Tipps für Besitzer

Ihre Katze mag Sie nicht? Was Sie womöglich falsch machen

Wie Studien zeigen, begehen selbst langjährige Katzenbesitzer grobe Fehler im Umgang mit den Fellnasen. Zu viel Körperkontakt können die Tiere als störend empfinden.

Es hat einen guten Grund, wieso Katzen als sehr eigenwillige Tiere gelten. Im Gegensatz zu Hunden lassen sich die Samtpfoten nicht vorschreiben, wie sie sich verhalten sollen. Das Sprichwort „Hunde haben Besitzer, Katzen haben Personal“ trifft es wohl am besten. Viele Katzenhalter wünschen sich, ihr Stubentiger wäre anhänglicher. Doch oft kommt es vor, dass die Tiere auf Distanz gehen, wenn wir uns Kuscheleinheiten wünschen. Tatsächlich steckt dahinter weit mehr als reiner Egoismus von Seiten der Fellnasen.

Kratzbürstige Katze? Überdenken Sie Ihr Verhalten

Selbst erfahrene Katzenbesitzer machen Fehler im Umgang mit ihren fluffigen Freunden. Die Quittung ist eine beleidigte Katze, die sich erst einmal zum Schmollen zurückzieht. Doch das muss nicht sein: Unsere Tipps helfen dabei, das Verhalten Ihrer Katze besser zu verstehen. Manchmal führen nämlich schon kleine Unachtsamkeiten dazu, dass sich die Tiere unwohl fühlen und kratzbürstig werden. Die folgenden Verhaltensweisen können die Samtpfoten gar nicht ab.

Katzen brauchen genau das richtige Maß an Zuwendung – nicht zu viel und nicht zu wenig.

1. Katzen wird keine Aufmerksamkeit geschenkt

Die Aussage, dass Katzen unnahbare Einzelgänger sind, stimmt so nicht. Das belegt eine Studie der Oregon State University, die 2019 im Fachblatt „Behavioural Processes“ veröffentlicht wurde. Untersucht wurde das Verhalten von 46 Katzen. Die Hälfte von ihnen lebte im Tierheim, die andere mit einem Besitzer. Das Experiment lief so ab, dass eine Katze mit einer fremden Person in einen Raum gesteckt wurde. Die Studienteilnehmer ignorierten die Tiere erst zwei Minuten lang. Anschließend durften sie mit den Katzen interagieren – etwa durch Streicheln, Sprechen oder Spielen.

Die Tierverhaltensforscherinnen fanden dabei heraus, dass die Katzen den Menschen mehr Aufmerksamkeit schenkten, wenn ihnen davor ebenfalls Aufmerksamkeit gezeigt wurde. Wer die Tiere dagegen ignorierte, wurde gleichermaßen mit Ignoranz gestraft. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Katzen aus dem Tierheim stammten oder einen Besitzer hatten.

Das heißt: Katzen brauchen wie jedes andere Haustier auch sozialen Austausch und Aufmerksamkeit. Tierärzte raten, den Stubentigern täglich mindestens 15 bis 30 Minuten Zeit zu schenken. Das stärkt die Bindung zwischen Katze und Mensch. Wer sich nicht ausreichend mit seiner Samtpfote abgibt, sollte sich also nicht wundern, wenn sie weniger zutraulich wird.

Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

2. Katzen werden falsch berührt

Katzenliebhaber neigen dazu, die flauschigen Tiere ausgiebig zu liebkosen. Genau diese Überschwänglichkeit können die Vierbeiner jedoch gar nicht ab. Katzen lieben es, ihre Ruhe zu haben. Lärm, Hektik und Unruhe meiden sie dagegen. Aus diesem Grund ist aufdringliches Verhalten im Umgang mit Katzen fehl am Platz. Bestätigt wird diese Beobachtung von einer Studie der Nottingham Trent University und der University of Nottingham von 2022.

Hier wurden 120 Teilnehmer gebeten, mit drei ihnen unbekannten Katzen zu interagieren. Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen Personen, die sich selbst als „Katzenexperten“ einschätzten, eher dazu neigten, die Tiere in Bereichen zu berühren, die diese als unangenehm empfinden. Dazu gehören vor allem Beine, Bauch, Rücken und die Schwanzspitze. Den meisten Katzen gefällt es deutlich besser, stattdessen am Kinn, an den Wangen und hinter den Ohren gestreichelt zu werden.

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3. Katzen werden zur Interaktion gezwungen

Eine der wichtigsten Dinge im Umgang mit Katzen ist: Sie sollten zu nichts gezwungen werden. Wer diese Regel ignoriert, muss mit Konsequenzen rechnen. Wenn sich Katzen bedrängt fühlen, verlieren sie das Vertrauen in ihren Besitzer und ziehen sich vermehrt zurück. Selbst langjährige Katzenhalter begehen den Fehler, ihren Tieren zu wenig Freiraum zu gewähren. Körperkontakt sollte den Vierbeiner nicht aufgezwungen werden, wenn sie sich nicht bereit dazu fühlen.

Die Forscher aus Nottingham kamen zu dem Ergebnis, dass es besser ist, die Katze selbst darüber entscheiden zu lassen, wann sie gekrault werden möchte. Die Stubentiger genießen die Kuscheleinheiten zwar genauso wie wir, doch sie wollen die Kontrolle behalten. Besitzer sollten also darauf achten, auf die Bedürfnisse ihrer Katze einzugehen: Braucht sie gerade ihren Freiraum oder freut sie sich über körperliche Zuwendung?

Rubriklistenbild: © IMAGO/Viola Bulatova

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