Studie zeigt Supermarkt-Trend zum Sparen – aber es besteht auch Skepsis
VonNico Reiter
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Kosten reduzieren und Produktmangel umgehen? Zahlreiche Konsumenten erkennen die Vorzüge von Eigenmarken. Allerdings gibt es in einigen Bereichen noch Vorbehalte.
Kassel – Der Blick auf die Preisschilder im Supermarkt entfacht nicht immer Freude. Besonders Waren von bekannten Herstellern garantieren zwar Qualität, kosten zum Teil aber auch ein Stück mehr. Die meisten Supermärkte bieten ihren Kunden auch Eigenmarken an. Und einige dieser Produkte konnten auch im ARD-Test überzeugen.
Immer mehr Deutsche greifen zu Eigenmarken der Supermärkte, berichtet marktspiegel.de. Konsumenten sehen einige Vorteile. Einerseits sind sie weniger oft von Produktengpässen und Lieferschwierigkeiten betroffen. Dies ist besonders bei Produkten wie Obst und Gemüse, Milchprodukten oder Hygieneartikeln der Fall. Aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich sehen lassen. Meist kann man sich bei Eigenmarken im Vergleich zum Markenprodukt ein paar Euro einsparen.
Umfrage zeigt: 78 Prozent sehen Eigenmarken im Supermarkt als Sparlösung
Eine aktuelle Umfrage von Knuspr in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Appinio bestätigt diesen Trend: 78 Prozent der Befragten betrachten Eigenmarken als die beste Möglichkeit, beim Lebensmitteleinkauf Geld zu sparen. Eine Personengruppe greift hier besonders gerne zu: Die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Die Umfrage hebt hervor, dass Kunden beim Kauf von Eigenmarken vor allem auf den Preis (81 Prozent) und die Qualität (71 Prozent) achten. 38 Prozent lassen sich von ihrer Zutatenliste leiten.
Bei regionalen Produkten und Tiefkühlprodukten sehen Kunden aber noch Verbesserungspotential. Hier wird eher zur Marke gegriffen. Auch bei Premiumprodukten, Fleisch und Fisch, Getränken sowie bei Bio-Produkten fehlt einigen Verbrauchern die Auswahl.
Skepsis gegenüber Supermarkt-Eigenmarken nimmt im Alter ab
Trotz der vielen Vorteile, die Eigenmarken bieten, bleibt bei einigen Verbrauchern laut Studie eine gewisse Skepsis bestehen. Rund 30 Prozent der Befragten empfinden die Qualität und den Geschmack von Eigenmarken als schlechter im Vergleich zu Markenprodukten. Zudem greifen 53 Prozent der Konsumenten für besondere Anlässe lieber zu Markenprodukten. Oft steckt aber sogar eine Marke hinter einem No-Name Produkt.
Beim Einkauf Geld sparen: Welche Tipps und Tricks Verbraucher kennen sollten
Fast die Hälfte der Befragten ist zudem bereit, für ein Lieblings-Markenprodukt deutlich mehr zu zahlen, selbst wenn eine vergleichbare Eigenmarke verfügbar ist. Diese Tendenz nimmt aber mit steigendem Alter ab, zeigt die Umfrage. Nurmehr etwa 33 Prozent der 55- bis 65-Jährigen würde das doppelte für ein Markenprodukt ausgeben. Markennamen müssen nicht immer über die Qualität aussagen. Auch eine Lidl-Creme schlug unlängst im Stiftung-Warentest ein teureres Markenprodukt. (nr)