Psyche hat Auswirkungen auf Erkrankungen

Depression erhöht das Schlaganfall-Risiko: Gerade bei jungen Menschen ist die Gefahr größer

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Eine Depression zeigt sich nicht nur über die Psyche und eine getrübte Stimmung, auch körperliche Reaktionen sind möglich – selbst zu einem Schlaganfall kann es kommen.

Derzeit sind schätzungsweise 5,3 Millionen der Menschen in Deutschland von einer Depression betroffen – das sind etwa 16 bis 20 von 100 Betroffene. Und dennoch ist die Erkrankung nach wie vor mit Scham behaftet. Was nach außen nicht sichtbar ist, wie ein gebrochenes Bein, ist wenig greifbar, unverständlich, „schon nicht so schlimm“. Ein Druck, dem sich viele der an Depression Erkrankten ausgesetzt fühlen. Dabei sollte eine psychische Erkrankung nie unterschätzt werden, da sie unbehandelt schwere Folgen haben kann. Eine Depression kann sich durch Schlafstörungen und Schmerzen bemerkbar machen und letztlich auch das Risiko für Schlaganfall erhöhen, insbesondere wenn die Depression schon in jungen Jahren auftritt. Aktuell erkranken ca. zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression.

Depression bei jungen Menschen: Risikofaktor für Schlaganfall und Herzinfarkt

Depression bereits in jungen Jahren kann das Risiko für einen späteren Schlaganfall begünstigen. (Symbolbild)

Ähnlich wie der chronische Stress kann eine Depression zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen – das Risiko ist höher, wenn die psychische Erkrankung bereits im jungen und mittleren Lebensalter auftritt, so die Ergebnisse der epidemiologischen „Framingham Heart Study“. Im Rahmen der Untersuchung von 4.120 Studienteilnehmern im Alter zwischen 29 und 100 Jahren am Departement of Neurology des The Boston Medical Center zeigt sich, dass Depressive im Vergleich zu Nicht-Depressiven ein bis zu vierfach höheres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Das gelte besonders für die Menschen, die jünger als 65 Jahre alt sind. Nachbeobachtungszeit der Probanden liegt bei bis zu acht Jahre.

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Blutdruck ohne Medikamente senken: Elf Lebensmittel können helfen, Folgeschäden zu vermeiden

