Suche nach Ursache läuft

Stromausfall legt Spanien lahm: Auch Montagabend noch kein Zugverkehr

  • schließen

Spanien stand am Montag nach einem Ausfall ohne Strom dar. Am Abend halten die Folgen in Form von lahmgelegten Bahnhöfen und gestrandeten Passagiere weiter an. 

Nach einem massiven Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel schreitet die Wiederherstellung der Versorgung in verschiedenen Gebieten Spaniens voran. In Katalonien, Aragonien, dem Baskenland, Galicien, Asturien, Navarra, Kastilien und Leon, Extremadura und Andalusien sei die Stromversorgung wiederhergestellt, meldete der spanische Stromnetzbetreiber Red Eléctrica auf der Plattform X. Bereits zuvor teilte der Betreiber mit, dass die Versorgung inzwischen in mehreren Gebieten im Norden, Süden und Westen der Halbinsel wieder gesichert sei.

Die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung im spanischen Stromnetz könnte allerdings noch zwischen sechs und zehn Stunden dauern, zitierte die spanische Zeitung „El País“ einen Sprecher des Stromnetzbetreibers Red Electrica.

Kein Zugverkehr in Spanien nach Stromausfall auch am Montagabend

Mittel- und Langstreckenzüge fahren wegen des landesweiten Stromausfalls in Spanie weiterhin nicht, obwohl die Stromversorgung mittlerweile in manchen Regionen wieder funktioniert. E“ine Wiederaufnahme des Mittel- und Fernverkehrs ist derzeit nicht absehbar", teilte der spanische Verkehrsminister Óscar Puente auf der Plattform X mit. Reisende müssten vorerst auf ihre Fahrten verzichten, so Puente.ach der Ursache werde gesucht.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez ruft die Bürger des Landes dazu auf, angesichts des landesweiten Stromausfalls Ruhe zu bewahren. „Bis die Stromversorgung wiederhergestellt ist, werden wir einige kritische Stunden erleben“, sagte er bei einer Ansprache an die Menschen, die im spanischen Fernsehen übertragen wurde. Sánchez rief dazu auf, nur kurze und zwingend notwendige Gespräche mit dem Handy zu führen und die Notrufnummer 112 nur zu nutzen, wenn es unbedingt nötig sei, um die Netze nicht zusätzlich zu belasten.

Strom in Spanien und Portugal fällt aus – Zugverkehr kommt zum Erliegen

In Spanien und Portugal war es Montag um kurz vor 13 Uhr zu einem massiven Stromausfall in vielen Regionen gekommen. Im ganzen Land seien der Betrieb der Infrastruktur und des Mobilfunks sowie der Verkehr beeinträchtigt, schrieb die spanische Zeitung „El País“: Ampeln und Aufzüge an Bahnhöfen, in Flughäfen und in anderen Gebäuden seien ausgefallen. 

Menschen warten vor einem geschlossenen Bahnhof in Barcelona während des massiven Stromausfalls am Montag, 28. April 2025.

Spaniens Eisenbahngesellschaft Renfe meldete, dass um 12.30 Uhr (Ortszeit) das gesamte nationale Stromnetz ausgefallen sei - an allen Bahnhöfen seien die Züge stehen geblieben und nicht abgefahren. Ein Bahnhof in Madrid wurde geräumt, die U-Bahn in Barcelona war außer Betrieb. Tausende festsitzende Fahrgäste mussten evakuiert werden.

Probleme durch den Stromausfall an Spaniens Flughäfen und bei Tennisturnier

Auch Spaniens Flughafenbetreiber Aena meldete „Zwischenfälle“ wegen des Blackouts. Notfallgeneratoren seien aktiv. Passagiere sollten sich mit Fragen an ihre jeweilige Fluggesellschaft wenden, da es möglicherweise Probleme bei der Weiterreise am Boden gebe. Dank des Einsatzes von Generatoren waren die Krankenhäuser nach Angaben von Spaniens Gesundheitsministerium nicht betroffen.

Betroffen war demnach auch das Masters-1000-Tennisturnier in Spaniens Landeshauptstadt. Die Partie des Bulgaren Grigor Dimitrow gegen den Briten Jacob Fearnley war beim Stand von 6:4, 5:4 unterbrochen worden, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Die Seilkamera, die sogenannte Spider Cam, blieb direkt über dem Centre Court hängen. Alle ausstehenden Partien des Tages und in der Nacht wurden unter anderem auch aus Sicherheitsgründen abgesagt, wie die Veranstalter auf der Plattform X mitteilten.

Beschwerden über fehlende Elektrizität auch in Frankreich

Auch das Telekommunikationsnetz in den südlichen Ländern brach teilweise zusammen, teilte Sky News mit. Zudem funktionierten Straßenampeln nicht. „El País“ zufolge beschränkte sich der massive Blackout auf das Festland. Demnach berichteten Reporter, dass die zum Land gehörenden Inselgruppen Kanaren und Balearen nicht betroffen seien.

Im in den Pyrenäen gelegenen Kleinstaat Andorra dauerte der Stromausfall dagegen nur wenige Sekunden, meldete der Energieversorger FEDA auf X. Der Ausfall sei auf spanischer Seite verursacht worden und die Elektrizität dank der „automatischen Wiederverbindung mit der aus Frankreich kommenden Leitung“ umgehend wiederhergestellt worden.

Zahlreiche Menschen drängen sich an einer Bushaltestelle in Barcelona auf dem Weg zum Flughafen während des massiven Stromausfalls am Montag, 28. April 2025.

Auch Frankreich war zwischenzeitlich vom Blackout betroffen. Der Stromnetzbetreiber RTE schrieb, dass Haushalte im französischen Teil des Baskenlandes einige Minuten lang ohne Strom waren. Die Versorgung sei aber wiederhergestellt worden.

EU-Kommision will Spanien nach Stromausfall helfen

Nähere Informationen zum Ausmaß des großflächigen Stromausfalls sowie zur Ursache lagen der dpa zunächst nicht vor. Spaniens nationale Cybersicherheitsbehörde INCIBE untersuche, ob ein Hackerangriff hinter dem Stromausfall stecken könnte, schrieb El País. Nach Angaben von EU-Ratspräsident António Costa gibt es derzeit jedoch keinen Hinweis darauf. 

Die EU-Kommission steht wegen des großflächigen Stromausfalls in Teilen Spaniens, Portugals und Frankreichs im Austausch mit nationalen Behörden. “Die Kommission wird die Situation weiter beobachten und dafür sorgen, dass ein reibungsloser Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten stattfindet“, teilte die Behörde in Brüssel mit.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf X, dass sie mit Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez telefoniert und bekräftigt habe, dass die EU-Kommission helfen werde. Man habe vereinbart, in engem Kontakt zu bleiben.

Rubriklistenbild: © Emilio Morenatti/AP/dpa

Kommentare