VonSandra Sporerschließen
Ein Streik bei der Deutschen Bahn könnte Weihnachten auf den Kopf stellen. Doch die Bahn hat einen Notfall-Plan und setzt auf besonders lange Züge.
München – Weihnachten ist ein Familienfest. Viele fahren deshalb kurz vor oder an den Feiertagen heim zu ihren Liebsten. Einige benötigen dafür nur eine kurze Fahrt in einen anderen Stadtteil oder in die Nachbargemeinde, während andere sich auf eine Reise quer durch Deutschland begeben. Das könnte dieses Jahr jedoch etwas schwieriger werden als sonst. Da die Tarifgespräche mit der GDL immer noch nicht abgeschlossen sind, drohen Streiks vor und zur Weihnachtszeit. Der Notfallplan der Deutschen Bahn sieht vor, im Streikfall nur 20 Prozent der Zugverbindungen aufrechtzuerhalten. Trotzdem soll versucht werden, möglichst viele Reisende an ihr Ziel zu bringen.
Tarifstreit dauert an: GDL droht mit weiteren Streiks
Nachdem die DB nicht bereit ist, über eine stufenweise Reduzierung der Arbeitszeit im Schichtdienst von 38 auf 35 Stunden zu verhandeln, hat die GDL weitere Streiks in Aussicht gestellt. Denn: Für GdL-Chef Claus Weselsky ist dies eine zentrale Forderung.
Wann genau gestreikt wird, ist noch nicht bekannt. Die Deutsche Bahn hat sich jedoch bereits auf das schlimmste Szenario vorbereitet – einen Streik zu Weihnachten. Auch wenn GdL-Chef Weselsky angedeutet hat, dass an diesen Tagen kein Streik stattfinden wird. Er riet, in „die Historie“ zu schauen, wann die Gewerkschaft zuletzt an Weihnachten gestreikt habe und fügte an: „Sie werden nicht fündig werden.“
Deutsche Bahn will mit Notfall-Plan im Falle eines Streiks möglichst viele trotzdem an ihr Ziel bringen
Sollte es dennoch zu einem Streik kommen, hat die Deutsche Bahn einen Notfall-Plan. Dennoch wäre mit zahlreichen Zugausfällen zu rechnen. Eine Bahn-Sprecherin erklärte, dass im Streikfall „weniger als 20 Prozent des Regelangebots“ an Fernzügen aufrechterhalten würde. Das bestätigte ein zuvor erschienener Bericht der Bild.
Um dennoch so viele Passagiere wie möglich zu befördern, sollen besonders lange Züge eingesetzt werden. Auf sehr stark frequentierten Strecken – beispielsweise von Hamburg über Köln, Frankfurt und Stuttgart nach München – soll laut dpa ein 376 Meter langer ICE zum Einsatz kommen, der 918 Passagieren Platz bietet.
Sogar Züge, die Ziele jenseits der deutschen Grenzen ansteuern, könnten von dem Streik beeinträchtigt werden. Allerdings werden hier nicht alle Züge betroffen sein. Denn manche sind mit ausländischen Fahrern besetzt, die nicht am Streik teilnehmen.
Wie sieht der neue Zug „ICE L“ der Deutschen Bahn aus?




Schienenersatzverkehr per Bus nicht möglich – Grund: Personalmangel und zu wenige Busse
Ein Schienenersatzverkehr mittels Bussen sei laut der Sprecherin der Bahn nicht machbar. Es fehle an ausreichend Personal und Fahrzeugen, um Zugverbindungen auf diese Art „spontan und flächendeckend“ zu ersetzen. (sp)
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Sandra Sporer sorgfältig überprüft.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Chris Emil Janssen

