Teure Überraschung im Supermarkt

Stiftung Warentest enthüllt größte Preistreiber beim Einkaufen – spezielle Marken steigen signifikant

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Wer beim Einkaufen im Supermarkt Geld sparen möchte, greift häufig zu Eigenmarken der Discounter. Aber nicht nur diese sind im Preis gestiegen.

Kassel – Beim Einkauf merkt man es schnell: Lebensmittel sind teuer und werden teilweise noch teurer. Viele Rohstoffpreise sind gestiegen, der für Kaffee etwa auf ein Rekordhoch. Das bedeutet, dass auch der Endverbraucher an der Ladentheke tiefer in die Tasche greifen muss. Stiftung Warentest hat untersucht, welche Lebensmittel besonders von Preissteigerungen betroffen sind und erklärt, was dahinter steckt.

Viele Waren sind teurer geworden. Stiftung Warentest zeigt, welche. (Symbolbild)

Teurer Einkauf: Welche Lebensmittel einen großen Preisanstieg verzeichnen

Insgesamt sind die Preise bei Lebensmitteln in den vergangenen Jahren gestiegen. Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, kosten Lebensmittel „knapp 30 Prozent mehr als vor drei Jahren.“ Einige stechen laut Stiftung Warentest bei dieser Entwicklung besonders heraus.

  1. Butter: Laut Statistischem Bundes­amt war Butter im November 2024 rund 39 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Der Grund: Die Milch­erzeuger brauchen eigenen Angaben zufolge für die gleiche Menge Butter mehr Milch, da der Fett­gehalt der Milch sinke. Das wiederum ist auf die Zusammenset­zung des Futters, das Wetter oder die Milch­leistung der individuellen Kühe zurückzuführen.
  2. Olivenöl: Laut Stiftung Warentest wurde Olivenöl im Oktober, verglichen mit dem Vorjahres­monat, um 28 Prozent teurer. Im November lag die Teuerungs­rate dann immerhin noch bei 13 Prozent. Gleich­zeitig habe die Qualität abge­nommen, so Stuiftung Warentest. Der Grund für die Teuerung beim Öl: Der Klimawandel mache den Olivenbäumen zu schaffen; Hitze, Dürre und Schädlinge ließen die Ernten einbrechen.
  3. Orangensaft: Dieselben Gründe wie für Olivenöl gelten auch bei Orangensaft: Der Preis für den Saft gehe seit Ende 2022 stetig nach oben. Im November 2024 stieg er um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahres­monat.
  4. Gurken und Tomaten: Im Oktober 2024 wurden vor allem Gurken (plus 35 Prozent) und Tomaten (plus 11 Prozent) teurer. Im November gingen die Preise für Gurken im Vergleich zum Vorjahr dann um 22 Prozent nach unten, so Stiftung Warentest. Gründe dafür sind beispielsweise unterschiedliche Angebots­mengen je nach Saison und Anbau­region. Zudem sei der Anbau im Gewächs­haus durch gestiegene Energiekosten teurer geworden.

Stiftung Warentest: Heftiger Preisanstieg bei Eigenmarken im Discounter

Discounter-Eigenmarken werden von Verbrauchern, die sparen wollen, oft den teureren Marken vorgezogen. Diese Rechnung geht allerdings nicht mehr so auf wie zuvor. Die Eigenmarken von Aldi, Lidl und Co. haben im Preis fast doppelt so stark angezogen wie die von Marken­produkten, zeigte eine amerikanische Studie, auf die sich Stiftung Warentest bezieht.

Gründe seien unter anderem, dass Marken­produkte höhere Gewinn­margen haben und deren Anbieter beispielsweise gestiegene Produktions­kosten nicht sofort weitergeben müssten. Aber auch die steigende Nachfrage habe Auswirkungen: Steigt diese, etwa bei hoher Inflation, hin zu güns­tigeren Produkten, werden diese auch teurer.

Sparen im Supermarkt ist trotzdem möglich: Stiftnug Warentest gibt Tipps

Verbraucher könnten trotzdem sparen, so Stiftung Warentest. Die Experten raten zum Beispiel, Groß­packungen und geschickt platzierte Aktions­ware ganz genau zu überprüfen und dabei die meist klein gedruckten Grund­preise von verschiedenen Packungs­größen zu vergleichen.

immer wieder werden bestimmte Waren von Supermärkten zurückgerufen, wie etwa bei Edeka und Alnatura. (BeBau)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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