Nur ein Jahr in Kraft

SPD stimmt Heizgesetz-Hammer zu: Große Änderung kommt – was das für Verbraucher bedeutet

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Der neue Koalitionsvertrag sieht vor, das Heizgesetz von Grünen-Minister Robert Habeck zu kippen. Mit der Regierung aus CDU und SPD stehen Verbraucher vor einer Wende.

Berlin – Der Wortlaut ist eindeutig. „Wir werden das Heizungsgesetz abschaffen“ ist ohne Umschweife auf Seite 24 des Koalitionsvertrags der neuen Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu lesen. Das dürfte nicht nur politisch hohe Wellen schlagen, auch Verbraucher stehen nun vor der Frage, was mit dem Umschwung auf sie zukommt.

Habecks Heizgesetz soll anderen Maßnahmen von CDU und SPD weichen

Am 9. April scheint es beschlossene Sache. In der Rubrik „Verkehr und Infrastruktur, Bauen und Wohnen“ haben sich die beiden Koalitionspartner CDU und SPD in ihrem Vertrag geeinigt, das von Grünen-Minister Robert Habeck erst 2024 eingeführte Heizgesetz wieder „abzuschaffen“. CDU/CSU hatten dies im Wahlkampf angekündigt, die SPD zunächst gezaudert. Die Änderungen sollen umfassend sein. Die Parteien haben sich darauf verständigt, das Gesetz grundlegend zu überarbeiten, um es technologieoffener, flexibler und einfacher zu gestalten. Im Mittelpunkt des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) soll die erreichbare CO2-Vermeidung als zentrale Steuerungsgröße stehen.

Stattdessen wolle man „Bezahlbarkeit, Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz“ als Ziele für die Modernisierung der Wärmeversorgung in Angriff nehmen, heißt es aus dem 146 Seiten umfassenden Papier. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sollen in Gebäuden stärker auf ihre tatsächliche Wirksamkeit hin überprüft werden.

Finanzierung als Anreiz und Steuervorteile für energetischen Ausbau

Die Änderungen sollen Bürgern erleichtern, individuelle Lösungen zu finden, die ihren spezifischen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen. Auch die „neuen Übergangsfristen“, die Friedrich Merz schon als Kanzlerkandidat im Dezember 2024 anpries, sollen Inhalt des neuen Gesetzes sein. Der CDU-Politiker machte damals allerdings schon klar, dass dies dennoch das Aus von Öl- und Gasheizungen in absehbarer Zeit bedeuten werde.

Positiv: Laut Koalitionsvertrag soll die Sanierungs- und Heizungsförderung für Verbraucher beibehalten werden. Zudem winken Steuervorteile: Wer etwa eine Immobilie erbt, soll die energetische Sanierung steuerlich absetzen können.

