Unwetter in Italien: Adria-Strände gesperrt – kann ich meinen Urlaub stornieren?
VonChristina Denk
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In Norditalien sind zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. Dörfer mussten evakuiert werden, Straßen und Strände wurden gesperrt. Kann man als Urlauber seine Reise jetzt stornieren?
Bologna – Italien versinkt in den Fluten. Nach einer starken Dürreperiode überrollten Anfang der Woche erneut Unwetter das Land am Mittelmeer. Der zuvor trockene Boden konnte kaum Wasser aufnehmen. Die Folge: Fast zwei Dutzend Flüsse traten über die Ufer, 36 Städte und Gemeinden waren überflutet, es gab Erdrutsche und Tote. Laut Stefano Bonaccini, Präsident der Region Emilia-Romagna, gleicht das Ausmaß der Verwüstung dem eines Erdbebens. Ein Überblick zur Lage und was Touristen derzeit beachten sollten.
Unwetter in Italien: Welche Regionen sind betroffen?
Besonders stark getroffen haben die Überschwemmungen die Region Emilia-Romagna. Dazu gehören die Städte Cesena, Faenza und Senigallia, aber auch Riccione und Rimini. In der beliebten Urlaubsstadt Ravenna mussten am Donnerstag (18. Mai) die drei Dörfer Villanova di Ravenna, Filetto und Roncalceci evakuiert werden, nachdem der Fluss Lamone über die Ufer getreten war.
Alarmstufe Rot an der Adria: Bilder zeigen fürchterliches Ausmaß der Überschwemmungen in Italien
In Bologna standen einige Stadtteile unter Wasser. Mehrere Straßen im Norden der Großstadt waren gesperrt. Das Auswärtige Amt warnt neben der Region Emilia-Romagna auch vor Reisen nach Sizilien. In beiden Bereichen herrsche Alarmstufe auf Rot. Im Landesinneren bestehe vor allem „die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen“, heißt es. In Südtirol krachte bei Unwettern ein Fels auf die Terrasse eines Kindergartens.
Italien: Einschränkungen nach Unwettern – gesperrte Straßen und Adria-Strände
Weiter warnt das Auswärtige Amt, dass es an der gesamten Küste, auch in Mittel- und Süditalien, zu Sturmfluten kommen kann. In Folge der bereits „gefährlich hohen Wellen“ sind daher in den Gemeinden Ravenna und Cervia derzeit die Strände gesperrt.
Überblick zur Lage in Italien:
Warnung Auswärtiges Amt vor Reisen in die Regionen Emilia-Romagna und Sizilien
Überschwemmungen und Erdrutsche im Landesinneren: vor allem Cesena, Bologna Faenza, Senigallia, Riccione, Rimini, Ravenna
Sturmfluten in Küstennähe (auch Mittel- und Süditalien)
Gesperrte Strände: Ravenna und Cervia
Darüber hinaus sind nach den Erdrutschen auch viele Straßen unpassierbar, so das auswärtige Amt. Vor allem um Bologna gibt es aktuell noch Straßensperren, zeigt autostrade.it. Der regionale Zugverkehr in der Region Emilia-Romagna ist aktuell komplett eingestellt. Viele Hochgeschwindigkeits- und Intercityzüge fahren langsamer als sonst, informiert der ADAC. Am Donnerstag war zudem die Stromversorgung weiterhin eingeschränkt. 27.000 Menschen mussten in der betroffenen Gegend ohne Elektrizität auskommen.
Unwetter in Italien: Das sind die Rechte und Empfehlungen an Urlauber
Angesichts der Unwetter hat das Auswärtige Amt einen Reisehinweis zu „Extremwetter“ ausgesprochen. Die Empfehlungen an Urlauber vor Ort lauten, die aktuelle Lage in den lokalen und sozialen Medien zu verfolgen. Außerdem sollten „Verbote, Hinweisschilder und Warnungen“ stets beachtet und „Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt Folge“ geleistet werden.
Doch was, wenn man die Reise aufgrund der Unwetter gar nicht antritt? Liegt eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts vor, können Reisen ohne Probleme storniert werden, informiert der ADAC. Im Fall von Italien handelt es sich bislang jedoch nur um einen Reisehinweis.
Dennoch gibt es Chancen auf eine kostenlose Stornierung. Treten im Fall bei Pauschalreisen außergewöhnlichen Umstände auf, die den Urlaub erheblich beeinträchtigen, kann er storniert oder abgebrochen werden. Überschwemmungen zählen zu diesen Umständen, wenn „bei der Reise mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine Gefährdung für Leib und Leben eintreten wird“, so der ADAC. Das Hochwasser muss sich daher „unmittelbar am Urlaubsort“ befinden, so der ADAC. Für Individualreisen gelten ähnliche Regeln. Die Einzelleistungen können gekündigt werden, sollte die Überschwemmung die Reise unmöglich machen. Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Unwetter in Italien gibt es im News-Ticker. (chd/dpa)