Energieverbrauch

Strom sparen beim Kochen – Tipps für den Alltag

  • schließen

Steigende Energiepreise können Verbraucher durch Sparen beim Strom kontern. An diesen Stellen kann der Stromverbrauch beim Kochen reduziert werden.

Kassel – Selbst frisch kochen – das ist nachweislich gesünder als essen zu gehen oder beim Lieferservice zu bestellen. Die Deutschen greifen laut dem Ernährungsreport des Forsa-Instituts immer häufiger zum Kochlöffel: 52 Prozent der Befragten kochen täglich frisch (im Vergleich zu 39 Prozent im Jahr 2020). Und das offenbar nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. 77 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gerne kochen und Spaß daran haben. Dieser Wert ist laut Erhebung unabhängig von Alter und Geschlecht. Vor allem bei den Jüngeren aber sei ein deutlicher Anstieg der Kochbegeisterten von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.

Auch für den Geldbeutel ist das Selbstkochen schonender als Speisen außer Haus. Bei den steigenden Strompreisen jedoch lauert hier und dort ein Energiefresser, der nicht allen Köchen und Köchinnen bewusst sein mag. Mit dem richtigen Topf fängt die Strom-Falle bereits an: Welcher Topf benötigt wie viel Energie und warum?

Die steigenden Strom- und Gaskosten belasten Verbraucher. (Symbolfoto)

Strom sparen beim Kochen – Die Wahl des Topfes hilft beim Energieverbrauch

Den Topf sollte der stromsparende Koch so klein wie möglich wählen. Denn um das Essen im Topf zu erwärmen, muss zunächst das Material des Topfes selbst erhitzt werden, das wiederum die Wärme auf den Inhalt überträgt. Je mehr Masse der Topf besitzt, desto länger dauert es also, bis der Inhalt zu köcheln beginnt. Das Gleiche gilt für Lebensmittel, die in Wasser gekocht werden, etwa Nudeln oder Gemüse. Auch hier bedeutet ein unnötig großer Topf gleichzeitig unnötig viel Wasser, dass erhitzt werden muss, bevor die Lebensmittel selbst gegart werden.

Zu beachten ist außerdem, dass der Topf zur Größe der Herdplatte passen sollte, wie unter anderem das Ratgeberportal Heizsparer.de empfiehlt. Ist der Topf breiter als das Kochfeld, so überträgt sich die Wärme über eine kleinere Fläche auf das Topfmaterial. Das Ausbreiten der Hitze dauert so länger als bei einer passenden Größe. Umgekehrt verschwendet eine zu große Herdplatte Energie, die zwar verbraucht wird, aber ungenutzt bleibt.

Empfehlenswert ist es demnach auch, wann immer es möglich ist, einen Deckel zu verwenden. Ohne Deckel entweicht ein Teil der Wärme, die sich im Topfinneren entwickelt, nach oben. Wird sie von einem Deckel im Topf gehalten, so dauert das Erhitzen kürzer, was wiederum Energie einspart. Das Topfinnere lässt sich mit einem Glasdeckel trotzdem gut im Auge behalten – sogar ohne den Deckel abnehmen zu müssen, wodurch noch weniger Energie entweicht.

Strom sparen mit dem richtigen Topf: Die effizienten Helfer in der Küche

Noch effizientere Varianten unter den Töpfen sind sogenannte Schnellkochtöpfe, Thermotöpfe oder Energiespartöpfe. Schnellkochtöpfe erzeugen im Inneren einen erhöhten Druck, der zum schnelleren gar werden der Speisen führt. Ein Thermotopf benötigt weniger Energie, da die Lebensmittel nur zu Beginn auf dem Herd „angekocht“ werden. Anschließend wird der Topf in eine stark wärmeisolierte Box gestellt, die die Wärme im Topfinneren so lange hoch genug erhält, um den Inhalt ohne weitere Energiezufuhr fertig zu garen.