Walnüsse
Nüsse wie Walnüsse, bei denen es sich streng genommen um eine Baumfrucht handelt, können den Blutdruck senken. Nüsse gelten generell als Lebensmittel, die dank ihrer Nährstoffe gut fürs Herz sind und so helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. © CHROMORANGE/Imago
Pistazien in einer Holzschale
Abends beim Fernsehen öfters mal eine Handvoll Pistazien knabbern, das schmeckt nicht nur, sondern senkt auch Bluthochdruck. Studien, wie die vom Department of Biobehavioral Health der Pennsylvania State University zum Effekt von Pistazien auf den systolischen Blutdruck, zeigen deutlich, dass der Blutdruck durch den Verzehr von Pistazien sinkt. Wer einmal täglich eine Handvoll (ca. 45 Gramm) Pistazien isst, kann seinen systolischen Blutdruck um bis zu 4,8 mmHg senken. Dies ist neben dem diastolischen Blutdruck der obere Messwert, der normalerweise im Bereich von 110 bis 130 mmHg liegt. © Claudia Nass/Imago
Saft aus roter Beete
Der Rote-Beete-Saft sollte nicht nur bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck regelmäßig auf dem Ernährungsplan erscheinen. Denn die rote Knolle, die auch gerne als Lebensmittelfarbe genutzt wird, enthält wichtige Vitamine der B-Gruppe, Vitamin A sowie C. Dazu kommen essenzielle Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Selen, Eisen, Jod, Mangan, Natrium, Zink, Kupfer sowie Phosphor. Laut „Deutsche Herzstiftung“ kann durch das Trinken von ca. einem halben Liter Rote-Bete-Saft pro Tag, der obere Messewert des systolischen Blutdrucks 24 Stunden lang um etwa fünf mmHg gesenkt werden. Der Effekt beruht darauf, dass Rote Bete Nitrate enthält, die durch den Speichel zu Nitrit reduziert werden. Dadurch werden die Gefäße erweitert und der Blutdruck sinkt. © WavebreakmediaMicro/Imago
Feldsalat mit Erdbeeren und Blütenblättern, angerichtet auf einem Teller
Feldsalat ist wie Rote Beete, Spinat, Endiviensalat, Grünkohl, Wirsing sowie Radieschen reich an Nitrat, welches durch den Verzehr zu Nitrit umgewandelt wird, das wiederum positiven Effekt auf die Gefäße und den Blutdruck hat. © imagebroker/Imago
Olivenöl senkt Blutdruck und das schädliche LDL-Cholesterin im Blut, sodass das Risiko für Arteriosklerose reduziert wird.
Laut „Deutsche Herzstiftung“ senkt Olivenöl nachweislich nicht nur das Risiko für Ablagerungen in den Gefäßen, der Arteriosklerose. Auch bei hohem Blutdruck, dem Hauptrisikofaktor für Schlaganfall, wirkt das pflanzliche Fett fast wahre Wunder. Ein erhöhter Blutdruck kann durch den Konsum von Olivenöl im Durchschnitt um 48 Prozent gesenkt werden, wie die „Pharmazeutische Zeitung“ berichtet. © Panthermedia/Imago
Spinat
Spinat als kalorienarmes Gemüse kann den Blutdruck senken und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Er ist reich an Vitamin B, Vitamin C sowie Folat, Kalium und Magnesium. © Achim Sass/Imago
Tomaten
Tomaten sind ein Muss, wenn es um Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht. Sie sind reich an Folsäure, Kalium sowie Lycopin. Lycopin zählt zu den Antioxidantien und kann freie Radikale im menschlichen Körper unschädlich machen. Tomaten können laut Studien hohen Blutdruck und das Schlaganfallrisiko um bis zu 55 Prozent senken. © Philippe Degroote/Imago
Grünkohl auf dem Schneidebrett
Grünkohl gilt als natürlicher Blutdrucksenker. Das grüne Gemüse enthält sogenannte Flavonoide, die den Cholesterinspiegel und somit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken. © Y Resolution/Imago
Erbsen
Erbsen wird eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, wie Vitamin E, B und Beta-Carotin sowie Magnesium, Eisen, Phosphor, Kalzium und Zink. Hülsenfrüchte, zu denen Erbsen zählen, sind reich an Magnesium, welches für elastische Gefäßwände sorgt, wodurch der Blutdruck weniger steigt. © Gemma Ferrando/Imago
Knoblauch
Knoblauch kann selbst bei den Patienten den Blutdruck senken, die unter Medikamenten wie Betablocker oder Irbesartan keine ausreichende Blutdruckkontrolle erzielen, wie das „Deutsche Ärzteblatt“ berichtet. Es zeigt sich, dass der obere Blutdruck-Wert, der systolische Blutdruck, nach regelmäßigem Konsum von Knoblauch um zehn mmHg niedriger liegt. © Waltraud Kaipf/Imago
Meerrettich
Meerrettich ist nicht nur entzündungshemmend bei viralen und bakteriellen Infektionen, hilft gegen Erkältungen, Blasenentzündungen und Schmerzen. Die essbare Pflanze soll ebenfalls eine blutdrucksenkende Wirkung haben. Der durch das Senföl leicht scharfe Meerrettich wird gerne als Dip zu Fisch oder Gemüsesticks serviert. © Andreas Berheide/Imago

Die Studie wurde bereits 1948 als bevölkerungsbezogene Längsschnittstudie ins Leben gerufen und sollte Zusammenhänge zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich Schlaganfall und psychischen Erkrankungen validieren. Zwischen 1948 und 1950 wurden 5209 Männer und 6367 Frauen im Alter von 28 bis 62 Jahren, die zwei Drittel der Stadt Framingham, Massachusetts, repräsentierten, in die Studie aufgenommen. Von 1971 bis 1974 nahmen 5124 Kinder der Ursprungskohorte und Ehepartner (Nachkommenskohorte) an der Studie teil. Seit Beginn der Studie werden überlebende Probanden der ursprünglichen Probandengruppe (Kohorte) regelmäßig alle zwei Jahre untersucht.

Bei der Auswertung der Daten werden auch mit der Depression verknüpfte Risikofaktoren wie schlechtere Medikamenten-Einnahme, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, Rauchen sowie Alkoholkonsum mit berücksichtigt, die ebenfalls einen entscheidenden, negativen Einfluss auf das Schlaganfall-Risiko haben können. Die Einnahme von Antidepressiva verändert das mit depressiven Symptomen verbundene Risiko für Schlaganfall nicht.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Antonio Guillen Fernández/PantherMedia

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