Geheimfunktion am Einkaufswagen

Landet bei Ihnen auch oft mehr im Einkaufswagen? Dahinter stecken Tricks der Supermärkte

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Wer mit dem Einkaufswagen shoppen geht, fällt vielleicht auf einen psychologischen Trick herein. Größe und Design sind perfekt durchdacht.

Kassel – Eigentlich wollte man nur eben kurz ein paar Kleinigkeiten kaufen und schwups, ist der ganze Einkaufswagen voll und die Rechnung an der Kasse weit höher als geplant. Das geht sicher vielen Menschen im Supermarkt so. Ursache dafür sind auch kleine psychologische Tricks der Läden.

Psychologischer Trick verleitet dazu, mehr zu kaufen – Einkaufswagen-Design ist genau durchdacht

Aber auch das Design der Einkaufswagen von Läden wie Kaufland, Lidl oder Aldi ist durchdacht. So ist es eine rechtliche Grauzone, den eigenen Beutel für den Einkauf zu verwenden; die Kunden sollen den firmeneigenen Wagen oder Korb verwenden.

Gerade in größeren Discountern gibt es aber oft gar keine Körbe und man greift zum großen Einkaufswagen. Dass der manchmal unhandlich groß erscheint, hat aber tatsächlich Methode. Denn so entsteht der sogenannte „Aufwandsreflex“. Liegen nur ein paar wenige Produkte darin, erscheint es als sehr wenig und man legt eher noch etwas dazu, auch wenn man es eigentlich vielleicht gar nicht unbedingt benötigt hätte. „Wenn der Wagen zu groß ist, haben wir keinen Referenzwert mehr. Aber wenn er nur ein bisschen größer ist als der, den wir kennen, dann kaufen wir mehr. Das ist erwiesen“, erklärt ein Marketingexperte gegenüber Focus Online.

Einkaufswägen haben oft ein ganz spezielles Design. (Symbolbild)

Aber nicht nur die Größe, sondern auch das Design des Wagens ist genau überlegt. Denn oft ist das fahrbare Gestell so gebaut, dass es schräg nach unten zum Einkaufenden hinläuft. Es gibt also ein eingebautes Gefälle. Legt man dann beispielsweise eine Flasche in den Wagen, rutscht sie nach unten und damit auch aus dem Sichtfeld. Auch hier entsteht die Illusion, es läge weniger im Einkaufswagen. „Dadurch nehmen wir nicht mehr so bewusst wahr, was wir schon alles eingepackt haben – und legen noch mehr rein“, fügt der Marketingexperte hinzu.

Extra Fächer und Plastikecken: Das typische Einkaufswagen-Design

Neben den Funktionen der Wagen, die sich auf das Einkaufsverhalten auswirken sollen, gibt es auch andere Teile, die einen funktionalen Nutzen haben. So haben viele Wagen extra Fächer, damit Kleinteile nicht herausfallen. Nicht zu vergessen ist der Kindersitz an vielen Modellen. Der ist nicht nur hilfreich, wenn man mit Kleinkindern einkaufen geht, sondern auch für Menschen, die alleine unterwegs sind. Dort können beispielsweise Obsttüten aufgehängt werden.

Am Ende des Wagens sind außerdem meistens zwei Plastikteile angebracht, die die Ecken verdecken. Sie helfen, damit die Rückgabe möglichst geräuschlos vonstattengeht. Wie der Discounter Aldi auf seinem Unternehmensblog veröffentlichte, bringt ein Einkaufswagen aber noch weitere Vorteile: Er spart einem an der Kasse Zeit.

Schon die Struktur im Regal folgt nach Regeln

Ein weiterer gängiger Trick der Supermärkte ist es, teurere Ware beim Einräumen der Regale direkt auf Augenhöhe und im Sichtfeld der Kunden zu platzieren. So braucht man nur noch zuzugreifen. Wer Geld sparen will und nach günstigeren Produkte sucht, wird dagegen eher in den unteren oder oberen Abteilen fündig, bei denen man sich strecken oder bücken muss. Die Idee dahinter: die teureren Produkte landen häufiger im Einkaufskorb. (jh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Martin Wagner

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