Energiespartöpfe werden auch als Niederdrucktöpfe bezeichnet. Im Vergleich zu Schnellkochtöpfen ist der im Topf erzeugte Druck nicht besonders hoch. Der Deckel sitzt jedoch ebenfalls luftdicht auf. So hält er die Wärme effektiv im Innern. Zusätzlich entweicht auch kein beim Kochen entstandener Wasserdampf nach außen. Dadurch verbleibt er im Topf und gart die Lebensmittel zusätzlich mit. Durch den geringeren Druckunterschied ist es zudem ohne Probleme möglich, den Deckel während des Kochens doch einmal abzunehmen.

Strom sparen beim Kochen – der Überblick

  • Töpfe so klein wie möglich und zur Platte passend wählen.
  • So wenig Kochwasser wie möglich benutzen und im Wasserkocher vorkochen.
  • Immer einen Deckel benutzen und ihn nur wenn nötig abnehmen.
  • Energiesparende Töpfe verwenden und Restwärme der Herdplatten zum Garen nutzen.
  • Effizienzklasse der Geräte beachten und gegebenenfalls durch neuere Modelle ersetzen.
  • Bestehende Geräte auf Mängel prüfen und regelmäßig warten.
  • Türen von Ofen und Kühlschrank nur kurz öffnen, Deckel nur wenn nötig anheben.

Sparen beim Strom – Energie-Effizienz der Küchen-Geräte beachten

Neben den Töpfen ist natürlich auch die Wahl der Kochgeräte an sich für den Energieverbrauch relevant. Auf eine gute Energieeffizienzklasse ist beim Kauf daher zu achten. Zusätzlich kann es finanziell sinnvoll sein, ein altes Gerät durch ein neues, energiesparenderes zu ersetzen, das die langfristigen Kosten senkt. Induktionsherde sind unter den Kochstellen dabei die Spitzenreiter der Energiesparer.

Auch beim Kochen selbst lässt sich mit kleinen Veränderungen Energie sparen. Statt die Speisen bis zum Ende bei eingeschalteter Herdplatte zu garen und den Topf anschließend von der Kochstelle zu nehmen, kann man beispielsweise die Restwärme als Restgarzeit einplanen. Das Gleiche gilt für den Backofen. Auch ist es sinnvoll, die Tür eines laufenden Backofens nur so kurz wie möglich zu öffnen – so entweicht weniger Wärme nach Außen.

Strom-Fresser im Alltag: So lässt sich in der küche und beim Kochen Energie sparen

Weitere kleine Tipps im Alltag sparen auf Dauer ebenfalls Energie: Ein Wasserkocher bringt laut Stiftung Warentest Wasser effizienter zum Kochen als ein Topf. Wenn also Wasser zum Kochen benötigt wird, sollte man es immer im Wasserkocher „vorkochen“ und erst dann in den Topf geben. Um Essen wieder zu erwärmen, sollte bei kleineren Mengen die Mikrowelle bevorzugt werden. Sie verbraucht weniger Energie als Herd und Ofen, die nur für größere Mengen benutzt werden sollten.

Und schließlich kann auch der Kühlschrank zum Energiefresser werden. Dichtungen und Lüftungsfilter sollten regelmäßig kontrolliert werden. Entweicht etwa Kälte durch beschädigte Dichtungen, erhöht sich der konstante Energieverbrauch. Auch sollte der Kühlschrank nicht neben dem Herd oder in der Sonne stehen, denn äußere Wärme kompensiert das Gerät durch höheren Verbrauch.

Die erhöhten Strompreise wirken sich allerorts auf Verbraucher aus. Trotzdem staunte eine Studentin aus Kassel erst kürzlich, als sie ihre Stromabrechnung erhielt. Sie sollte sollte 520 Euro monatlich für ihren Stromverbrauch zahlen. (na)

Rubriklistenbild: © Rainer Weisflog/Imago

Kommentare