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Nicht nur das Unfallrisiko steigt mit Schnee und Eis. Werden Autofahrer vom Wetter überrascht, können sie in ihrem Fahrzeug festsitzen. Für den Fall sollte vorgesorgt sein.
Kassel – Seit Tagen hat das Winter-Wetter Deutschland fest in Griff. Heftige Schneefälle, Blitzeis und Glätte setzen den Verkehr auf der Straße, der Schiene und zu Luft größtenteils matt. Eine Entspannung der Lage ist so schnell nicht zu erwarten – auch zum Wochenausklang bleibt es winterlich.
Von der Eifel und dem Raum Köln über das Rothaargebirge bis nach Thüringen müssen sich die Menschen auf „anhaltende und teils kräftige Schneefälle“ einstellen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Es müsse mit „unwetterartigen Neuschneemengen“ bis zu 30 Zentimetern binnen 24 Stunden gerechnet werden. Die Folge: „erheblichen Verkehrsbehinderungen und Schneebruchgefahr“. Doch die Gefahr liegt nicht immer nur auf der Straße.
Viele leichtsinnig unterwegs – Experten raten dringend zu entsprechenden Reifenprofil im Winter
Die Erfahrung zeigt: Schnee und Verkehr vertragen sich selten gut. Anfang Dezember brach bereits der Winter quasi über Nacht in Deutschland herein; und verursachte heftiges Verkehrschaos. Besonders im Tiefland führe Schneefall „immer wieder zu Beeinträchtigungen“ auf den Straßen, so die Beobachtung der Wetter-Experten vom DWD.
Oft liege das daran, dass viele Autofahrer keine Winterreifen benutzten. Eine generelle Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht, jedoch eine situative. Wer also bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Welchen Unterschied die Bereifung macht, zeigt eine Grafik des ADAC: bei einer mäßigen Geschwindigkeit von 50 km/h verlängert sich der Bremsweg mit Sommerreifen auf Eis um bis zu 200 Meter; und damit doppelt so weit, wie mit Winterreifen. Bei Schnee kommt man erst nach zusätzlichen 50 bis 70 Meter zum Stehen.
„Kommt zum Schneefall auch noch Wind hinzu, führt das häufig zur Ausbildung von Verwehungen“, sagen die Experten. „Durch diese wird der Straßenverkehr ebenfalls beeinträchtigt. Im Extremfall kommt der Straßenverkehr zum Erliegen.“ So geschehen in der Nacht zum Donnerstag (18. Januar).
Bei Winter-Wetter nicht unvorbereitet los: Tipps für Autofahrer im Notfall
Zu der richtigen Vorbereitung auf Schnee-Chaos brauchen Autofahrer allerdings mehr als das entsprechende Reifenprofil. Der DWD rät zu ausreichend gefülltem Tank. Auch warme Bekleidung und Decken sollten im Auto für den Ernstfall mitgeführt werden. Zudem Getränke und Lebensmittel – falls man im Schnee stecken bleibt oder in einer Vollsperrung steht.
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Und selbst wer fahren dürfte, sollte es nicht immer. Laut ADAC hilft bei extremen Winterbedingungen nur, das Auto stehenzulassen und auf den Straßendienst zu warten, beispielsweise bei Eisregen. „Die Haftung zwischen Reifen und Straße ist gleich null“, informiert der Autoclub über das Fahren aus verreister Strecke. Bis entsprechende Hilfe kommt, kann es mitunter dauern – die entsprechenden Vorkehrungen erleichtern das Ausharren.
Doch: Eine sichere Fahrt beginnt noch im Stehen. Ist die Sicht wegen zugefrorener Scheiben nicht frei, sollte man nicht losfahren.
Schnee- und Eisbruch: Winter-Einbruch auch zu Fuß nicht ungefährlich
Problematisch ist das Schnee-Beben nicht nur für Autofahrer. Auch Fußgänger und Radfahrer sollten sich vorsehen, Wälder nach Möglichkeit gemieden werden. Der Deutsche Alpenverein warnt: „Durch starke Schneefälle können Äste und Baumkronen abbrechen. Teilweise stürzen sie zu Boden, teilweise hängen sie noch in den Bäumen.“
Durch die Schneelast kommt es mitunter zu den Bruchstellen an Bäumen und Ästen (Schneebruch); auch Eisregen hat diese Auswirkung (Eisbruch). Mit Maschinen schwer erreichbare Waldabschnitte könnten mitunter nicht vollständig geräumt werden.
„Durch heftigen Wind können daher lose Äste vom Baum geschüttelt werden und auf vorbeigehende Spaziergänger und Wintersportlerinnen stürzen“, so der Alpenverein. Waldbesucher sollten in Gebieten mit viel Schnee äußerst vorsichtig sein. Experten empfehlen die App „Hilfe im Wald“.
Dazu ist auch auf gefrorenen Gewässern Vorsicht geboten. Vereinzelte Taustellen können sich unter Schneeverwehungen verstecken und für einen Einbruch in eiskaltes Wasser sorgen. (rku mit dpa)
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