Verwüstung eines Erdbebens

Unwetter in Italien: Adria-Strände gesperrt – kann ich meinen Urlaub stornieren?

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In Norditalien sind zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. Dörfer mussten evakuiert werden, Straßen und Strände wurden gesperrt. Kann man als Urlauber seine Reise jetzt stornieren?

Bologna – Italien versinkt in den Fluten. Nach einer starken Dürreperiode überrollten Anfang der Woche erneut Unwetter das Land am Mittelmeer. Der zuvor trockene Boden konnte kaum Wasser aufnehmen. Die Folge: Fast zwei Dutzend Flüsse traten über die Ufer, 36 Städte und Gemeinden waren überflutet, es gab Erdrutsche und Tote. Laut Stefano Bonaccini, Präsident der Region Emilia-Romagna, gleicht das Ausmaß der Verwüstung dem eines Erdbebens. Ein Überblick zur Lage und was Touristen derzeit beachten sollten.

Unwetter in Italien: Welche Regionen sind betroffen?

Besonders stark getroffen haben die Überschwemmungen die Region Emilia-Romagna. Dazu gehören die Städte Cesena, Faenza und Senigallia, aber auch Riccione und Rimini. In der beliebten Urlaubsstadt Ravenna mussten am Donnerstag (18. Mai) die drei Dörfer Villanova di Ravenna, Filetto und Roncalceci evakuiert werden, nachdem der Fluss Lamone über die Ufer getreten war.

Alarmstufe Rot an der Adria: Bilder zeigen fürchterliches Ausmaß der Überschwemmungen in Italien

Helikopter-Aufnahmen zeigen die Überschwemmungen in Sant Agata sul Santerno, nahe Ravenna.
italien-unwetter_ueberschwemmung.jpg © IMAGO/fotogramma/ Independent Photo Agency Int.
Überschwemmungen in Teilen Italiens fordern mehrere Todesopfer.
Die Sorge unter den Anwohnern wächst in Italien: Für die kommenden Tage ist neuer Regen vorhergesagt. Heftige Unwetter und Überschwemmungen an der Adriaküste haben zuletzt Todesopfer gefordert. © Oliver Weiken/dpa
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt.
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt. © Vigili del Fuoco/dpa
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen.
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen. © Luca Bruno/dpa
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer.
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer. © Giorgio Salvatori/imago
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.  © Arma dei Carabinieri
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.  © IMAGO/Gianni Schicchi
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.  © ALESSANDRO SERRANO/afp
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.  © IMAGO/Tommaso Romanin
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten. © LaPresse/AP/dpa
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.  © Bernd März/dpa
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.  © IMAGO/Alessandro Mazza
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.  © Giorgio Salvatori/imago
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.  © Screenshot Google Maps
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.  © IMAGO/Fabrizio Zani

In Bologna standen einige Stadtteile unter Wasser. Mehrere Straßen im Norden der Großstadt waren gesperrt. Das Auswärtige Amt warnt neben der Region Emilia-Romagna auch vor Reisen nach Sizilien. In beiden Bereichen herrsche Alarmstufe auf Rot. Im Landesinneren bestehe vor allem „die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen“, heißt es. In Südtirol krachte bei Unwettern ein Fels auf die Terrasse eines Kindergartens.

Italien: Einschränkungen nach Unwettern – gesperrte Straßen und Adria-Strände

Weiter warnt das Auswärtige Amt, dass es an der gesamten Küste, auch in Mittel- und Süditalien, zu Sturmfluten kommen kann. In Folge der bereits „gefährlich hohen Wellen“ sind daher in den Gemeinden Ravenna und Cervia derzeit die Strände gesperrt.

  • Überblick zur Lage in Italien:
  • Warnung Auswärtiges Amt vor Reisen in die Regionen Emilia-Romagna und Sizilien
  • Überschwemmungen und Erdrutsche im Landesinneren: vor allem Cesena, Bologna Faenza, Senigallia, Riccione, Rimini, Ravenna
  • Sturmfluten in Küstennähe (auch Mittel- und Süditalien)
  • Gesperrte Strände: Ravenna und Cervia

Darüber hinaus sind nach den Erdrutschen auch viele Straßen unpassierbar, so das auswärtige Amt. Vor allem um Bologna gibt es aktuell noch Straßensperren, zeigt autostrade.it. Der regionale Zugverkehr in der Region Emilia-Romagna ist aktuell komplett eingestellt. Viele Hochgeschwindigkeits- und Intercityzüge fahren langsamer als sonst, informiert der ADAC. Am Donnerstag war zudem die Stromversorgung weiterhin eingeschränkt. 27.000 Menschen mussten in der betroffenen Gegend ohne Elektrizität auskommen.

Unwetter in Italien: Das sind die Rechte und Empfehlungen an Urlauber

Angesichts der Unwetter hat das Auswärtige Amt einen Reisehinweis zu „Extremwetter“ ausgesprochen. Die Empfehlungen an Urlauber vor Ort lauten, die aktuelle Lage in den lokalen und sozialen Medien zu verfolgen. Außerdem sollten „Verbote, Hinweisschilder und Warnungen“ stets beachtet und „Anweisungen der lokalen Behörden unbedingt Folge“ geleistet werden.

Doch was, wenn man die Reise aufgrund der Unwetter gar nicht antritt? Liegt eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amts vor, können Reisen ohne Probleme storniert werden, informiert der ADAC. Im Fall von Italien handelt es sich bislang jedoch nur um einen Reisehinweis.

Die Region Emilia-Romagna wurde schwer vom Hochwasser getroffen.

Dennoch gibt es Chancen auf eine kostenlose Stornierung. Treten im Fall bei Pauschalreisen außergewöhnlichen Umstände auf, die den Urlaub erheblich beeinträchtigen, kann er storniert oder abgebrochen werden. Überschwemmungen zählen zu diesen Umständen, wenn „bei der Reise mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine Gefährdung für Leib und Leben eintreten wird“, so der ADAC. Das Hochwasser muss sich daher „unmittelbar am Urlaubsort“ befinden, so der ADAC. Für Individualreisen gelten ähnliche Regeln. Die Einzelleistungen können gekündigt werden, sollte die Überschwemmung die Reise unmöglich machen. Alle aktuellen Entwicklungen rund um das Unwetter in Italien gibt es im News-Ticker. (chd/dpa)

Rubriklistenbild: © Luca Bruno/dpa

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