigt sich eine Präferenz für mehr Privatleben und der Wunsch nach einer Vier-Tage-Woche mit weniger Arbeitsstunden“, meinte der Unternehmer. Allerdings könnte dies auch Anzeichen für eine geringere Resilienz sein. Erst kürzlich beklagte sich eine Influencerin der Generation Z generell über den 8-Stunden-Arbeitstag.

Der Unternehmer Sven Schmidt sieht die Arbeitsmoral der jüngeren Generationen kritisch. (Symbolbild)

„Leistung muss sich lohnen“ fordert Unternehmer Sven Schmidt

Der Wunsch nach weniger Arbeit scheine eher von gesellschaftlichen Trends angetrieben zu sein, „weil man Hobbys nachgehen will oder eine gewisse Selbsterfüllung sucht“, so Schmidt: „Jede Generation wird von ihrer Zeit geprägt.“ Der Unternehmer, der ein bekennender Befürworter von Büroarbeit gegenüber Homeoffice ist, schließt daher die Teilzeitwünsche seiner Bewerber nicht aus.

Dennoch plädiert er grundsätzlich für einen anderen Ansatz, um die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen: „Wir sollten nicht über die Vier-Tage-Woche reden. Wir sollten darüber reden, dass man auf Mehrarbeit über 40 Stunden keine Steuern und Abgaben zahlen muss.“ Dabei folgt er dem Prinzip „Leistung muss sich lohnen, Mehrarbeit muss sich lohnen“.

Darüber hinaus hinterfragt Schmidt, ob die Erhöhung des Bürgergeldes sinnvoll war. Das könne „in einigen Bereichen zu einer Kombination aus Bürgergeld und Schwarzarbeit“ führen. „Es wird ein falscher Anreiz gesetzt“, vermutet der Unternehmer. Einige Arbeitnehmer könnten sogar ihren Job aufgrund des Bürgergeldes aufgeben.

Unternehmer warnt vor „Teufelskreis“ schrumpfender Wirtschaftskraft.

Ein weiterer Grund für Schmidts Haltung scheint die aktuelle Entwicklung der deutschen Wirtschaft zu sein. Schmidt erklärte: „Die rückläufige Industrieproduktion und ein geschätztes Bruttosozialprodukt von minus 0,4 Prozent werfen Fragen auf“. Daher schrillen bei ihm die Alarmglocken: „Unser Wohlstand schmilzt kontinuierlich, es passiert schleichend. Das ist die Gefahr. Würde es sprunghaft geschehen, dann würden es die Menschen sofort bemerken.“ Schmidt befürchtet, dass Leistungsträger das Land verlassen könnten, wenn die Belastung für die arbeitende Bevölkerung weiter steigt: „Wenn der Staat dann mehr umverteilen muss, weil die Leistungsträger weg sind, entsteht ein Teufelskreis“.

Er sieht die Rolle des Staates darin, der Bevölkerung zu verdeutlichen, „dass wenn wir weniger arbeiten und das weniger produktiv, keine Rohstoffe fördern und die Staatsquote weiter steigern, wir zu einem Zweite-Welt-Land werden“. (bk)

Der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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