Staat steuert dagegen

Supermarkt-Preise extrem hoch: Warum sie in Spanien nun aber wieder fallen

+
Ein Supermarkt in Spanien. (Archivbild)
  • schließen

Die Preise für Nahrungsmittel steigen. Spaniens Regierung will gegensteuern und Privathaushalte entlasten. Der Plan: die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel temporär streichen.

Madrid/München – Lebensmittel sollen wieder günstiger werden. Aus diesem Grund senkt die spanische Regierung den ohnehin ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Grundnahrungsmittel, berichtet Tagesschau.de. Die Maßnahmen sind vor allem auf bedürftige Familien zugeschnitten. 

Keine Mehrwertsteuer mehr auf Grundnahrungsmittel in Spanien

Die Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel wie Brot, Milch, Käse, Obst, Gemüse und Getreide soll für das kommende halbe Jahr gestrichen werden, sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (50) am Dienstag. Für Öl und Nudeln solle der Mehrwertsteuersatz von zehn auf fünf Prozent gesenkt werden. Zum Vergleich: In Deutschland gilt ebenfalls ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent für viele Grundnahrungsmittel. Etwa Brot, Butter und Milch.

Wer keine Kuh-, sondern Sojamilch trinkt, zahlt einen erhöhten Satz von 19 Prozent. Skurril? Wachteleier oder frische Trüffel dürften allgemein weniger nach Grundnahrungsmittel, denn nach Luxus klingen. Im Mehrwertsteuer-Deutsch zählen sie offensichtlich zum Grundbedarf und sind mit sieben Prozent besteuert.

Forderungen nach Wegfall der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel auch in Deutschland

Angesichts stark steigender Lebensmittelpreise forderten Sozial- und Verbraucherverbände hierzulande bereits im Frühjahr des Jahres eine Entlastung über eine Mehrwertsteuerbefreiung für bestimmte Produkte. Der Sozialverband VdK, die Verbraucherzentralen und die Deutsche Diabetes Gesellschaft verlangten von der Bundesregierung, dass sie neue EU-rechtliche Möglichkeiten ergreifen und den Steuersatz auf null Prozent setzen solle. Das Umweltbundesamt sprach eine generelle Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Lebensmittel an. „Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung entlastet die Umwelt und ist obendrein gesund“, sagte Präsident Dirk Messner der Deutschen Presse-Agentur.

Gestiegene Lebensmittelpreise – östliche Staaten am meisten betroffen

Von den stark gestiegenen Nahrungsmittelpreisen sind in der Europäischen Union Verbraucherinnen und Verbraucher in den östlichen Staaten am stärksten betroffen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt gibt, erhöhten sich die Nahrungsmittelpreise im April 2022 in Litauen um 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In Bulgarien waren es 21,0 Prozent mehr, in Lettland 17,7 Prozent. In Deutschland lag der Preisanstieg im April mit 8,5 Prozent unter dem EU-Durchschnitt.

Kommentare