Abseits vom Standard: Diese Wärmepumpen-Marken kennen Sie noch nicht

Eine Wärmepumpe der Firma Aira steht vor einem Haus.
Sie gehört zu den neueren Unternehmen in Deutschland: Die Firma Aira wurde erst 2022 in Schweden gegründet. Seitdem ist sie aber auf Expansionskurs und baut ihre Wärmepumpen in Deutschland, Italien und Großbritannien ein. Die Firma verkauft Luft-Wasser-Wärmepumpen, die in Polen hergestellt werden. Auf Trustpilot bekommt die Marke Aira 4,2 von 5 Sternen.  © Aira
Eine Wärmepumpe von Stiebel Eltron steht vor einem Wohngebäude.
Stiebel Eltron gehört eigentlich zu den großen Marken in Deutschland – wird aber oft in der Öffentlichkeit vergessen. Die Firma hat dabei 2024 hohen Besuch empfangen: Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die Firma auf seiner Sommerreise besucht. Die Luft-Wasser-Wärmpumpen von Stiebel Eltron können nicht nur in Wohngebäude installiert werden, sondern stellt auch größere Wärmepumpen, die im Gewerbe dienen können. Die Firma stellt sowohl Monoblöcke als auch Splitgeräte her. Bei Stiftung Warentest ist Stiebel Eltron mit eines ihrer Geräte als Testsieger hervorgegangen.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe der Firma Brötje vor einem Mehrfamilienhaus.
Die Firma Brötje stellt schon seit über 100 Jahren Heizungen her – und seit einiger Zeit hat sie auch Wärmepumpen im Repertoire. Die Firma mit niederländischem Hauptsitz hat für den deutschen Markt sieben verschiedene Wärmepumpen im Angebot, darunter Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Trinkwasser-Wärmepumpen. Hier im Foto: Die Luft-Wasser-Wärmpumpe NEO, die mit einer höheren Leistung auch für Mehrfamilienhäuser geeignet ist.  © IMAGO/Karl-Heinz Hick
Eine Wärmepumpe von LG mit Katze.
Nein, LG stellt nicht nur Fernseher her: Die südkoreanische Marke ist in zahlreichen Märkten aktiv - eben auch bei Wärmepumpen. LG profitiert dabei von ihrer Expertise in schwülwarmen asiatischen Ländern, die einen hohen Bedarf an Klimaanlagen haben. Eine Wärmepumpe funktioniert sehr ähnlich. Fünf verschiedene Produkte gibt es von LG in Deutschland zu kaufen, ganz neu ist auch ein Produkt mit natürlichem Kältemittel.  © IMAGO
Panasonic stellt eine ihrer Wärmepumpen auf einer Messe aus.
Bleiben wir bei den asiatischen Herstellern: Auch Panasonic tummelt sich längst im Wärmepumpenmarkt. Auch der japanische Hersteller profitiert von einer Expertise bei Klimaanlagen, und bringt Wärmepumpen nach Deutschland. Stiftung Warentest hat 2024 für die Panasonic-Modelle einen Preistipp gegeben, da sie zu den günstigsten Modellen mit einem Qualitätssiegel „gut“ gehören.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Eine Wärmepumpe von Alpha Innotec vor einem Neubau.
Hinter den Wärmepumpen der Marke Alpha Innotec steckt die ait Deutschland GmbH mit Sitz in Oberfranken. Der deutsche Anbieter stellt ausschließlich Wärmepumpen her und wirbt damit, dass ihre Wärmepumpen schon seit über zehn Jahren natürliche Kältemittel nutzen und daher besonders nachhaltig seien. ait stellt sowohl Luft-Wasser- als auch Sole-Wasser-Wärmepumpen her – und zwar in Deutschland am Standort Kasendorf.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Wärmepumpe der Marke Zewotherm steht vor einem Haus.
Die Firma Zewotherm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen aus Remang am Rhein, das sich auf klimafreundliches Heizen und Kühlen spezialisiert hat. Die Firma stellt Wärmepumpen her, aber auch Flächenheizungen, Lüftungssysteme und Photovoltaik-Anlagen. Zewotherm bietet mittlerweile als Allrounder auch Stromtarife an, mit denen man seine Wärmepumpe günstig betreiben kann. Zwei Modelle hat Zewotherm aktuell auf dem Markt: Der Lambda sowie der Eco. Auf dem Foto ist der Lambda zu sehen.  © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Eine Wärmepumpe der Marke Tecalor steht auf einer Messe aus.
Die Firma Tecalor aus Niedersachsen punktet mit einem breiten Angebot an verschiedenen Wärmepumpen. Neben den typischen Außenblöcken wie hier auf dem Foto gibt es auch Geräte, die im Innenraum stehen sowie solche, die nebenbei auch noch die Luft filtern können. Auch Großwärmepumpen für Mehrfamilienhäuser hat Tecalor im Angebot. Online gibt es auch ein Ersatzteilshop, für all jene, die diese Sicherheit dazu noch haben wollen.  © IMAGO/Alexander Pohl
Eine Wärmepumpe von Buderus vor einem Haus.
Die Marke Buderus kennen viele Menschen wohl zumindest vom Sehen: Die Wärmepumpen gehören zu den markantesten auf dem Feld. 2024 waren die Wärmepumpen auch Testsieger von Stiftung Warentest. Buderus war einst ein Familienunternehmen, wurde aber 2003 von Bosch übernommen. Neben Wärmepumpen stellt die Wetzlarer Firma auch Solaranlagen her. © IMAGO
Eine Wärmepumpe von SenerTec zusammen mit Vertriebsleiter Hagen Fuhl.
Ein weiteres deutsches Unternehmen macht die Liste komplett: SenerTec aus Schweinfurt stellt nicht nur Wärmepumpen her, sondern kombiniert sie mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Diese eignen sich insbesondere für Mehrfamilienhäuser und größere Immobilien. Die Kombination kann außerdem noch mit einer PV-Anlage ausgefertigt werden.  © SenerTec

Habeck sorgte einst mit Heizungsgesetz für viele Diskussionen

Das bisherige Heizungsgesetz stand von Beginn an in der Kritik. Dieses sah vor, dass ab 2024 in Neubauten Heizungen mit 65 Prozent Erneuerbarer Energie eingebaut werden müssen. Für alle anderen Gebäude gab es Übergangsfristen. Kritiker bemängelten die kleinteiligen Regelungen, die sowohl für Bürger als auch für Unternehmen schwer verständlich und umsetzbar waren. Das Gesetz wurde oft Grünen-Minister Robert Habeck zugeschrieben, dabei kam der Vorstoß schon 2020 von der Regierung unter Angela Merkel (CDU).

Die Union, die als Wahlsiegerin das Mandat zur Überarbeitung erhielt, und die SPD einigten sich nun, dass ein vereinfachtes und flexibleres Gesetz notwendig ist, um den Klimaschutz im Gebäudebereich voranzutreiben. Der Einführung des Gesetzes gingen vor Einführung monatelange intensive Verhandlungen innerhalb der Ampel-Koalition voraus. Die unterschiedlichen Positionen der beteiligten Parteien führten zu langen und teils hitzigen Diskussionen – auch in der Bevölkerung. (diase)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ohde

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