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Pferde helfen Frauen mit Brustkrebs – Studie beweist Wirksamkeit der Hippotherapie

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Die Hippotherapie ist eine besondere Form des therapeutischen Reitens. Jetzt fanden französische Wissenschaftler heraus: Pferde helfen auch Frauen mit Brustkrebs.

Bei der Hippotherapie leisten Pferde großartige Arbeit, um Menschen mit körperlichen und psychischen Einschränkungen zu helfen. Von den Bewegungen auf den Vierbeinern profitieren Körper und Psyche gleichermaßen. Die enge Beziehung zum Pferd schenkt den Patienten außerdem mehr Lebensqualität, Freude und Selbstvertrauen. Auf speziell ausgebildeten Vierbeinern verbessert die besondere Form des therapeutischen Reitens den Muskeltonus, die Haltung und Balance, und stimuliert die taktile, visuelle und akustische Empfindlichkeit der Patienten. Bei Erkrankten mit Multipler Sklerose kann die Hippotherapie sogar dazu beitragen, die Gehfähigkeit beziehungsweise die Aktivitäten im Rollstuhl zu verbessern und zu erhalten. Doch das ist noch nicht alles, was Pferde in der Hippotherapie leisten. Französische Forscher fanden nun heraus: Die Vierbeiner helfen auch Frauen mit Brustkrebs.

Pferde helfen Frauen mit Brustkrebs – Studie beweist Wirksamkeit der Hippotherapie

Die Hippotherapie kann Frauen nach einer Brustkrebsdiagnose und Erstbehandlung helfen. (Symbolbild)

Wie wirksam ist die Hippotherapie im Vergleich zur konventionellen, unterstützenden Behandlung bei erwachsenen Frauen mit der Diagnose Brustkrebs? Diese Frage stellte sich die Wissenschaftlerin Hélène Viruega vom Equiphoria Institute im französischen La Canourgue. Gemeinsam mit ihrem Team untersuchte sie daher zwei Studiengruppen nach einer Operation, Chemo- oder Strahlentherapie in einem Zeitraum von sechs Monaten. Reiterin Laura hat zwar kein Brustkrebs, liegt aber mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Krankenhaus. Ein Besuch ihrer Stute muntert die verunglückte Besitzerin auf.

Für ihre Studie stellten die Forscher zwei verschiedene Therapieansätze auf: Die Kontrollgruppe erhielt einen klassischen Behandlungsplan. Die Versuchsgruppe bekam dagegen zusätzliche Hippotherapie-Sitzungen mit Pferden. Zu Beginn einer Einheit an fünf aufeinander folgenden Tagen, dann an jeweils drei Tagen zweimal täglich im Abstand von zwei Monaten. Während der Untersuchung machten die Frauen mithilfe eines Fragebogens regelmäßig Angaben zu kognitiven Leistungen, Müdigkeit, Angstzuständen, Depressionen sowie zur Lebensqualität (übergeordnet bzw. brustkrebsspezifisch) und zum Körperbild.

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Pferde helfen Frauen mit Brustkrebs – Verbesserung der Lebensqualität und Müdigkeit

Die Ergebnisse zeigen: Bei einer Gruppe waren im Laufe der Behandlungsdauer signifikante, positive Veränderungen messbar. „Die Hippotherapie-Gruppe zeigte eine viel schnellere, erfolgreichere und kontinuierlichere Verbesserung bis zum Ende des Programms für jede bewertete Funktion“, schreiben die Forscher, die ihre Ergebnisse im Online-Fachmagazin Cancers veröffentlichten. Die größten Erfolge konnte das Team bei der übergeordneten Lebensqualität feststellen. Auch die Müdigkeit verbesserte sich deutlich.

Bei der abschließenden Bewertung nach der sechsmonatigen Behandlung „zeigten die brustkrebsspezifische Lebensqualität, die kognitive Leistungsfähigkeit, die Angstzustände und Depressionen sowie das Körperbild einen weniger ausgeprägten, aber immer noch statistisch, signifikanten Unterschied“, so die Wissenschaftler. Dagegen konnten die Forscher in der Kontrollgruppe keine Veränderungen feststellen.

Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

Pferde helfen Frauen mit Brustkrebs – „Einfluss auf die Effizienz der Krebsbehandlung“

Mit ihrer Studie stellten die Forscher heraus, welche „therapeutische Relevanz die Hippotherapie“ hat, um die Genesung zu fördern – gerade in der wichtigen Anfangsphase nach einer Krebsdiagnose und -behandlung. Dass Pferde Menschen helfen können, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten, beweist auch eine andere Studie. „Darüber hinaus hat die Hippotherapie einen starken Einfluss auf die Effizienz der Krebsbehandlung und die Rekonstruktion des Lebens und des Ökosystems des Patienten“, halten die Wissenschaftler abschließend fest.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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