Strategie hat einen Grund

Supermärkte geben Einkauf vor – Psycho-Trick enttarnt

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Im Supermarkt ist nichts dem Zufall überlassen. So laufen Kunden ganz bewusst gegen den Uhrzeigersinn durch die Filiale. Aber warum ist das so?

Dortmund – Was für den Kunden überhaupt nicht bemerkbar scheint, ist für die Lebensmittelhändler eine genau kalkulierte Strategie. Nicht nur die Platzierung der Lebensmittel im Regal spielt bei der Anordnung eines Supermarktes eine Rolle. Auch die Richtung, die Verbraucher im Markt einschlagen, um durch die Gänge an die Kasse zu gelangen, ist entscheidend.

Supermärkte geben Einkauf vor – Psycho-Trick enttarnt

Wie werden Kunden zum Kaufen angeregt? Wo stehen die teuersten, wo die günstigsten Produkte im Regal? Und in welche Richtung sollten die Kunden innerhalb des Marktes geleitet werden? All diese Fragen überlassen die Supermärkte und Discounter nicht dem Zufall.

Psychologische Tricks sind längst Teil von ausgeklügelten Marketingstrategien. So ist die Laufrichtung der Kundschaft in den Filialen in den meisten Fällen die gleiche, und zwar nach links gerichtet. Für einen Großteil der Bevölkerung soll dieser Trick für mehr Griffe in das Lebensmittelregal sorgen. Aber was steckt dahinter?

Supermarkt-Psychologie: Warum Kunden immer links herum durch den Markt gehen

Die Gang-Anordnung, die Kunden nach Eintreten des Marktes nach links führt, soll sich laut HNA.de positiv auf das Kaufverhalten von Kunden auswirken. Verbraucher kaufen offenbar tatsächlich mehr ein, wenn sie gegen den Uhrzeigersinn durch den Supermarkt laufen.

Der Grund dafür seien laut HNA.de die natürlichen Vorlieben von Rechtshändern. Konkret geht es dabei um das Greifen, Schieben und Lenken von schweren Einkaufswagen.

Im Supermarkt ist nichts dem Zufall überlassen: Psychologische Tricks sollen Kunden zum Kaufen anregen (Symbolfoto).

Den rollenden Wagen nach links zu schieben, soll Menschen, die mit der rechten Hand schreiben, sehr viel einfacher fallen. Zudem erleichtert es den Kunden, Ware mit der rechten Hand aus den Regalen zu nehmen und in den Wagen zu legen.

Bei einem überwiegenden Anteil an Rechtshändern in Deutschland – etwa 90 Prozent – haben sich die Supermärkte und Discounter auf die Präferenzen der meisten Verbraucher eingestellt. Um der eigenen Kundschaft das Einkaufserlebnis so angenehm wie möglich zu gestalten, führen immer mehr Supermärkte zudem die sogenannte „Stille Stunde“ ein.

Fällt einem etwas leichter, greift man doch gerne mal häufiger zu – so zumindest die Theorie der Lebensmittelhändler. Die Realität sieht womöglich oft anders aus. Denn viele Verbraucher kaufen erst gar nicht mit einem Einkaufswagen ein.

Rubriklistenbild: © Levine-Roberts/Imago

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